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Betreibermodelle

Ausgangssituation

Die Verschärfung des Wettbewerbs im Rahmen der Globalisierung zwingt Unternehmen zur Fokussierung auf Kernkompetenzen. Zielsetzungen hierbei sind die Steigerung der Produktivität, die Verkürzung von Durchlauf- und Entwicklungszeiten sowie die Steigerung der Qualität. Bezüglich der anlagentechnischen Ausrüstung eines Unternehmens werden die Verbesserungsfähigkeit von Produktivität und Kosteneffizienz zunehmend zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Durch diese Entwicklung kamen in den letzten Jahren Betreibermodelle und Pay on Production-Konzepte zunehmend zum Einsatz, im Rahmen derer ehemalige unternehmerische Kernkompetenzen ausgelagert wurden.

Diese Konzepte sind jedoch durch eine Ambivalenz gekennzeichnet: Auf der einen Seite stellen sie eine langfristige Wertschöpfungspartnerschaft mit hohen Einsparpotenzialen dar, auf der anderen Seite werden erhebliche Risiken insbesondere für den Anbieter von Betreibermodellen in Kauf genommen, die den Unternehmenswert gefährden können.

Einsatz von Betreibermodellen zur Variabilisierung der Fixkosten

Abb. 1: Einsatz von Betreibermodellen zur Variabilisierung der Fixkosten

Konzept

Betreibermodelle und Pay on Production sind Konzepte, bei denen die Finanzierung und der Betrieb von anlagentechnischer Infrastruktur aus dem Unternehmen herausgelöst und an eine Betreibergesellschaft vergeben werden.

Die Aufgaben der Betreibergesellschaft reichen von der Planung und Finanzierung der Anlagen über den Bau und den eigenständigen Betrieb der Anlage mit dem die Investition refinanziert wird, bis zur Übergabe der Anlage an den Konzessionsgeber nach Ende der Vertragslaufzeit. Teilweise werden auch über den Betrieb hinaus gehende Aufgaben wie Materialbeschaffung, Instandhaltung und Ersatzteilversorgung durch die Betreibergesellschaft wahrgenommen.

Die wesentlichen Faktoren die seitens der Konzessionsgeber für ein Betreibermodell sprechen sind die Konzentration auf Kernkompetenzen, die Erhöhung der Flexibilität durch Transformation von variablen in fixe Kosten sowie die geringeren Kosten des Kompetenzaufbaus bei der Einführung neuer Technologien. Weiterhin sind Betreibermodelle eine für den Konzessionsgeber attraktive Form der Investitionsfinanzierung, da eine Finanzierung außerhalb der Bilanz erfolgen kann.

Für Anbieter von Betreibermodellen ergeben sich zum Teil neue Wachstumsfelder und Differenzierungsmöglichkeiten. Durch einen höheren Anteil an produktbegleitenden Dienstleistungen lassen sich zusätzliche Umsätze generieren. Darüber hinaus versprechen sich viele Anbieter durch Betreibermodelle und Pay on Production-Konzepte eine stärkere und langfristigere Kundenbindung.

Wirkung der Betreibermodelle auf Finanzen, Kosten, Technologie und Strategie

Abb. 2: Wirkung der Betreibermodelle auf Finanzen, Kosten, Technologie und Strategie

Betreibermodelle sind ebenfalls durch komplexe Risikostrukturen gekennzeichnet, die aus langen Laufzeiten, einer hohen Anzahl an Vertragspartnern und einem hohen Finanzierungsvolumen resultieren. Durch die Beteiligung am unternehmerischen Risiko stellt die Anwendung von Betreibermodellen die Betreibergesellschaft vor sehr hohe Anforderungen bezüglich Leistungsfähigkeit, Qualität und Flexibilität. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Unternehmen noch keine Erfahrung im Umgang mit Betreibermodellen haben. Um Betreibermodelle unter diesen Ausgangsbedingungen erfolgreich anwenden zu können, ist der Aufbau eines systematischen und umfassenden Risikomanagements unerlässlich.

Dies beinhaltet die vollständige Erfassung bestehender Risiken, die Risikobewertung sowie die Ableitung geeigneter risikopolitischer Maßnahmen. Dabei ist ein auf die jeweilige Risikosituation zugeschnittenes Maßnahmenbündel zu definieren und zu verwirklichen.

Ziel von Unternehmen, die eine Kooperation im Rahmen einer Betreibergesellschaft eingehen wollen, muss die Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Konzeption, Ausgestaltung und Steuerung von Betreibermodellen sein. Möglichkeiten zur organisatorischen Ausgestaltung von Betreibergesellschaften sind von der TCW Transfer Centrum GmbH untersucht und weiterentwickelt worden.

Die Vorgehensweise zur Einführung eines Betreibermodells gliedert sich in sechs aufeinander folgende Arbeitspakete.

Vorgehensweise zur Einführung eines Betreibermodells

Abb. 3: Vorgehensweise zur Einführung eines Betreibermodells

Zunächst erfolgen im Rahmen der Prämissendefinition die Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands des Betreibermodells sowie die Feststellung der Betreiberfähigkeit und etwaiger Potenzialquellen des Konzepts.

Im Rahmen des zweiten Arbeitspakets werden potenzielle Partnerunternehmen identifiziert, welche bei entsprechender konzeptioneller Ausgestaltung verschiedene Funktionen des Betreibermodells ausführen.

Die Risikoanalyse des dritten Arbeitspakets dient der finanziellen Stabilisierung des Betreibermodells hinsichtlich negativer externer und interner Einflüsse. Die Ergebnisse der Risikoanalyse bilden die Basis für die konzeptionelle Ausgestaltung des Betreibermodells. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung des dritten Arbeitspakets stellt den zentralen Bestandteil des Projekts dar.

Auf Basis von Daten, die bei dem Unternehmen sowie ggf. bei potenziellen Partnern erhoben werden, werden Simulationen des vom Betreibermodell erzielten Cash Flow durchgeführt. Diese Simulationen erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus des Betreibermodells und beinhalten verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten des Konzepts. Die Ergebnisse der Modellberechnung bilden die Basis für alle Verhandlungen mit Abnehmern und möglichen Finanzierungspartnern.

Das fünfte Arbeitspaket bildet die letzte Phase der konzeptionellen Projektentwicklung. Ziel dieses Arbeitspakets ist die Definition der inhaltlichen Ausgestaltung des Betreibermodells.

Für die Umsetzung des Betreibermodells sind zunächst Vorgehensweise sowie detaillierte Maßnahmen und Umsetzungsschritte in Workshops zu definieren.

Reduzierung des Kostenvolumens durch den Einsatz von Betreibermodellen – schematische Darstellung

Abb. 4: Reduzierung des Kostenvolumens durch den Einsatz von Betreibermodellen – schematische Darstellung

Ergebnisse / Potenziale

Finanzierungswirkungen:

  • Bei der internen Bereitstellung erfolgt die Finanzierung über Eigen- und vor allem Fremdkapital. Dies führt auf der Aktivseite der Bilanz zu einer Erhöhung des Anlagevermögens, auf der Passivseite werden die Verbindlichkeiten erhöht.
  • Durch die Bilanzierung der Anlagen bei der Betreibergesellschaft werden Bilanzkennzahlen nicht berührt.
  • Liquide Mittel können für alternative Investitionen genutzt werden.

Kosteneffizienz:

  • Die Kostenstruktur des Nutzers vereinfacht sich.
  • Die Kostensicherheit und Kostentransparenz werden erhöht.

Leistungsqualität:

  • Eine vertraglich vereinbarte Verfügbarkeit trägt zur Erhöhung der Betriebsqualität bei.
  • Die Termintreue und Lieferbereitschaft gegenüber den Kunden steigen.

Ressourcenwirkungen:

  • Ein Outsourcing im Zuge von Betreibermodellen erhöht die Reaktionsfähigkeit auf Störungen, da die Betreibergesellschaften bzw. die beteiligten Firmen spezialisiertes Know-how vorhalten.
  • Es kann ein langfristiger Abbau von Fixkosten durch die Reduzierung des Koordinationsaufwands stattfinden.
Realisierte Ergebnisse durch den Einsatz von Betreibermodellen

Abb. 5: Realisierte Ergebnisse durch den Einsatz von Betreibermodellen

Weiterführende Literatur zum Thema Betreibermodelle

News zum Thema Betreibermodelle

Fallstudien zum Thema Betreibermodelle

Tools zum Thema Betreibermodelle

  • 5-Tage-Audit
  • Risiko-Check
    Selbsteinschätzung der operativen und strategischen Risikoposition des Unternehmens anhand quantitativer und qualitativer Faktoren
  • Risikomanager
    Unterstützung beim Risikomanagement leistungswirtschaftlicher Risiken und Berechnung des Value-at-Risk als Steuerungsgröße
  • TCW-Potenzialmanager
    Umsetzung identifizierter Verbesserungspotenziale in allen Unternehmensbereichen effizient kontrollieren

Seminare zum Thema Betreibermodelle


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Literatur

Betreibermodelle

Betreibermodelle – eine Outsourcingstrategie?

Betreibermodelle

TCW Report Betreibermodelle
Literatur

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Leitfaden zur Berechnung, Konzeption und Einführung von Betreibermodellen und Pay-on-Production-Konzepten

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Leitfaden Betreibermodelle
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