Lieferantenmanagement
Globalisierung stellt neue Herausforderungen an das LieferantenmanagementInfolge reduzierter Leistungstiefen und globaler Beschaffungsmärkte hat sich die Aufgabenstellung im Lieferantenmanagement grundlegend verändert. Das Lieferantenmanagement ist dabei als Optimierung aller Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstehen.
Dabei kommt es in vielen Unternehmen vor, dass nicht alle fünf Phasen des Lieferantenmanagement-Prozesses (Gestaltung der Lieferantenbasis, Lieferantenbewertung, Lieferantenentwicklung und -förderung, Lieferantenintegration sowie Lieferantenauditierung) durchlaufen werden.
Das Lieferantenmanagement umfasst dabei die Aufgabe, Lieferantenportfolios zu entwickeln, Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen systematisch zu steuern und die Lieferanten zu entwickeln sowie zu integrieren, um darauf aufbauend gezielte Sourcing-Strategien ableiten zu können.
Die Phasen des Lieferantenmanagement
Das Konzept des Lieferantenmanagements setzt eine durch Methoden und Instrumente unterstützte Vorgehensweise voraus, um sich abzeichnende Chancen so früh wie möglich nutzen zu können. Aus diesem Grund soll auf die einzelnen Phasen des Lieferantenmanagement-Prozesses näher eingegangen werden.
Die Gestaltung der Lieferantenbasis, als erste Phase, des Lieferantenmanagements dient zur Segmentierung des Lieferantenportfolios, um darauf aufbauend Sourcing-Strategien abzuleiten. Die Lieferantenbewertung, als zweite Phases, misst die Leistungsfähigkeit der Lieferanten und hat die Aufgabe der Lieferantenauswahl.
Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten beiden Phasen zielt die Lieferantenentwicklung/ -förderung darauf ab, das Leistungspotential sowie die Leistungsfähigkeit der Lieferanten sicherzustellen und zu erhöhen.
Die Lieferantenintegration bildet die vierte Phase des Lieferantenmanagement-Prozesses und hat zur Aufgabe, die Abnehmer-Lieferanten-Beziehung zu stärken, indem Aufgabeninhalte an den Lieferanten übertragen werden bzw. der Lieferant frühzeitig in die Prozesse eingebunden wird, nachdem die Leistungsfähigkeit des Lieferanten sichergestellt worden ist.
Die Hauptaufgabe der Lieferantenauditierung ist die Messung des Zielerreichungsgrades von Aktivitäten des Lieferantenmanagements sowie deren Verfolgung im Rahmen eines Umsetzungscontrollings. In dieser Prozessphase werden auch sämtliche Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen überwacht und bei Leistungsabweichungen gegebenenfalls auch neu gestaltet.
Folgende Abbildung verdeutlicht die Inhalte und Zielsetzungen des Lieferantenmanagements.
 VorgehensweiseDie Vorgehensweise zur Implementierung eines Lieferantenmanagements-Systems gliedert sich in folgende vier Phasen: Analyse der Basisdaten im Einkauf, Durchführung Best-Practice-Check und Einkaufspotentialanalyse, Erarbeitung eines Lieferantenmanagement-Systems sowie Umsetzung, Realisierung und Controlling der Umsetzungsaktivitäten.
Phase I: Analyse der Basisdaten im Einkauf
Im Rahmen einer Ist-Analyse werden die Basisdaten des Einkaufs ermittelt wie: Einkaufsorganisation (strategische und operative Einkaufsaufgaben), Einbindung des Einkaufs in Kundenauftragsprozesse und –projekte, Einkaufsstrategie, Materialgruppenstruktur sowie deren Beschaffungsvolumina, Lieferantenstruktur, Anliefer-, Lieferantenförder- und Sourcingkonzepte, Qualitätsmanagement von Zukaufteilen, Einkaufsprozesse und Einkaufscontrolling.
Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Analyse wird der weitere Analysebedarf priorisiert und erfolgversprechende Analysefelder definiert. Eine erste Potenzialabschätzung erfolgt auf Basis von Benchmarks für vergleichbare Unternehmen.
Phase II: Durchführen Best-Practice-Check und Einkaufspotentialanalyse
Gegenstand des Best-Practice-Checks ist die Bewertung der Einkaufsleistung im Unternehmen. Dazu wird die Leistung des Lieferantenmanagement-Systems mit einem Referenzmodell verglichen. Ergebnis der Analyse ist ein detailliertes Stärken- und Schwächen-Profil des Lieferantenmanagements. Einen Schwerpunkt der Untersuchung stellen strategische und operative Beschaffungsprozesse dar. Durch die Durchführung eines Benchmarking können auch Ergebnis-Größen des Lieferantenmanagements erfasst und bewertet werden. Aufbauend auf den ermittelten Ergebnissen werden Maßnahmen zur Schließung der identifizierten Leistungslücken erarbeitet.
Zur Analyse und Systematisierung der Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen wird eine Einkaufspotenzialanalyse durchgeführt. Dabei wird ein Güterportfolio mit einem Beschaffungsquellenportfolio zu einem Gesamtportfolio zusammengeführt, das eine nach Materialgruppen differenzierte Ableitung von Sourcing-Strategien erlaubt. Zusammen mit den Ergebnissen des Best-Practice Checks werden materialgruppenspezifische Ansatzpunkte erarbeitet. Die Hauptansatzpunkte und die Positionierung im Gesamtportfolio ermöglichen dann eine materialgruppenspezifische Potenzialbewertung und abschätzung.
Bereits in dieser Phase wird mit der Umsetzung von identifizierten Sofortmaßnahmen begonnen.
Phase III: Erarbeitung eines Lieferantenmanagement-Systems
In dieser Projektphase werden die Ergebnisse aus dem Best-Practice-Check und der Einkaufspotenzialanalyse zu einem ganzheitlichen Lieferantenmanagement-System zusammengefasst. Die einzelnen Phasen eines Lieferantenmanagement-Systems werden weiter detailliert, ausgestaltet und mit Methoden sowie Instrumenten hinterlegt.
In dieser Projektphase werden verschiedene Alternativen für die Ausgestaltung eines Lieferantenmanagement-Systems erarbeitet und bewertet. Die Bewertung erfolgt anhand von Kriterien die sich aus den Zielen ableiten.
Phase IV: Umsetzung, Realisierung und Controlling der Umsetzungsaktivitäten
In dieser Phase findet die unternehmensweite Implementierung des erarbeiteten Lieferantenmanagement-Systems statt. Im Rahmen der Umsetzung wird parallel auf Basis der Zielsetzungen und der Potenziale ein Controlling der Maßnahmen und Ergebnisse eingesetzt, um die nachhaltige Erreichung der Projektziele sicherzustellen. Grundlage bildet hierbei ein nach unterschiedlichen Umsetzungsgraden der Realisierung strukturiertes Potenzialcontrolling.
Lieferantenmanagement – Was sind die Ergebnisse?
Die Ergebnisse der charakterisierten Vorgehensweise sind: - Erstellung eines Lieferantenportfolios,
- Aufzeigen von Stärken und Schwächen,
- Erarbeitung eines Leistungsprofils und Ableitung von Maßnahmen zur Schließung der Leistungslücken,
- Aufzeigen von Potentialquellen und Erarbeitung von Maßnahmen zur Potentialrealisierung,
- Erarbeitung eines ganzheitlichen Lieferantenmanagement-Systems,
- Unternehmensweite Implementierung eines Lieferantenmanagement-Systems,
- Definition von phasenspezifischen Inhalten, Methoden bzw. Instrumenten und Verantwortlichkeiten sowie
- Ableitung von Sourcing-Strategien.
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