Konzeptwettbewerb
AusgangssituationUnternehmen befinden sich in einem Dilemma zwischen Kosten- und Innovationsdruck. Insbesondere in der Automobilindustrie wird kontinuierlich nach einem Mittelweg gesucht, der innovative Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen ermöglicht. Der Innovationsdruck resultiert aus gestiegenen Kundenanforderungen nach mehr Funktionalität, dem Risiko des Verpassens neuer Technologien sowie aus steigenden gesetzlichen Anforderungen wie der Verpflichtung der Hersteller zur kostenlosen Rücknahme und Demontage von Altfahrzeugen. Der technische Wandel beispielsweise in der Elektrik / Elektronik kann von den OEM nicht mehr alleine bewerkstelligt werden.
Konzept
Eine Möglichkeit für Unternehmen, das Dilemma zu lösen, besteht in der Nutzung der Ressourcen und des Know-hows ihrer Zulieferunternehmen in Form von Konzeptwettbewerben. Konzeptwettbewerbe dienen sowohl der Kosteneinsparung als auch der Erschließung innovativer Konzepte der Zulieferer. Der Konzeptwettbewerb hat – neben der Sicherstellung der Auswahl eines geeigneten Lieferanten – die Aufgabe, Entwicklungskooperationen methodisch zu unterstützen.
Abb. 1: Konzeptwettbewerb – Kosteneinsparungen und Erschließung innovativer Konzepte
Der OEM fordert seine Zulieferer auf, unter bestimmten Rahmenbedingungen Realisierungspläne zu erstellen und einzureichen, die dann im Wettbewerb bewertet werden. Mit Hilfe des Konzeptwettbewerbs kann im Rahmen einer Vergabeentscheidung die Auswahl des geeignetsten Lieferanten unter Berücksichtigung aller spezifischen Anforderungen effizient gestaltet werden. Auf Grund der verstärkten Verantwortungsübertragung von den OEM auf ihre Lieferanten wird der Verbreitungsgrad des Konzeptwettbewerbs bei den Automobilzulieferern erheblich zunehmen. Der Einsatz von Konzeptwettbewerben eignet sich insbesondere für Unternehmen mit „Pionier- oder Früher-Folger-Strategie“, die sich durch innovative, komplexe Produkte von ihren Wettbewerbern differenzieren wollen. Die Stärken des Konzeptwettbewerbs, die in der Erarbeitung innovativer Elemente liegen, kommen besonders bei komplexeren Entwicklungsprojekten zum Tragen. Bei Standardprodukten, die für die Lieferanten nur einen geringen Freiheitsgrad zulassen, ist der Konzeptwettbewerb anderen klassischen Verfahren wie der Ausschreibung unterlegen. Technologie- und Produkt-Know-how stellen die bedeutendsten Inputfaktoren im Rahmen von Konzeptwettbewerben dar.
Vorgehensweise
Vor der Durchführung von Konzeptwettbewerben sind zunächst die organisatorischen und prozessualen Voraussetzungen zu schaffen. Die Durchführung des Konzeptwettbewerbs lässt sich in die Phasen der Vorbereitung des Konzeptwettbewerbs, der Festlegung der Konzeptanforderungen, der Durchführung des eigentlichen Wettbewerbs sowie in die Definition des zukünftigen Entwicklungs- und Fertigungspartners untergliedern.
Abb. 2: Vorgehensweise des Konzeptwettbewerbs
Ergebnisse / Potenziale
Durch den Rückgriff auf das Ideenpotenzial der Lieferanten kann der Veranstalter von Konzeptwettbewerben erhebliche Potenzialquellen erschließen. Mit Hilfe von Konzeptwettbewerben lassen sich die Entwicklungsdurchlaufzeit sowie die Fertigungskosten senken und erhebliche Reduzierungen der Änderungskosten erzielen. Gleichzeitig können die Qualität erhöht und die mit Qualitätsproblemen einhergehenden Kosten vermindert werden.
Abb. 3: Potenziale des Konzeptwettbewerbs
Weiterführende Literatur zum Thema Konzeptwettbewerb
News zum Thema Konzeptwettbewerb
Fallstudien zum Thema Konzeptwettbewerb
Tools zum Thema Konzeptwettbewerb
- F&E-Zulieferer-Check
Differenzierte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von F&E-Kooperationen durch systematische Analyse und Bewertung
Seminare zum Thema Konzeptwettbewerb
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