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Produktklinik
AusgangssituationUnternehmen unterschiedlicher Branchen sehen sich nicht selten stagnierenden oder sogar schrumpfenden Märkten und einem erhöhten Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Um die eigene Marktposition und damit den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern, werden häufig Preisnachlässe für die Kunden angestrebt. Gleichzeitig bedingen die wachsende Abnehmermacht sowie die steigende technologische Komplexität der Produkte und verkürzte Innovationszyklen eine höhere Individualisierung und Nutzenoptimierung für die Kunden. In diesem Spannungsfeld gilt es, eine nutzen- und kostenoptimale Produktgestaltung zu gewährleisten. Aus dieser Situation resultiert ein Handlungsdruck bezüglich der abzubildenden Produktleistungen und Herstellkosten. Die kontinuierliche Identifizierung und Realisierung von Kostensenkungspotenzialen im gesamten Produkt werden zu einer Notwendigkeit. KonzeptDie Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erfordert in jeder Phase des Produktlebenszyklus die Überprüfung der Marktfähigkeit der Produkte. Hierzu setzen Unternehmen weltweit ähnliche Optimierungsansätze ein. Vorteile können sich jedoch nur Unternehmen sichern, die einen schnelleren, kontinuierlichen Lernprozess implementieren und die Umsetzung von Innovationen beschleunigen. Um den notwendigen organisatorischen Lernprozess in Gang zu setzen, schafft die Produktklinik eine Keimzelle, in der verschiedene Funktionsbereiche des Unternehmens zusammengebracht werden. Neben den Produkten werden auch die Prozesse analysiert und Best-Practice-Lösungen erarbeitet. Durch eine funktionsorientierte Betrachtungsweise und die Analyse von Wettbewerbsprodukten können zum einen Potenziale zur Reduzierung der Herstellkosten und zum anderen Erkenntnisse für Innovationen und somit zur Nutzenoptimierung identifiziert werden. Das Konzept der Produktklinik basiert auf drei Säulen: Die technische Analyse des Produktes, die Analyse von Markt- und Kundenanforderungen sowie die kaufmännische Analyse. Abb. 1: Säulen der Produktklinik Durch den Methodeneinsatz im Rahmen der Produktklinik werden externes und internes Wissen systematisch zusammengeführt. Die Verbindung der systematischen Wettbewerbsanalyse mit der konsequenten Kundenorientierung führt zur Ideengenerierung und -umsetzung. Die Produktklinik greift den größten Teil der Ideen auf, die in Unternehmen und ihrem Umfeld latent vorhanden sind. Bei Bedarf können auch Know-how von Lieferanten und Erkenntnisse aus Messeaudits eingebunden werden. Die Erfahrungen aus zahlreichen Produktkliniken zeigen, dass bis zu 80% der Ideen zur Reduzierung der Herstellkosten aus der intensiven Beschäftigung mit den eigenen und den Wettbewerbsprodukten während der physischen Demontage entstehen. Abb. 2: Herkunft von Ideen zur Reduzierung der Herstellkosten VorgehensweiseDie Produktklinik gliedert sich in fünf Projektmodule. Zunächst wird in einem Projektleitfaden der Untersuchungsbereich abgegrenzt und es erfolgt eine Ist-Analyse von Produkt und Technologien. Im zweiten Modul werden Kunden- und Marktanforderungen analysiert. In Workshops mit interdisziplinären Teams werden anschließend Wettbewerbsprodukte demontiert sowie Best-Practice-Lösungen mit Zielkostenvorgaben erarbeitet. Schließlich werden die Konzepte bewertet und optimiert. Während der Projektarbeit werden regelmäßig Sofortmaßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung durch ein nachhaltiges Maßnahmencontrolling gewährleistet wird. Im Rahmen der Produktklinik kommt eine unternehmensindividuell angepasste Verknüpfung aus dem umfassenden TCW-Methoden-Toolkit zur Anwendung. Abb. 3: Vorgehensweise der Produktklinik Ergebnisse / PotenzialeMit Hilfe der Produktklinik lassen sich in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus erhebliche Reduzierungen der Herstellkosten erzielen. Gleichzeitig können Leistungssteigerungen und somit Nutzenoptimierungen erreicht sowie die Anzahl der Bauteile reduziert werden. Die bisher durchgeführten Produktkliniken erstreckten sich über die unterschiedlichsten Produkte in zahlreichen Branchen. Je nach Untersuchungsumfang (von Komponenten bis zu Endprodukten, von Einzelfertigung bis zu Großserien) variierten die realisierten Potenziale stark. Abb. 4: Potenziale der Produktklinik Link zum Film:
Weiterführende Literatur zum Thema Produktklinik
- Conjoint Analyse
Leitfaden zur kundenwertorientierten Produktentwicklung mittels Conjoint Analysen
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Tools zum Thema Produktklinik
Seminare zum Thema Produktklinik
Referenzen- Dr.-Ing. Rainer Bavendiek, STILL GmbH, Produktklinik für einen Gabelstapler
- Christoph Schmidt-Arnold, DaimlerChrysler AG, Produktklinik Dieselmotor
- Walter Hosak, Bosch Rexroth AG, Produktklinik und Produktordnungssysteme
- Georg Ketzer, Siemens Logistics and Assembly Systems, Produktklinik
- Max Oertle, ThyssenKrupp Presta AG, Produktklinik
- Jörg Kettenburg, STILL GmbH, Statement zur Produktklinik
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