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Zielkostenmanagement
AusgangssituationDie Gefahr einer Überschreitung der geplanten Zielkosten ist immens. Sie hat vielschichtige interne und externe Ursachen. Abb. 1: Defizite im Zielkostenmanagement Defizite im Zielkostenmanagement sind vor allem in einer fehlenden Systematik, in späten technischen Änderungen sowie einer zu späten Berücksichtigung der Kosten begründet. Intern beteiligte Fachbereiche greifen oftmals auf unterschiedlich aktuelle Informationen zu. Die Lieferanten hingegen besitzen entweder einen alten Informationsstand oder verfügen über einen Informationsvorsprung. Diese internen und externen Informationsasymmetrien können unbewusst oder bewusst auftreten. Durch bereichsbezogene Ziele kommt es bei Querschnittsthemen zu Konflikten, beispielsweise beim Ressourceneinsatz oder bei der Terminplanung. Lieferanten verfolgen teilweise ihr eigenes Margenziel auf Kosten des Abnehmers. Ein weiterer Aspekt ist die Intransparenz während der Produktentstehung. Fehlende Transparenz über technische Wechselwirkungen im Gesamtsystem oder die im Entwicklungsverlauf veränderten Prämissen führen zu suboptimalen Kosten der technischen Lösung des Gesamtsystems. Die Änderungsrisiken in der späten Entwicklungsphase stellen eine weitere Hürde in der Zielkostenerreichung dar. Unvorhersehbare, technisch notwendige Änderungen oder Rohstoffpreisschwankungen führen zu höheren Stückkosten. Zudem stellen Lieferanten den Aufwand zur Durchführung sowie Kompensation der Änderungen zur Verbesserung der Marge übertrieben hoch dar. KonzeptAusgangspunkt des Zielkostenmanagements bildet der Kundennutzen, der markt- und kundennah ermittelt und vom Abnehmer und Lieferanten gemeinsam realisiert wird. Das TCW-Konzept beinhaltet die Identifikation von Kostenreduzierungspotenzialen bei gleichzeitiger Steigerung des Produktwertes aus Sicht des Kunden. Über die Systematik des Zielkostenmanagements können wesentliche produktbezogene Erfolgsparameter positiv beeinflusst werden. Die Schlüsselfragen sind: - Welche Produktmerkmale bieten in welcher Ausprägung einen signifikanten Mehrwert gegenüber dem Vorgängerprodukt und den Produkten der Wettbewerber?
- Führen Veränderungen am Produkt zu einer Überzeugung des Kunden oder nimmt der Kunde die Veränderungen nicht wahr?
- Mit welchen Veränderungen am Produkt kann eine maximale Kundenbindung erreicht werden?
Abb. 2: Systematik des Zielkostenmanagements VorgehensweiseDer Zielkostenmanagement-Prozess in der TCW-Projektarbeit ist in die Erstellung eines Projektleitfadens und die Umsetzungsbegleitung der erarbeiteten Konzepte eingebunden. Nach Erstellung des Projektleitfadens werden die drei Phasen Zielkostenfindung, Zielkostenspaltung sowie Zielkostenerreichung durchlaufen. Die Projektarbeit wird in jeder Phase durch spezifische Methoden und Konzepte unterstützt. Abb. 3: Zielkostenmanagement-Prozess Zielsetzung der Phase Zielkostenfindung ist die Identifikation von kundenrelevanten und kaufentscheidenden Produktmerkmalen (z.B. Abmessungen / Größe) sowie deren mögliche Ausprägungen (z.B. Kompakt, Standard, Full-Size). Über die Kombination von Produktmerkmalen mit bestimmten Ausprägungen lassen sich Produktprofile erstellen. Aus mehreren Produktprofilen können Probanden in einem anwenderfreundlichen, mehrstufigen Verfahren die Profile in eine Präferenzreihenfolge bringen, die Aussagen über die Attraktivität einzelner Produktmerkmale und bestimmter Ausprägungen ermöglicht. Da der Preis als ein Produktmerkmal mit in die Bewertung einfließt, enthält das Ergebnis nicht nur wichtige Informationen für die Produktkonzeption, sondern auch für dessen Preisgestaltung, aus der sich nach Abzug der Zielmarge die Zielkosten ergeben. Die Zielkostenermittlung über den Einsatz der Conjoint Analyse kann über ein web-basiertes Online-Tool erfolgen. Vorteile der Online-Befragung liegen in der höheren Effizienz der Befragung sowie der besseren Aussagekraft einer größeren Stichprobe. Insgesamt reduziert der Einsatz der Conjoint Analyse die Gefahr von Over-Engineering sowie einer Produktkonzeption „am Kunden vorbei“. In der Phase Zielkostenspaltung werden die Gesamtzielkosten auf einzelne Produktkomponenten verteilt. Dabei ist von einer pauschalen Kürzung der Kosten auf Basis der Kostenstruktur des Vorgängerproduktes abzuraten. Die Kostenverteilung sollte sich vielmehr an der Nutzenverteilung aus Kundensicht orientieren. Da der Nutzen von Produktfunktionen wie beispielsweise „PKW-Klimatisierung realisieren“ sich mit der Zeit verändert, führt eine Kostenverteilung auf Basis des Vorgängerproduktes zu suboptimalen Ergebnissen – so hat der vom Kunden bewertete Teilnutzen einer Klimaanlage in den letzten zehn Jahren deutlich abgenommen. Zielsetzung der Phase Zielkostenerreichung ist die planmäßige Umsetzung der Zielkosten bis zum Start der Produktion. Inhaltlicher Schwerpunkt der Phase 4 ist die Vermeidung von Kostenerhöhungen aufgrund technischer Änderungen in der späten Entwicklungsphase. Empirische Untersuchungen zeigen, dass eine präventive, methodengestützte Strategie dazu beiträgt, das Risiko von Zielkostenüberschreitungen deutlich zu reduzieren. Ergebnisse / PotenzialeEine Vielzahl an Projekten wird mit einer Überschreitung der ursprünglich gesetzten Zielkosten konfrontiert. Das TCW hat im Durchschnitt der durchgeführten Projekte eine Ist-Erwartung ermittelt, die 16% über dem ursprünglichen Sollwert lag. Abb. 4: Potenziale aus der Optimierung des Zielkostenmanagements Die konsequent auf Erreichung der Targets ausgerichteten Projektabläufe ermöglichten eine Reduzierung um 30%, so dass ein neu gesetztes Target 19% unter dem ersten Sollwert lag. Die zu Grunde liegenden Fallbeispiele stellen eine Mischung aus früher, mittlerer und später Entwicklungsphase dar. Weiterführende Literatur zum Thema ZielkostenmanagementNews zum Thema Zielkostenmanagement
Fallstudien zum Thema Zielkostenmanagement
Tools zum Thema Zielkostenmanagement
- Innovationsaudit mit Innovation-Check
Verbesserungspotenziale im Innovationsmanagement identifizieren und eine leistungsfähige Innovationskultur im Unternehmen verankern - Internetbasierte Conjoint Analyse
Messung der Bewertung des Kundennutzens bestimmter Produktmerkmale zur optimalen Gestaltung von Produkten - Planspiele
Das TCW bietet Ihnen Planspiele zu verschiedenen Fachthemen an, die sich für den Einsatz in direkten wie indirekten Unternehmensbereichen eignen. Maßgeschneiderte Planspiele existieren für die Verwendung in der Industrie sowie für Dienstleister in unterschiedlichen Branchen. - TCW-Potenzialmanager
Umsetzung identifizierter Verbesserungspotenziale in allen Unternehmensbereichen effizient kontrollieren
Seminare zum Thema Zielkostenmanagement
Referenzen- Dr.-Ing. Rainer Bavendiek, STILL GmbH, Produktklinik für einen Gabelstapler
- Christoph Schmidt-Arnold, DaimlerChrysler AG, Produktklinik Dieselmotor
- Walter Hosak, Bosch Rexroth AG, Produktklinik und Produktordnungssysteme
- Georg Ketzer, Siemens Logistics and Assembly Systems, Produktklinik
- Max Oertle, ThyssenKrupp Presta AG, Produktklinik
- Jörg Kettenburg, STILL GmbH, Produktklinik
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Produktklinik Leitfaden zur Steigerung der Lerngeschwindigkeit und Produktkostensenkung  Leitfaden Produktklinik |
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Produktklinik Wertgestaltung von Produkten und Prozessen - Methoden und Fallbeispiele  Buch Produktklinik |
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Conjoint Analyse Leitfaden zur kundenwertorientierten Produktentwicklung mittels Conjoint Analysen  Leitfaden Conjoint Analyse |
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