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Zielvereinbarung und 6+1-Workshops
Ausgangssituation
Die sich rasant wandelnden Markt- und Wettbewerbsbedingungen erfordern eine Veränderung der Führungs- und Organisationsstruktur. Vorherrschende funktionale, zentralistische Organisationen sind durch das Auseinanderfallen von Kompetenz und Verantwortung, durch fehlende Prozessverantwortung, durch erhöhten Koordinationsbedarf, durch geringe Motivation sowie durch eine mangelnde Ausrichtung der Mitarbeiteraktivitäten an den Unternehmenszielen gekennzeichnet. Liegen in der Praxis Zielsysteme vor, so werden häufig die Formal- und Sachziele nicht ausreichend operationalisiert und nur bedingt stufenweise auf die einzelnen Ebenen sowie Organisationseinheiten heruntergebrochen.
Konzept
Das Management durch Zielvereinbarung umfasst die zielorientierte Unternehmensführung durch Festlegung von operationalisierten Zielen auf jeder Hierarchiestufe. Es handelt sich um „Commitments“ seitens der Mitarbeiter und Führungskräfte. Budgetierung und Kontrollen fungieren als Hilfsmittel zum Controlling der Zielerreichung. Die Vorteile von Zielvereinbarungssystemen liegen in der Übernahme der Ergebnisverantwortung durch den Einzelnen, in der Harmonisierung von Individualzielen mit betrieblichen Zielen sowie in dem relativen Freiheitsgrad hinsichtlich der individuellen und/oder gruppenbezogenen Arbeitsplanung.
Abb. 1: Konzept „Führung durch Zielvereinbarung“
Das TCW entwickelt maßgeschneiderte Zielvereinbarungssysteme, die durch folgende Aspekte charakterisiert werden können:
- Entlastung des Top-Managements durch verstärkte Delegation,
- Schaffung verbesserter Möglichkeiten zur Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter,
- Fixierung der Kernaufgaben hinsichtlich des Aufgabenspielraums und -inhalts,
- Klare Festlegung des Ermessensspielraums seitens der Mitarbeiter,
- Erarbeitung detaillierter und genauer Stellenbeschreibungen,
- Schaffung einer transparenten Organisationsstruktur mit abgegrenzten und relativ autonomen Aufgaben für die Mitarbeiter,
- Institutionalisierung eines angemessenen Führungsstils seitens der Vorgesetzten,
- Erzielung höherer Leistungssteigerungen und
- Verbesserung der Mitarbeitermotivation.
Flächendeckende Zielvereinbarungen lassen sich im Unternehmen durch 6+1-Workshops zügig in der Organisation institutionalisieren. Die Grundidee dieser Workshops ist es, themenbezogene Zielsetzungen leicht verständlich, schnell und aktivierend über einen vertikalen Zielvereinbarungsprozess in das Unternehmen hineinzutragen. Die Workshop-Gruppen bestehen aus maximal sechs Personen. Durch sie wird das Unternehmen von der Spitze bis zur Basis in einem Prozess aktiviert. Jeder Teilnehmer eines 6+1-Workshops wirkt dabei als Moderator der nächsten Stufe. Auf Basis vorhandener Ideen und Strategien werden zunächst Zielsetzungen erarbeitet. Durch Einzelgespräche können von Beginn an alle relevanten Personengruppen mit einbezogen werden. Die Ergebnisse der Vorbereitungsworkshops werden nachfolgend in handlungsorientierte Arbeitsunterlagen für die 6+1-Workshops übertragen, in einer Pilotgruppe getestet und verbessert. In der Regel genügt ein halbtägiger Workshop. Auf diese Weise können in zwei Tagen rund 700 Mitarbeiter, in drei Tagen mehr als 15.000 Mitarbeiter erreicht werden. Die Workshop-Ergebnisse werden ausgewertet und nachbearbeitet, so dass eine umfassende Zielausrichtung sowie -erreichung gewährleistet werden kann.
Vorgehensweise
Für die Gestaltung von Zielvereinbarungsprozessen wird eine vierstufige Vorgehensweise gewählt. Gegenstand der ersten Phase ist eine detaillierte Projektvorbereitung. Im Mittelpunkt stehen die Ermittlung der Projektziele und Rahmenbedingungen, die Charakterisierung der vorhandenen Zielsysteme, die Definition der einzubeziehenden Bereiche sowie die Durchführung einer Auftakt- und Informationsveranstaltung.
Die in der zweiten Phase folgende Analyse beinhaltet die Ermittlung der Markt-, Kunden- und Mitarbeiteranforderungen sowie die Analyse von Schwachstellen im Ziel-, Führungs- und Controllingsystem. Betrachtet werden beispielsweise die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation, die Kostenstruktur, die vorhandene Aufbauorganisation, die Unternehmens- und Bereichsziele sowie die Abläufe auf Führungsebene.
Im Mittelpunkt der dritten Phase steht die Konzepterarbeitung für die Zielvereinbarung. Nach Festlegung der Unternehmensziele erfolgt die Entwicklung des Zielsystems, des Zielkatalogs für die vertikalen und horizontalen Zielvereinbarungen sowie die Definition von Messgrößen. Im nächsten Schritt werden die Instrumente zur Zielvereinbarung definiert, so z.B. Zielvereinbarungsgespräche, 6+1-Workshops, Visualisierung und die Spielregeln des Managements by Objectives festgelegt.
In der vierten Phase erfolgen die Konzeptrealisierung in Workshops und Zielvereinbarungsgesprächen sowie die Institutionalisierung durch den Einsatz von Controllinginstrumenten. Zur Verankerung der Zielvereinbarung im Rollenverständnis von Mitarbeitern und Führungskräften dienen umfassende Schulungen.
Abb. 2: Vorgehensweise zur Gestaltung von Zielvereinbarungsprozessen
Ergebnisse / Potenziale
Das Konzept der Zielvereinbarung entspricht den Bedürfnissen der Arbeitnehmer nach mehr Mitbestimmung und Gestaltungsspielraum. Es bezieht persönliche Ziele, Wünsche und Vorstellungen der Mitarbeiter mit ein. Individuelle Ziele werden mit den Zielen des Unternehmens verknüpft. Dadurch entsteht ein stärkeres Commitment der Mitarbeiter mit den Unternehmen, welches die eigenverantwortliche Zielerfüllung, die Identifikation mit den Zielen, Leistungsbereitschaft und den Teamgeist fördert. Die folgende Abbildung illustriert mögliche Potenziale aus bisherigen Projekten.
Abb. 3: Potenziale des Konzepts der Zielvereinbarung
Weiterführende Literatur zum Thema Zielvereinbarung und 6+1-Workshops
News zum Thema Zielvereinbarung und 6+1-Workshops
Fallstudien zum Thema Zielvereinbarung und 6+1-Workshops
Tools zum Thema Zielvereinbarung und 6+1-Workshops
- Job-Börse
Elektronische Stellenbörsen stellen einen innovativen Weg dar, exzellente Mitarbeiter und Führungskräfte im virtuellen Arbeitsmarkt ausfindig zu machen. Das TCW bietet Ihnen ein Karriere-Forum für Wirtschaft und Technik, um neue Mitarbeiter effizient und weltweit zu finden.
- Planspiele
Das TCW bietet Ihnen Planspiele zu verschiedenen Fachthemen an, die sich für den Einsatz in direkten wie indirekten Unternehmensbereichen eignen. Maßgeschneiderte Planspiele existieren für die Verwendung in der Industrie sowie für Dienstleister in unterschiedlichen Branchen.
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Literatur
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Entgelt Neue ziel- und qualifikationsorientierte Entgeltsysteme  TCW Report Entgelt |
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