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Anlaufmanagement

Ausgangssituation

Das Erreichen von technologischen sowie technischen Führungspositionen ist in High-Tech-Branchen zu einem Schlüsselfaktor für das Management geworden. Dabei spielt die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens, die sich in einem leistungsfähigen, schnellen Produktentstehungsprozess widerspiegelt, eine entscheidende Rolle für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Dem Produktionsanlauf als Übergangsbereich zwischen einer immer kürzeren Produktentwicklung und einer Serienproduktion mit sicheren Prozessen sowie reproduzierbaren Ergebnissen kommt dadurch eine wachsende Bedeutung zu, die in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen werden konnte.

Doch gerade im Management des Übergangs vom Entwicklungsprozess zur Produktion haben zahlreiche Unternehmen erhebliche Probleme. So zeigen neueste Studien am Beispiel der Automobilzulieferindustrie auf, dass 50% der betrachteten Serienanläufe bei über 100 unterschiedlichen Unternehmen ihre technischen Ziele nicht erreichen.

Das Konzept

Die Problematik des Serienanlaufes liegt in der Vielzahl für den Erfolg determinierenden Prozesse und Einflussparameter. Der Serienanlauf befindet sich auf dem kritischen Pfad des Produktentstehungsprozesses und stellt den entscheidenden Synchronisationspunkt zwischen Entwicklungs-, Materialbeschaffungs- und Produktionsprozess dar. Die Herausforderung im Serienanlauf besteht in der unternehmensspezifischen Auswahl und Gestaltung geeigneter Strategien und dem darauf aufbauenden Methodeneinsatz in den genannten Hauptprozessen des Serienanlaufes.

Das Konzept des integrierten Anlaufmanagement umfasst die wesentlichen Management-Aufgaben

  • Anlaufplanung
  • Anlaufsteuerung
  • Anlaufkontrolle
  • Informations- & Wissensmanagement und die
  • Organisation des Anlaufes.

Die Umsetzung der Anlaufplanung basiert auf einer dezidierten Analyse der Ausgangssituation. Hierbei bilden Anlaufstrategie und Anlaufziele die Rahmenparameter für die Steuerung des Anlaufes. Die Erfüllung der geplanten Anlaufzielen erfordert einen unternehmensspezifischen Methodeneinsatze in den Modulen Innovationsprozess, Beschaffungsprozess und Produktionsprozess.

Leitlinien und Bausteine des Anlaufmanagements

Abb. 1: Leitlinien und Bausteine des Anlaufmanagements

Der Erfolg der Maßnahmen aus den Modulen wird durch ein geeignetes Kontrollsystem überwacht und es wird bei Abweichungen gegengesteuert. Die Kontrolle basiert auf einem abgestimmten Informationssystem, das in der Lage ist steuerungsrelevante Informationen über z.B. Reifegrade oder Teilestatus allen am Anlauf beteiligten Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.

Außerdem sollen Erfahrungen aus vorherigen Anläufen mit einbezogen werden können. Dies kann auf der einen Seite durch ein Wissensmanagementsystem erfolgen, das an die Daten des Informationssystems anknüpft. Auf der anderen Seite hat sich die organisatorische Gestaltung von Anlaufprojekten als entscheidender Erfolgsfaktor erwiesen. Erfolgreiche Unternehmen setzen hier auf erfahrene Anlaufteams und eine ausgeklügelte Projektorganisation, die interdisziplinär besetzt ist und interne Funktionen sowie externe Lieferanten zeitgerecht in die Anlaufprozesse mit einbezieht. Auf diese Weise kann eine effektive und effiziente Planung, Steuerung und Kontrolle des Serienanlaufes gewährleistet werden.

Die Vorgehensweise

Die Optimierung des Serienanlaufes stellt hohe Anforderungen an die Systematik der Vorgehensweise sowie an die Projektorganisation. Im Gegensatz zur Einführung von spezifischen Methoden oder Konzepten muss hierbei eine fundierte Analyse der Anlaufsituation und der Anlaufstrategie erfolgen, um einen optimalen Methoden-Mix zu finden sowie die bestehenden Integrationsanforderungen zu erfüllen.

Entsprechend beginnt der Implementierungsprozess mit der Analyse der Ist-Situation. Dabei werden nicht nur Stärken und Schwächen identifiziert, sondern vor allem auch Best-Practice-Lösungen auf ihre Anwendbarkeit überprüft, um Entwicklungsmöglichkeiten und Ansatzpunkte für das eigene Unternehmen zu identifizieren. Diese Phase schließt mit der Definition eines detaillierten Anforderungsprofils für die Gestaltung des Serienanlaufes.

Vorgehensweise zur Optimierung des Anlaufmanagements

Abb. 2: Vorgehensweise zur Optimierung des Anlaufmanagements

Auf Basis der Anforderungen, identifizierter Störpotenziale und der Entwicklungsmöglichkeiten kann nun ein unternehmensspezifisches Konzept erarbeitet werden. Dies betrifft die Konzeption der notwendigen Methoden und Konzepte, aber auch den Aufbau einer geeigneten Projektorganisation und Vorgehensweise. Die Implementierung kann sowohl für ein Pilotprojekt erfolgen als auch in einer breit angelegten schrittweisen Einführung eines mit Methoden hinterlegten Prozessmodells. Innerhalb von großen Produktionsnetzwerken kann ein Roll-out des Modells aus der Lead Factory an die Netzwerkpartner erfolgen. Mit dem Roll-out der einzelnen Konzeptbausteine endet das Einführungsprogramm.

Ergebnisse / Potenziale

Die aufgezeigte Vorgehensweise hat sich bisher in einer Vielzahl von Projekten bei Unternehmen der Serienproduktion bewährt. Die durchgeführten Projekte haben gezeigt, dass durch einen gezielten Methodeneinsatz erhebliche Potenziale zur Steigerung der Produktivität sowie zur Reduzierung der Anlaufdauer und Qualitätskosten im Anlauf realisieren lassen.

Potenziale einer Optimierung des Anlaufmanagements

Abb. 3: Potenziale einer Optimierung des Anlaufmanagements

Weiterführende Literatur zum Thema Anlaufmanagement

News zum Thema Anlaufmanagement

Fallstudien zum Thema Anlaufmanagement

Tools zum Thema Anlaufmanagement

  • F&E-Zulieferer-Check
    Differenzierte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von F&E-Kooperationen durch systematische Analyse und Bewertung
  • Innovationsaudit mit Innovation Check
    Verbesserungspotenziale im Innovationsmanagement identifizieren und eine leistungsfähige Innovationskultur im Unternehmen verankern.
  • ProVSM ("Value Stream Mapping")
    Unterstützung bei der ganzheitlichen Optimierung der Wertkette durch Analyse und Visualisierung des Wertstroms.
  • Risiko-Check
    Selbsteinschätzung der operativen und strategischen Risikoposition des Unternehmens anhand quantitativer und qualitativer Faktoren.
  • SCM-Check
    Qualitative Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Supply Chains und Aufzeigen von Handlungsempfehlungen.
  • TCW-Potenzialmanager
    Umsetzung identifizierter Verbesserungspotenziale in allen Unternehmensbereichen effizient kontrollieren.

 
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Literatur

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