Produktbeschreibung: Qualifizierungskonzepte für den Einkauf
Ausgangssituation
Der Einkauf muss als Koordinator der Lieferantenbasis und als Prozessgestalter zusätzlich neuartige Aufgaben übernehmen, deren Bedeutung im Verhältnis zu den klassischen Einkaufsaufgaben in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat.
Die Einkaufsaufgabe umfasst nicht mehr nur die klassische Bestellabwicklung und Preisverhandlungen mit Lieferanten, sondern gleichzeitig die organisatorische und methodische Gestaltung der Einkaufsfunktion sowie die Einbindung in den Entwicklungsprozess. Eine zu starke Fokussierung auf die Realisierung von Verhandlungserfolgen lässt deswegen wesentliche Hebel des Einkaufs außer Acht. Zu den klassischen Einkaufsaufgaben kommen zusätzliche Gestaltungsaufgaben hinzu wie die Einflussnahme auf die Leistungsstruktur und Produktauslegung in der Definitions- und Konzeptphase sowie die Beeinflussung der Lieferantenleistung durch Methoden des Lieferantenmanagements. Durch den Trend zum Global Sourcing erweitert sich der Aktionsradius des Einkaufs weiter um die Bewertung der Total Cost of Ownership TCO und von leistungswirtschaftlichen Risiken.
Wem es gelingt die Potenziale aus der Bedienung all dieser Einkaufshebel kontinuierlich und nachhaltig auszuschöpfen, gewinnt gegenüber der Konkurrenz einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
Abb. 1: Die steigende Bedeutung der Beschaffungsfunktion erfordert die Professionalisierung der Einkaufsmitarbeiter
Doch genau an diesem Punkt scheitert eine Vielzahl von Unternehmen, denn zwischen den zukünftigen Anforderungen und den vorhandenen Qualifikationen der Mitarbeiter im Einkauf klafft mitunter eine weite Lücke. Im gleichen Maße wie sich die Einkaufsfunktion von den Aufgaben einer rein administrativen Beschaffungsabteilung zu einer strategisch zentralen Unternehmensfunktion fortentwickelt hat, so haben sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter weiterentwickelt. Denn nunmehr agieren sie in zunehmend komplexeren und internationalen Wertschöpfungsnetzwerken und Beschaffungsmärkten. Die Ergebnisse von Studien zum Thema sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2005 wurde in weniger als 40% der befragten Unternehmen der Einkauf als strategische Kernfunktion gesehen. Bis zum Jahr 2010 wird hier einen Anstieg auf knapp 60% erwartet, der sich auch in der Anzahl von Einkaufsmitarbeitern mit einem entsprechenden Hochschulabschluss niederschlagen wird. Handlungsbedarf erkennen die befragten Unternehmen verstärkt in den Feldern Fach- und Projektmanagementkompetenz sowie im gesamten Umfeld des gezielten Methodeneinsatzes im Einkauf.
Konzept
Das TCW-Qualifizierungskonzept für Einkaufsmitarbeiter
An diesen Punkten setzen die modular aufgebauten TCW-Konzepte zur Qualifizierung von Führungskräften und Mitarbeitern des Einkaufs an. Sie orientieren sich an den zukünftigen Anforderungsprofilen und kombinieren je nach Bedarf interne sowie externe Trainingsressourcen.
Die Konzepte stehen in der Tradition der bewährten TCW-Qualifikationsprogramme und entsprechen modernsten Anforderungen. Sie unterstützen die Unternehmen bei der Entwicklung von strategischen und an zukünftigen Bedürfnissen ausgerichteten Personal- und Führungskräfteentwicklungkonzepten. Für jedes Unternehmen erfolgt die Entwicklung firmenspezifischer Trainingsunterlagen, die interne Praxisbeispiele, brancheninterne sowie branchenübergreifende Fallstudien und theoretische Grundlagen integrieren. Bei Anfrage werden Leittexte und Fallstudien aus firmeneigenen Unterlagen methodisch-didaktisch fundiert erstellt. Die zeitliche Einplanung der Trainings wird zusammen mit den Ansprechpartnern vor Ort den verfügbaren Ressourcen angepasst. Praxiserfahrene Trainer des TCW werden mit der Durchführung der Qualifikationsprogramme je nach Themenschwerpunkt der Module beauftragt. Die eingesetzten Schulungsbausteine werden zielgruppenspezifisch zusammengestellt und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.
Abb. 2: TCW-Qualifizierungskonzept für Einkaufsmitarbeiter
Unsere Kunden haben dann den größten Nutzen, wenn folgende drei Merkmale im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahmen kombiniert werden:
- Integration von kundenspezifischen Aspekten wie beispielsweise Success-Stories, Fallstudien oder Einkaufsrichtlinien,
- Erfahrungen und TCW-Expertise aus über 20 Jahren Beratung im Einkaufsmanagement,
- unternehmensspezifischer Einsatz von robusten Best-Practice-Methoden und Tools zur Steigerung der Einkaufsleistung.
Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass alle Schulungsmaßnahmen an den strategischen Zielen, der Business Mission des Einkaufs ausgerichtet sein müssen, dass alle wesentlichen Kernprozesse der jeweiligen Einkaufsorganisation abgedeckt sein sollten und diese mit robusten Konzepten, Methoden und Tools unterstützt werden müssen.
Abb. 3: Einordnung des Schulungskonzepts
Die Einkaufsziele und die Abbildung der Kerneinkaufsprozesse wie beispielsweise der Vergabeprozess oder der Lieferantenbewertungsprozess bilden die Rahmenbedingungen für die Ausarbeitung der Inhalte der einzelnen Trainings. Ferner hat sich eine differenzierte Ausarbeitung von Schulungsbausteinen für Führungskräfte und Facheinkäufer analog der Trennung von strategischem und operativem Einkauf bewährt. Neben gemeinsamen Schulungsblöcken beispielsweise zu den Themen strategische Ziele und Richtlinien des jeweiligen Einkaufs werden Schulungsblöcke gezielt mit anderer Schwerpunktsetzung ausgestaltet. Eine Erläuterung zu den in der Graphik dargestellten Inhalten finden Sie unter folgendem Link: Struktur Einkaufskonzept
Abb. 4: Struktur des Qualifikationsprogramms Einkauf
Diese Differenzierung spiegelt sich vor allem in der Anzahl und Auswahl der geschulten Methoden wider. Hier orientieren wir uns stark an den folgenden neun Gestaltungsfeldern des Einkaufs und können zu jedem Gestaltungsfeld spezifische Methoden, Tools, Fallstudien und Planspiele in unsere Trainings mit aufnehmen:
- Einkaufsorganisation,
- Global Sourcing,
- Advanced Purchasing,
- Lieferantenmanagement,
- Beschaffungslogistik,
- Qualifizierung,
- Einkaufscontrolling,
- E-Sourcing und
- Leistungstiefengestaltung.
Abb. 5: Gestaltungsfelder im Einkauf
Vorgehensweise
Die Vorgehensweise folgt dem in folgender Skizze dargestellten Projektmuster aus fundierter Analyse und Anforderungsbestimmung sowie der Konzeption, Durchführung der Trainings und einer Evaluierung des Lernerfolgs.
Abb. 6: Vorgehensweise des Qualifikationsprogramms Einkauf
Das erste Modul beinhaltet eine Sichtung der Vorarbeiten und gezielte Interviews mit verantwortlichen Führungskräften aus der jeweiligen Einkaufsorganisation. Hierdurch wird die Grundlage für eine systematische Bedarfsanalyse und damit auch für anforderungsorientierte Konzeption eines Qualifizierungsprogramms gelegt.
Die Sichtung der Vorarbeiten und Stellenanforderungen kann zu einem detaillierten Personal- und Führungskräfteaudit vertieft werden. Erfahrene Trainer führen Bildungsbedarfsanalysen, Personal- und Führungskräfteaudits sowie 360°-Feedbacks durch und ermitteln so die Qualifizierungsbedarfe für Mitarbeiter und Führungskräfte.
Im nächsten Schritt erfolgt danach die Ausarbeitung der spezifischen Inhalte des Qualifikationsprogramms für die Führungskräfte und Facheinkäufer. Aus den erarbeiteten Grundlagen wird ein ganzheitliches Qualifizierungskonzept für den Einkauf entwickelt. Das Konzept basiert auf der Zielgruppendefinition, den identifizierten Qualifizierungsbedarfen sowie der bewerteten Einkaufsperformance. Alle TCW-Schulungskonzepte sind methodisch offen für die Einbindung spezifischer Inhalte gestaltet. Ein Beispiel hierfür sind Führungsleitbilder oder konkrete Fallstudien des beauftragenden Unternehmens.
Abb. 7: Beispiel für ein zweigeteiltes Trainingskonzept
Folgende Blöcke haben sich in anderen Qualifizierungsprogrammen bereits bewährt:
1. Gemeinsamer Schulungsblock für strategische und operative Einkäufer:
- Compliance- und Führungsrichtlinien des Unternehmens,
- Kennzahlen und strategische Zielvorgaben des Unternehmens sowie beispielsweise
- die sich daraus ableitenden strategischen Ziele für den jeweiligen Einkauf.
Durch diese Maßnahmen kann ein Höchstmaß an Identifikation, Motivation und Aufmerksamkeit der Teilnehmer erreicht werden, welche einen Erfolgsgaranten für die gesamte Schulung darstellen.
2. Strategic Sourcing und Negotiation Management:
Im Rahmen des Strategic Sourcing sind die Inhalte …
- Bedarfs- und Beschaffungsmarktanalyse,
- Hebel des strategischen Einkaufs sowie dessen Gestaltungsfelder,
- die Methoden TCO, Wertanalyse, Einkaufspreis- bzw. Angebotsanalyse,
- Methoden zur Ableitung von Sourcing Strategien und deren Implementierung,
- Methoden zur Strukturierung und Problemlösungstechniken,
- Einkaufserfolgsrechnung (KPIs),
- das Thema Risikomanagement im Einkauf sowie
- Finance für den Einkäufer relevant.
Unter dem Punkt Negotiation Management subsumieren wir die Themen …
- Verhandlungsvorbereitung mit Checklisten,
- Verhandlungsstrategie und Verhandlungstaktik,
- Gesprächsvorbereitung und Gesprächsführung,
- Einwandbehandlung und Konfliktmanagement sowie
- interkulturelle Verhandlungsführung.
3. Rechtliche Grundlage für den Einkauf:
- Vertragsrecht (Contracting),
- Complaint Management und
- Umwelt-, Gesundheitsschutz & Arbeitssicherheit.
4. Lieferantenmanagement:
Als Supplier Management verstehen wir ein ganzheitliches und geschlossenes Konzept. Der am TCW vertretene Ansatz beinhaltet die Elemente
- Gestaltung der Lieferantenbasis,
- Lieferantenbewertung,
- Lieferantenentwicklung,
- Lieferantenintegration und
- Lieferantenauditierung.
Zu all diesen Modulen liegen am TCW eine Vielzahl von Methoden und Fallstudien. Hier hat sich für die strategischen Einkäufer der Schwerpunkt Lieferantenentwicklung, -integration und -auditierung bewährt, wohingegen der Schwerpunkt bei den operativen Einkäufern bei den Kriterien und der Erhebung der Daten für die Lieferantenbewertung liegen könnte.
5. Cost Management:
Das Thema Cost Management beinhaltet folgende mögliche Schulungsbausteine:
- Messung von Einkaufserfolgen,
- INCOTERMS,
- Zahlungskonditionen und
- Werkzeuge zum Kostenmanagement (u.a. ABC- und XYZ-Analyse).
6. Methodeneinsatz und Tools
Die folgende Liste enthält einen Auszug der Tools zu denen Schulungsunterlagen, Fallstudien und Planspiele am TCW vorliegen:
- E-Procurement,
- Auktionen,
- Ausschreibung und Verhandlung,
- Einkaufserfolgsrechnung,
- Portfoliomethoden,
- LPP,
- TCO und
- Einkaufspreisanalyse.
7. Projektmanagement
Einkauf bedeutet in zunehmendem Maße Projekte zu managen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieser Tatsache mit einem separaten Schulungsmodul am effektivsten Rechnung getragen werden kann. Es könnte folgende Inhalte umfassen:
- Grundlagen des Projektmanagements und Projekt Kick-Off,
- Projektplanung, -organisation und -steuerung,
- Projektabschluss sowie
- die Vorgehensweise und Besonderheiten bei internationalen Projekten.
Ferner sind die Punkte
- Leadership
- Team Working
- Teambildung und -entwicklung
- Networking
- Change Management und
- Zeitmanagement sinnvoll.
Nach der Durchführung der Schulungen haben sich die Durchführung von Evaluierung der Trainings sowie eine Bewertung des Lernerfolgs mit Hilfe von Evaluierungsbögen und Tests bewährt.
Ergebnisse / Potenziale
Die beschriebene Vorgehensweise hat sich bereits in einer Vielzahl von Projekten in den Branchen
- Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie,
- Fahrzeugtechnik,
- Elektronikindustrie,
- Chemie- und Pharmaindustrie sowie im
- Maschinen- und Anlagenbau bewährt.
Für ein detailliertes Fallbeispiel eines Nutzfahrzeugherstellers folgen Sie bitte folgendem Link: Qualifikationsoffensive im Einkauf.
Weiterführende Literatur zum Thema Produktbeschreibung: Qualifizierungskonzepte für den Einkauf
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