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Bedarfsanalyse für die Digitalisierung anhand von Produktivitätskennzahlen

[22.08.2017]

Foto: Mimi Potter - fotolia.com
Die Digitalisierung stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Produktivitätssteigerungen von 15 bis 20 Prozent sind im Maschinenbau realisierbar, allerdings müssen die aktuellen Schwachstellen im Produktionsprozess aufgezeigt und eliminiert werden. Die Unternehmen haben aufgrund unsicherer Zukunftsprognosen Schwierigkeiten, den Handlungsbedarf zu quantifizieren und eine Auswahl unter den zur Verfügung stehenden Technologien zu treffen. Aus diesem Grund entwickelte das TCW eine Bedarfsanalyse, die anhand von Produktivitätskennzahlen relevante Handlungsfelder aufzeigt und die Unternehmen befähigt, durch konkrete Maßnahmenvorschläge Produktivitätspotentiale abzuschöpfen.

Hoher Ressourceneinsatz und stagnierende Leistungserbringung

Trotz einer inzwischen hohen Automatisierung und Flexibilisierung der Fertigung kommt es aufgrund von ineffizienten Prozessen zur Verschwendung von Produktionsressourcen. Alleine durch die gängigen Methoden, wie Lean Management, Six Sigma oder Kaizen, wird es in Zukunft schwieriger werden, neue Produktivitätszuwächse zu realisieren. Die Digitalisierung und damit die verstärkte Nutzung vernetzter Daten, Mensch-Maschine-Kollaborationen sowie die Verschmelzung von digitaler und realer Welt haben das Potential die Wertschöpfung zu revolutionieren. Die Produktionsfaktoren lassen sich dadurch effizienter einsetzen. Gleichzeitig bieten neue Technologien und Fertigungsverfahren die Möglichkeit die Wertschöpfung zu steigern. Die Digitalisierung wird somit zum Enabler von Produktivitätssteigerungen und zum Garant für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Dennoch ist der Weg zum Ziel für jedes Unternehmen unterschiedlich. Die von TCW erstellte Methodik erlaubt eine unternehmensindividuelle Bedarfsanalyse und ermöglicht das Aufzeigen spezifischer Gestaltungsempfehlungen.


Kennzahlen aufnehmen und vergleichbar machen

Die vom TCW entwickelte Bedarfsanalyse für die Digitalisierung berücksichtigt sowohl den technologischen Reifegrad eines Unternehmens als auch aktuelle Produktivitätswerte. In einer aktuellen Fallstudie wurden die vorliegenden Bilanzen und Kostenrechnungen analysiert um daraus die Produktivitätskennzahlen zu berechnen. Die Quantifizierung von Produktivität gestaltet sich in der Praxis als schwierig, weshalb Stellvertretergrößen verwendet werden. Die TCW-Methodik kalkuliert mit allen relevanten Produktionsfaktoren und schafft Transparenz sowie Vollständigkeit. Parallel wurde ein Audit in der Fertigung durchgeführt und anhand einer Checkliste der technologische Reifegrad und der Umsetzungsstand der Digitalisierung ermittelt. Beide Tätigkeiten ergeben in Kombination ein sehr umfassendes Bild über die Problemfelder der untersuchten Fertigung. Zudem entwickelte das TCW eine Bewertungsmethodik, die es ermöglicht, auf Basis von Opportunitätskosten, konkrete Handlungsempfehlungen zur Abschöpfung der ungenutzten Produktivitätspotentiale zu nennen.

Gestaltung einer opportunitätskostenorientierten Bewertungsmethodik

Die zugrundeliegende Methodik bewertet die Wirkung einer Handlungsempfehlung hinsichtlich der nicht beeinflussten Produktionsfaktoren und -prozesse. Nicht abschöpfbare Produktivitätspotentiale werden als Kostenfaktor erfasst. Auf diese Weise wird bei der Entscheidung für den Einsatz digitaler Technologien die Fertigung als Gesamtsystem betrachtet und ein globales Optimum angestrebt. Die Höhe der Opportunitätskosten ist abhängig von

  • der Lücke des digitalen Technologiereifegrads,
  • der Produktivitätslücke sowie
  • dem Wirkzusammenhang zwischen den Technologien und den Produktionsfaktoren.

Durch Gewichtung der normierten Kostenfaktoren ist eine unternehmensindividuelle Konfiguration des Bewertungsmodells in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Wertschöpfungsstrategie möglich. Als Referenzwert für die Berechnung der Lücken wurden in der durchgeführten Fallstudie interne Zielvorgaben verwendet. Prozess-Benchmarks eignen sich, um die Zielgrößen anhand von Best-Practice-Beispielen festzulegen.

Ziel der Bedarfsanalyse ist die Identifikation von Handlungsfeldern

In Bezug auf die berücksichtigten Produktionsprozesse und Produktivitätsfaktoren wurden die Bereiche mit dem höchsten Handlungsbedarf offengelegt. Diese ließen sich mit einem Maßnahmenkatalog abgleichen, um relevante Technologien zu identifizieren und den Investitionsrahmen einzugrenzen. Das verborgene wirtschaftliche Potential wurde anhand von Erfahrungswerten prognostiziert und anhand von Bilanzkennzahlen quantifiziert. Die TCW-Bedarfsanalyse für Produktivitätssteigerungen bietet umfassenden Mehrwert für die Unternehmen. Die Vorteile liegen in einer schnellen kennzahlenbasierten Erfassung der Ist-Situation, der Bewertung realisierbarer Potentiale und der Eingrenzung des Handlungsrahmens durch Nennung konkreter Maßnahmenvorschläge. Durch die zielgerichtete Investition im Hinblick auf vorherrschende Problemfelder konnte der prognostizierte Return of Investment gegenüber einer geplanten Vergleichsinvestition um 12% gesteigert werden.


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