Das VCP - Value-Creation-Program
[28.03.2001]
Vorgehensweise für eine Schaffung von Unternehmenswerten:
Der permanente Wandel der Anforderungen an die Unternehmen erfordert
für eine Sicherung des langfristigen Erfolgs eine ständige Anpassung
der Unternehmensprozesse, -organisation und -leistungen. Zur
Bewältigung der neuen Herausforderungen ist eine Positionsbestimmung
des Unternehmens in bezug auf Prozesse, Organisation, Produkte und
Dienstleistungen notwendig. Wurde die Unternehmensposition im Vergleich
zu den Wettbewerbern ermittelt, ist eine Identifizierung des
Unternehmenspotentials und eine Ableitung von Handlungsoptionen zur
Potentialerschließung erforderlich. Das zunehmend aggressive und sich
schnell verändernde Unternehmensumfeld zwingt zu immer kürzeren
Anpassungszyklen der Unternehmen, so dass sich der Zeitrahmen zur
Anpassung des Unternehmens wesentlich verkürzt hat.
Als Antwort auf diese Entwicklung der Wettbewerbssituation
und des sich verschärften Zeitdrucks wurde das
VCP-Value-Creation-Program entwickelt. Das VCP ist eine Methodik zur
strukturierten Reduzierung von Kosten, Durchlaufzeiten und
Verlustquellen und dient einer fundierten Verbesserung der
Geschäftsprozesse und nachhaltigen Erhöhung von Qualität, Umsatz,
Gewinn und Unternehmenswert. Das VCP-Value-Creation-Program ermöglicht eine Abarbeitung der notwendigen Themen in nur 3 Monaten. Innerhalb von 5 Tagen wird dementsprechend eine Analyse des Untersuchungsbereichs vorgenommen. In weiteren 5 Tagen werden die gewonnenen Daten ausgewertet, das Unternehmenspotential bestimmt und die möglichen Handlungsoptionen
zur Potentialerschließung abgeleitet. Die Ergebnisse werden am Ende der
5 Tage vor Führungskräften und betroffenen Mitarbeitern des
Unternehmens präsentiert. Diese Ergebnisse stellen im nächsten Schritt die Basis für den Strategie- und Maßnahmenworkshop
dar. Auch hier läßt der enge Zeitrahmen keinen großen zeitlichen
Spielraum. Innerhalb von 4 Tagen werden die Erkenntnisse des
5-Tage-Audits mit der Unternehmensstrategie abgeglichen und die
Vorgehensweise zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur
Erhöhung des Unternehmenswertes mit den Führungskräften verabschiedet. Nach insgesamt 3 Wochen tritt das VCP in die Phase der Detaillösungen und Umsetzungen
ein. Hierfür wird die bereits mehrfach bewährte GENESIS-Systematik
verwendet. Externe und interne Schulungen zur Qualifizierung der
Mitarbeiter und regelmäßige Präsentationen runden das VCP ab. Der
straffe Zeitplan des VCP verlangt von allen Beteiligten großes
Engagement und eine effiziente Arbeitsweise. Die Unternehmensanalyse erfolgt anhand eines 5-Tage-Audits.
Während der Analyse wird auf das bestehende Wissen, die Erfahrungen der
Mitarbeiter und auf Benchmarks sowie Erfahrungswerte aus anderen
Unternehmen und Branchen zurückgegriffen. Zu diesem Zweck wird im
Rahmen des VCP-Value-Creation-Program ein 5-Tage-Audit mit
anschließender Auswertung und Präsentation der Ergebnisse in Form von
Potentialen und Handlungsfeldern durchgeführt. Das 5-Tage-Audit
beinhaltet eine umfassende und auf das betrachtete Unternehmen
zugeschnittene Untersuchung der unternehmerischen Prozesse und
Strukturen und beinhaltet eine Analyse: - der Unternehmenskennzahlen,
- des Einkaufs,
- der Produktion,
- der Produktionsplanung und -steuerung,
- der Auftragsabwicklung,
- der Produktentstehung und
- des Vertriebs und Marketing.
Im
Rahmen des 5-Tage-Audits werden somit die relevanten
Unternehmenskennzahlen und die unternehmerisch wichtigen Schnittstellen
zu Kunden und Zulieferer aufgenommen und ausgewertet. Erfasst werden die zentralen Daten
mit den Mitarbeitern des Unternehmens anhand von Analysen, Interviews
und Ortsbegehungen. Dies erhöht das Problembewußtsein und
Problemlösungspotential der Mitarbeiter vor Ort. Jedes 5-Tage-Audit
beginnt mit einem Workshop zur Zieldefinition und Abstimmung des
weiteren Vorgehens und endet in einer Ergebnispräsentation. Durch eine Bewertung
der Prozesse und Strukturen anhand von Erfahrungswerten und Benchmarks
wird das Unternehmenspotential und die Handlungsbedarfe aufgezeigt. Mit
den Mitarbeitern und Führungskräften werden anschließend die
Vorgehensweisen zur Potentialerschließung definiert. Das 5-Tage-Audit
sichert somit eine schnelle Informationsgewinnung, fundierte
Entscheidungsgrundlagen und umfaßt konkrete Handlungsanweisungen, die
von den Mitarbeitern mit entwickelt wurden. Dies ermöglicht dem
Unternehmen auch den Einstieg in einen kontinuierlichen Lernprozess. Die
Schulung der Mitarbeiter zur Durchführung eines Unternehmensaudits
öffnet den Mitarbeitern und Führungskräften die geistigen Türen für
eine permanente Reflektion über das eigene Unternehmen und fördert das
unternehmerische Denken und Handeln. Die Präsentation der
Ergebnisse des 5-Tage-Audits vor betroffenen Mitarbeitern und
Führungskräften verdeutlicht die offene Kommunikation, die mit dem VCP
verbunden ist und zeigt den entschlossenen Willen des Unternehmens zur
Veränderung sowie zum Kampf im unternehmerischen Wettbewerb. Innerhalb des Strategie- und Maßnahmen-Workshops
werden die Ergebnisse des 5-Tage-Audits in Form der identifizierten
Potentiale und abgeleiteten Handlungsfelder mit der bestehenden
Unternehmensstrategie abgestimmt und die konkrete Vorgehensweise zur
Potentialerschließung definiert. Der Strategie- und Maßnahmen-Workshop
dauert 4 Tage und setzt sich aus der Geschäftsleitung und
Führungskräften des Unternehmens zusammen. Der Workshop ist geprägt
durch eine klare Konfrontation der Teilnehmer des Workshops mit den
Anforderungen des Marktes, den Unternehmenspotentialen und notwendigen
Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs. Inhalte
des Strategie- und Maßnahmenworkshops sind die Diskussion der
Ergebnisse des 5-Tage-Audits, der Unternehmenspotentiale, der
Handlungsoptionen und der bisherigen Unternehmensstrategie. Das Ergebnis
des Workshops mit den Führungskräften des Unternehmens ist ein
detaillierter Themen- und Maßnahmenkatalog zur Erschließung des
Unternehmenspotentials. Dies beinhaltet eine Definition der notwendigen
GENESIS- Workshops und ihrer Themen, die Teamzusammensetzungen, die
Reihenfolge der Abarbeitung und die Vorgehensweise beim Maßnahmen- und
Ergebniscontrolling. Innerhalb des Strategie-Workshops werden
somit die Vorgehensweise zur Potentialerschließung und die
Verantwortlichkeiten verabschiedet. Die im Strategie- und
Maßnahmenworkshop definierten Mitarbeiter und Teams zur Erarbeitung der
Detaillösungen bedienen sich der bereits erfolgreich eingesetzten
Methodik der GENESIS-Workshops. GENESIS (Grundlegende
Effektivitätsverbesserung nach einer Schulung in schlanker Produktion,
Organisation und Beschaffung) dient zur Beseitigung von Denkblockaden,
Lernbarrieren und Verhaltenswiderständen im mittleren Führungskreis bis
hin zu Machtbarrieren im Top-Management. Das bereits in einer
Großzahl von durchgeführten Projekten bewährte Konzept erhöht durch
eine zielgerichtete Bündelung von Aktivitäten die Lerngeschwindigkeit
der Organisation und basiert auf einem praxiserprobten Workshop, bei
dem Lösungsansätze, Methoden und standardisierte Vorgehensweisen zur
kurzfristigen Schaffung schlanker Strukturen vor Ort geboten werden. Es
bewirkt innerhalb von vier Tagen sofortige Produktivitätssteigerungen
und stellt eine kurzfristig wirksame Einführungsstrategie von
Effizienzsteigerungsprinzipien in den direkten und indirekten
Unternehmensbereichen sicher. Die Durchführung eines GENESIS-Workshops erstreckt sich auf vier Tage,
die von einer praxisorientierten Methodenschulung in jeder Phase der
Problembearbeitung begleitet wird. Die Einbeziehung der Erfahrungen und
der Problemlösungskapazitäten der Mitarbeiter vor Ort, selbständiges
Denken und Handeln und Lern- und Leistungsbereitschaft sind wesentliche
Voraussetzungen zur Verbesserung der Prozessfähigkeit im Unternehmen. Das GENESIS-Programm hilft durch interdisziplinäre Teams.
Diese verpflichten sich zur Lösung einer gemeinsamen Aufgabe jenseits
von Hierarchien und Schnittstellen. Genutzt werden hierbei die
Erfahrungen der betrieblichen Zusammenhänge und die Problemkenntnisse
der Teilnehmer. Ziel der Workshops sind kurzfristig realisierbare
Verbesserungsvorschläge. Dies wird durch das Zusammenwirken aller
Beteiligten in kleinen Gruppen und eine kommunikative Lern- und
Arbeitsatmosphäre erreicht. Der erste Tag des GENESIS-Workshops ist geprägt durch die Einführung in die Systematik, die Aufnahme der Ist-Situation des Untersuchungsbereichs, die Problemanalyse und Zieldefinition. Hierfür sind die zentralen Eckdaten
(z.B. Kosten, Personal, Produkte und Dienstleistungen,
Mengenverhältnisse und sonstige Kenngrößen) und die zu betrachtenden
Prozesse aufzunehmen. Zu diesem Zwecke werden die Einzelschritte der
Geschäftsprozesse erfaßt und anhand standardisierter Prozessparameter
bewertet. Wesentlich ist die gemeinsame Analyse durch die Mitarbeiter.
Im Vorfeld können zwar bereits Daten erfaßt werden, aber die
Gesamtanalyse sollte ebenso wie die Definition der Workshop-Ziele zur
Schaffung einer gemeinsamen Wissensbasis und zur Identifikation mit der
Problemstellung und Zielsetzung durch die Mitarbeiter selbst erfolgen.
Weiterhin werden am ersten Tag die Problemfelder analysiert.
Der zweite Tag befaßt sich mit der Ermittlung von Verschwendungen und
ihrer Beseitigung. Durch den Einsatz von Checklisten werden Ursachen
für Verschwendungen aus den Bereichen Arbeitsorganisation,
Arbeitsplatzgestaltung sowie Organisation und Führung identifiziert und
im Anschluß daran im Team Lösungsansätze erarbeitet. Diese
werden am dritten Tag detailliert, in Maßnahmenpläne überführt und wenn
möglich am dritten Tag umgesetzt. Am letzten Tag der GENESIS-Workshops
werden die Maßnahmenkataloge vervollständigt und die Ergebnisse
vor der Geschäftsleitung und interessierten Mitarbeitern des
Unternehmens von den Workshop-Teilnehmern präsentiert. Durch die
öffentliche Präsentation und die Selbstverpflichtung der
Workshop-Teilnehmer kommt die hohe Gewichtung der Workshops zum
Ausdruck und Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung werden in die Hände
der Mitarbeiter gelegt. Dies steigert die Identifikation der
Mitarbeiter mit dem Unternehmen und fördert das unternehmerische Denken
und Handeln. Durch den Einsatz der GENESIS-Methodik werden die Geschäftsprozesse permanent
verbessert und Schwachstellen im Prozess identifiziert und beseitigt.
Dies erhöht wesentlich die Prozessfähigkeit der betrachteten
Geschäftsprozesse und führt zu einer positiven Beeinflussung der
marktrelevanten Erfolgsfaktoren und zu quantifizierbaren
betriebswirtschaftlichen Wirkungen. Wichtige Effekte ergeben sich auch
bei der sozialen Kompetenz der Mitarbeiter und der Überwindung der Betriebsblindheit.
Dies steigert die Fähigkeit der Mitarbeiter zur Problemerkennung. Das
Zusammenkommen unterschiedlicher Erfahrungen und Sichtweisen in der
Gruppe erhöht den Reifegrad der ausgearbeiteten Problemlösungen und die
damit verbundene Realisierungswahrscheinlichkeit. Durch die
GENESIS-Workshops wird die methodische Kompetenz und die Motivation der
Mitarbeiter erhöht. Zusätzlich umfaßt das VCP-Value-Creation-Program
ein stufenweise aufgebautes Informations- und Kommunikationskonzept.
Je nach der Zielgruppe im Unternehmen ist eine spezifische
Qualifikation vorzunehmen. Die Basis für eine Schaffung von Verständnis
und Bereitschaft zur Veränderung wird über ein Intensivseminar
erreicht, das innerhalb von 5 Tagen den Mitarbeitern und
Führungskräften die zugrundeliegenden Methoden und Instrumente des VCPs
erläutert und anhand von Praxis-Berichten die Chancen und notwendigen
Schritte des VCP darstellt. Methoden zur Gestaltung von Produkten, die
die Anforderungen der Kunden unter Kosten- und
Produktionsgesichtspunkten erfüllen werden den Mitarbeitern über ein
spezielles Seminar zur Einrichtung von Produktkliniken erläutert. Konzepte für eine schlanke und effiziente Produktion werden über das Seminar Produktion live
anhand von weiteren Fallbeispielen vermittelt. Wie eine
kundenorientierte Steuerung von Wertschöpfungsketten vollzogen wird,
behandelt das Seminar Supply Chain Management. Damit die
Mitarbeiter selbständig in der Lage sind, Workshops eigenverantwortlich
durchzuführen, findet eine Qualifizierung der Mitarbeiter über eine Moderatorenschulung
statt. Das Qualifizierungsprogramm wird je nach Themenschwerpunkt um
weitere Seminare und Schulungen erweitert und erstreckt sich auch auf
Bereiche des Einkaufs und die Qualifizierung zur Durchführung von Online-Auktionen. Das VCP-Value-Creation-Program zeichnet sich weiterhin durch ein fundiertes Maßnahmen- und Ergebnis-Controlling
aus. Die erarbeiteten Lösungen werden permanent auf ihre Umsetzung hin
überprüft und die Effekte kontinuierlich erfaßt. Dies geschieht über
die Mitarbeiter vor Ort und anhand von regelmäßigen
Statuspräsentationen. Jeder Workshop wird mit einer Präsentation durch
die Teilnehmer beendet und im Rhythmus von 4 Wochen werden die
Verbesserungen der bisher durchgeführten Workshops und umgesetzten
Maßnahmen von den Verantwortlichen dargestellt. Teilnehmer der
Präsentationen sind die Mitarbeiter und Führungskräfte des
Unternehmens. Diese Vorgehensweise sichert die Identifikation der
Mitarbeiter mit den erarbeiteten Lösungen, reduziert Widerstände
bei der Lösungsfindung und Umsetzung durch offene Kommunikation und
beschleunigt den notwendigen Veränderungsprozess. Nach den Aktivitäten
des VCP-Value-Creation-Program sind die Workshops und das Maßnahmen-
und Ergebnis-Controlling eine erlernte Methodik, die einen permanenten
Erneuerungsprozess sichert. Ein straffer Zeitplan, eine
strukturierte Vorgehensweise, die Einbeziehung der Mitarbeiter und
Führungskräfte vor Ort und ein ergebnisorientiertes Controlling
kennzeichnen das VCP-Value-Creation-Program. Rasche Umsetzungen und
beachtliche meßbare Erfolge sind das Ergebnis, das Mitarbeiter und
Führungskräfte für weitere Aktivitäten anspornt und den derzeitigen
Status quo lediglich als Zwischenstufe auf einer neuen Lernkurve
betrachten lassen. Die bisherigen Ergebnisse des VCP
sprechen für sich. Durchschnittlich konnten innerhalb von 3 Monaten die
Kosten des jeweiligen Untersuchungsbereichs um 15% und die
Durchlaufzeiten um 42% gesenkt sowie die Produktivität um 12%
gesteigert werden. Die verbesserte Qualität von Produkten
und Prozessen führte im Durchschnitt zu einer Reduzierung der
Kundenreklamationen in einer Höhe von 78%. Diese Erfolge wirken sich
maßgeblich durch die gestärkte Wettbewerbsposition auf den
Unternehmenswert aus. Zudem ergeben sich durch das rasche und
mitarbeiterorientierte Vorgehen erhebliche Motivationseffekte bei der
Belegschaft und fördert das unternehmerische Denken und Handeln auf
allen Hierarchiestufen. Diese Erfolge des Value Creation Program beruhen auf einer durchgängigen Einbindung der Mitarbeiter und Führungskräfte
sowohl bei der Analyse, als auch bei der Definition der Vorgehensweise
und Umsetzung. Durch diese konsequente Delegation von Aufgabe,
Kompetenz und Verantwortung werden die Betroffenen automatisch zu
Beteiligten und Umsetzungshindernisse werden nahezu verhindert.
Vielmehr werden durch die reichhaltigen Erfahrungen und Kenntnisse der
Mitarbeiter bereits im Vorfeld mögliche Schwierigkeiten bei der
Umsetzung identifiziert und beseitigt. Die Vorgehensweise und
Erfolge des Value Creation Program sichern Mitarbeitern,
Führungskräften, Kapitalgebern und Kunden ein marktattraktives und
wettbewerbsfähiges Unternehmen. Wertsteigerung als realisierbare Strategie! Faßt man diese Überlegungen zusammen, so läßt sich folgendes konstatieren: - Wertsteigerung
ist als Prozess zu verstehen, der an der Identifikation der Werttreiber
ansetzt und diese aufgrund ihrer Nutzenpotentiale durch gezielten
Einsatz des methodischen Rüstzeugs in das Geschäft integriert.
- Wenn
Unternehmer und das Top-Management bei ihren Entscheidungen das Ziel
der Erhaltung und Erhöhung des tatsächlichen Unternehmenswertes
verfolgen, tragen sie dazu bei, den langfristigen Erfolg des
Unternehmens zu sichern, und verhindern dadurch, dass durch eine
kurzsichtige Politik der kurzfristigen Gewinnmaximierung wertvolle
Ressourcen zerstört werden.
- Investor Relationship
Management, wertorientierte Anreizsysteme für das Management,
Publizität und Awareness sind entscheidende Faktoren der
Wertsteigerung, die auch zu einer Weiterentwicklung des methodischen
Rüstzeugs bis hin zu Unternehmenswertveränderungsrechnungen und
Werttransformationsmethoden in ein geschlossenes System führen wird.
- Studien
und Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis zeigen, dass Werttreiber auch
im Zusammenhang mit der Lebensphase eines Unternehmens und
branchenbezogenen Erfolgsfaktoren zu sehen sind, wenn es gilt,
Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Innovationsexzellenz
und die Forcierung des Wissens- und Technologietransfers sowie das
Brechen mit historisch gewachsenen Denkmustern eröffnet wertsteigernde
Perspektiven, die strategisch wie operativ umsetzbar sind.
Abbildungen zum Text als PDF-Dateien
Value Creation Program Kernaussagen
Literatur: Die
Erfolge der Mercedes-Benz-Pkw-Sparte der DaimlerChrysler AG, die
mittlerweile den zweiten Platz der Kfz-Zulassungsstatistik in
Deutschland erobert hat, zeigen in eindrucksvoller Weise, dass die
Kundenorientierung nicht erst bei dem fertigen Produkt anfängt.
Vielmehr muss sie bereits bei der Generierung von Neuproduktideen
beginnen, durch eine frühzeitige Identifikation von
Kundenanforderungen. Deutsche Unternehmen investierten jährlich
annähernd 60 Milliarden Mark (30,7 Mrd. Euro) in die Weiter- und
Neuentwicklung ihrer Produkte. Auch wenn von einem Zusammenhang
zwischen den Innovationsaktivitäten und der Umsatzrendite von
Unternehmen ausgegangen werden kann, entscheidet letztendlich allein
der Kunde über den Absatzerfolg eines neuen Produktes. Die
Berücksichtigung der "Stimme des Kunden" ist mithin der wesentliche
Erfolgsfaktor in der Entwicklung und Konstruktion von Neuprodukten und
darf keinesfalls auf den After-Sales-Service beschränkt bleiben. Denn
nur auf diese Weise kann frühzeitig eine Deckungsgleichheit erzielt
werden von Produktideen und den tatsächlich durch den Kunden
wahrgenommenen Produkteigenschaften sowie der technischen Ausgestaltung
des Neuproduktes. Für Unternehmen wird es immer wichtiger, das beim
Kunden vorhandene Wissen kontinuierlich zu erschließen und in konkrete
Produktmerkmale zu überführen. Trotz der Einführung eines
"intelligenten Übersetzers", der die Sprache des Kunden in die des
Produktentwicklers übersetzt, treten jedoch immer wieder Divergenzen
zwischen der konkreten Ausgestaltung des Produktes und den
tatsächlichen Kundenanforderungen auf. Die Problematik beginnt mit der
Auswahl der einzubeziehenden Kunden. Die Dauer der Kundenbindung oder
der Kapitalwert des Kunden reichen allein nicht aus, um eine Auswahl
von Kunden zu treffen. Diese Größen sind lediglich die Resultierende
aus dem bestehenden Produktprogramm, ohne dass sie eine Bewertung des
Kunden hinsichtlich seines potenziellen Beitrags zur Weiter- und
Neuentwicklung von Produkten ermöglichen. Kunden sollten nur dann in
den Entwicklungsprozess einbezogen werden, wenn sie Träger von
Innovationen sind und somit einen bestimmten "Wert" für das Unternehmen
besitzen. Zur Erschließung der Innovationskraft der Kunden sind
insbesondere die potentiellen, also die noch nicht akquirierten Kunden,
von höchster Relevanz, die zur Zeit noch Konkurrenzprodukte kaufen. Um
sich auch dieses Innovations-Know-how zu erschließen, ist es
erforderlich Netzwerke zu bilden, die einen schnelleren Zugang zu den
relevanten Informationen erlauben. Im Zusammenhang mit den Überlegungen
zur Netzwerkbildung stehen auch die Grundfragen zur strategischen
Ausrichtung des Unternehmens an der Schnittstelle zwischen Customer
Relationship Management (CRM) und Konstruktion und Entwicklung. Häufig
wird eine "demand pull"-Strategie, also die Initiierung von
Entwicklungsaktivitäten durch den Kunden, als geeigneter angesehen. Es
darf jedoch nicht übersehen werden, dass dies in erster Linie für die
kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Produkte gilt.
Demgegenüber sind durch einen "Technology-push" latente Bedürfnisse
potenzieller Kunden durch die Entwicklung neuer Technologien zu wecken.
Die Hauptaufgabe des "intelligenten Übersetzers" muss es demnach sein,
bei der Produkt-Vorentwicklung die wesentlichen Problemstellungen und
Anregungen auch seitens potenzieller Kunden nicht nur zu selektieren,
sondern auch deren Anforderungen an die Neuproduktgestaltung zu
definieren. Der intelligente Übersetzer muss demnach die beiden
strategischen Grundausrichtungen optimal abstimmen: Neben einer
frühzeitigen Identifikation technologischer Trends bildet das Erkennen
derzeitiger Kundenbedürfnisse anhand der Kundenzufriedenheitsurteile
die Ausgangsbasis für die Produktentwicklung. Entsprechend der im
CRM angestrebten Ausrichtung der Unternehmensorganisation auf die
vorhandenen und potenziellen Kundenbeziehungen gehören auch die
Konstruktions- und Entwicklungsprozesse in den Unternehmen auf den
Prüfstand. Um diese konsequent auf die Erschließung und Integration des
Erfahrungswissens der Kunden auszurichten, müssen am Ende einer jeden
Prozessphase Quality Gates eingerichtet werden. Diese ermöglichen das
systematische Vorgehen im Management der Innovationen von Kundenseite.
Das erfordert die Schnittstellen zwischen Kunden, Marketing und
Entwicklungsabteilung neu zu gestalten. Darüber hinaus muss die
"Übersetzerinstanz" im Rahmen des Entwicklungsprozesses konkret
definiert werden. Hier stellt sich die Frage, wo dieser Übersetzer
organisatorisch im Unternehmen angesiedelt werden muss, und vor allem
wer die Transferleistung zu bewerkstelligen hat. Führt man sich die
hohe Abbruchrate an Produktentwicklungsprojekten vor Augen, so muss
dieser Übersetzer zwangsläufig aus einem interdisziplinären Team
bestehen, das alle Sichten der Produktentwicklung berücksichtigen kann
sowie über fundierte Kenntnisse des Marktes und der bestehenden und
potenziellen Kunden verfügt. Vor diesem Hintergrund ist auch die
Rolle des klassischen Marktforschers im Unternehmen kritisch zu
durchleuchten. Bislang zeichnete oft ein mangelndes Vertriebs- und
Management-Know-how der Marktforschung für die Verabschiedung
nicht-realisierbarer Konzepte verantwortlich. Verschärfend kam eine
zögerliche Implementierung und Umsetzung der Marktforschungsergebnisse
seitens der Unternehmensführung hinzu. Zukünftig gilt es, die
Marktforschung vollständig und kontinuierlich in die laufenden
Produktentwicklungsprozesse zu integrieren, um für die Übersetzung der
Stimme des Kunden einen wertvollen Support zu liefern. Letztendlich
muss man dem Customer-Relationship-Management durch eine
kundenorientierte Sichtweise über die gesamte Unternehmensorganisation
Rechnung tragen. Die Tools des Customer-Relationship-Management werden im Leitfaden
Wildemann H.: Innovationsmanagement, Leitfaden zur Einführung eines
effektiven und effizienten Innovationsmanagement, ISBN: 3-931511-94-4
,2. Aufl., TCW-Verlag, München 2001 ausführlich anhand von Charts und Checklisten aufgezeigt und bilden so eine Anleitung zur unmittelbaren Umsetzung. Weiterführende Literatur:
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