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Deutsche Standorte bleiben wettbewerbsfähig auf Basis schlanker Produktionsprozesse

[01.09.2008]

Die deutschen Produktionsstandorte eines weltweiten Konzerns der Prozessindustrie wurden in regelmäßigen Abständen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit hin untersucht. Hierbei wurden die Mitarbeiter der Standorte mit den Personalkosten von Low-Cost-Countries (LCC) konfrontiert. In der Vergangenheit wurden diese Kostenunterschiede wegdiskutiert. Heute lässt der Marktdruck dies nicht mehr zu. In Zusammenarbeit mit dem TCW wurden die tatsächlichen Kostenunterschiede und deren Gewichtung für die Produktionskosten analysiert und Maßnahmen für eine Beseitigung der Wettbewerbsnachteile definiert und umgesetzt. Dies geschah unter Mitwirkung von Betriebsrat und Gewerkschaft und führte zu einer Standortsicherung in Deutschland.

Das Motto der Standorte für die Aktivitäten mit dem TCW war: "Den Wettbewerber nicht einholen, sondern abhängen!". Der börsennotierte Konzern aus der Prozessindustrie verfügte über Produktionsstandorte in Europa, Asien und Nordamerika. Die Standorte spürten verstärkt den Kostendruck, der durch Massenproduzenten im Inland und Low-Price-Anbieter im Ausland aufgebaut wurde. Im Vergleich zum Massenproduzenten im Inland waren die Produktionsmengen relativ gering und zum Ausland die Personalkosten zu hoch.

Ein Abhängen des Wettbewerbs wurde durch ein konsequentes Infragestellen aller Prozesse und Strukturen und durch neue Technologien und Produktinnovationen erreicht. Eine Rückbesinnung auf die Stärken der deutschen Standorte und deren durchgreifende Anwendung ermöglichte diesen Sprung auf eine neue Ergebniskurve. Dies war nicht einfach. Das Aufbrechen der verkarsteten Meinungen und Wertediskussionen in den Köpfen der Entscheidungsträger und Meinungsbildner kostete die meiste Energie. Veraltete Klassenkämpfe wurden über Bord geworfen, ebenso wie langwierige Diskussionsrunden. Am Prozess und an den Strukturen wurden die Lösungen erarbeitet. Unter Anleitung des TCW wurde eine Vielzahl von Mitarbeitern aus allen Funktionsbereichen zielgerichtet in die neue Denkweise eingeführt und zu einem Standortteam zusammengeschweißt.

Wesentlich für den Erfolg war auch die Zusage der Konzernzentrale, in die Standorte bei Erreichung der Projektziele zu investieren. Somit konnten neue Produktionstechnologien und Produktlösungen in die Konzeptionen integriert werden. Jedem in den Teams war klar, dass trotzdem nicht alle Mitarbeiter an den Standorten gehalten werden können und es sich nicht um eine einmalige Lösung handeln wird, die für die nächsten 20 Jahre Bestand hat.

Die Standortleitungen charakterisierten die Ergebnisse der Projektarbeit wie folgt: "Der wesentliche Nutzen und Erfolg der Projektarbeit sind nicht nur die einzelnen erarbeiteten Konzepte und Maßnahmen, sondern die neue Denkweise in unseren Köpfen, die es uns ermöglicht, diese Übungen jederzeit wieder und zügig zur Standortsicherung durchzuführen!".

Weiterführende Literatur:


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19. Münchner Management Kolloquium
Mehr unter:
www.management-kolloquium.de
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