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Die Wertgestaltung mit Lieferanten liefert entscheidende Impulse zur Produktkostenoptimierung

[13.01.2010]

Permanente Produktoptimierung zur Kostensenkung steht auf der Tagesordnung eines jeden Unternehmens. Immer häufiger werden dazu Wettbewerbs-Benchmarks durchgeführt. Mit der Produktklinik praktiziert das TCW dabei ein sehr erfolgreiches Konzept, das in verstärktem Maße die Zulieferer in die Workshops einbindet. Lernen vom Wettbewerber wird hier kombiniert mit den Erkenntnissen der Zulieferer und dem Betätigen der Beschaffungsmarkthebel.

Ausgangssituation und Zielsetzung

Im Rahmen einer Produktklinik standen mehrere Wettbewerbsprodukte einer repräsentativen Anzahl an eigenen Produkten gegenüber. Diese waren bereits in der Vergangenheit durch Benchmarks kostenmäßig optimiert worden. Der Wettbewerbsdruck auf den Preis zwang das Unternehmen jedoch dazu weitere Optimierungsschleifen vorzusehen. Eine Einsparung von 20% der Herstellkosten wurde als Projektziel bestimmt. Das TCW vertrat die Ansicht, dass dieses Ziel nur durch die gemeinsame Wertgestaltung mit Lieferanten zu erreichen sei. Es müssten Potenziale aus der technischen Produktgestaltung wie auch aus dem Beschaffungsmarkt identifiziert und gehoben werden.

Konzept und Vorgehensweise

Eine systematische Wertgestaltung mit den Lieferanten wird durch die gemeinsame Erarbeitung von Kostensenkungsmaßnahmen im Demontageraum ermöglicht. Dabei besteht die Möglichkeit Lieferanten entweder direkt zu den Demontage-Workshops einzuladen oder Lieferanten-Workshops nach der Zerlegung der Produkte durchzuführen. Die gemeinsame Wertgestaltung zwischen Abnehmer und Lieferant spornt beide Seiten an Ansatzpunkte zu identifizieren, die eine Kostenoptimierung ermöglichen. Die Nutzung der zusätzlichen Ideenpotenziale der Lieferanten wirkt zudem als Hebel zur Vermeidung von Änderungskosten.

Die Einbindung von Lieferanten in die Produktklinik unterscheidet sich je nach Lebenszyklusphase hinsichtlich ihrer inhaltlichen Schwerpunktsetzung. Während in der Konzeptphase überwiegend das vielfältige Entwicklungs-Know-how eingebracht wird, sind in der weiteren Entwicklung effiziente und effektive Änderungen gefragt. Hier muss seitens der Abnehmer auf eine partnerschaftliche Ausrichtung der Diskussionsführung geachtet werden. In der Produktionsphase hingegen sind solche Workshops verstärkt auf den Preiswettbewerb ausgerichtet. Der Abnehmer muss darauf Wert legen, dass eine Vergabe zu minimalen Marktpreisen stattfindet. Zudem sind Technologiechecks im Rahmen der Produktklinik durchzuführen. Die Optimierung der Produkte soll mit einer Optimierung der Prozesse einhergehen. Gerade die Betrachtung der Fertigungs- und Montageprozesse zeigt häufig, welche Kostenspielräume noch vorhanden sind.

Zur Reduzierung von Material- und Prozesskosten werden durch das integrierte Konzept der Produktklinik unterschiedliche Ansätze gemeinsam mit den Lieferanten angewendet. Für den Betrachtungsgegenstand Produktdesign sind folgende Ansätze möglich:

  • Design to Cost (Eliminieren, Vereinfachen, Reduzieren)
  • Design for Manufacture and Assembly (DFMA)
  • Werkstoffe
  • Fertigungs- und Montagetechnologien (beispielsweise neue Fertigungstechnologien beim Lieferanten)
  • Qualitätsanforderung und Toleranzen
  • Variantenvielfalt (Teile/ Komponenten, Endprodukte)

Die Prozesse und Schnittstellen werden berücksichtigt durch die Ansätze:

  • Fertigungs- und Montageprozesse
    → intern (im eigenen Unternehmen)
  • Optimierung der Zusammenarbeit mit den Lieferanten
    → Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter (Einkauf, Entwicklung, Wertanalyse)
    → Beschaffung und Logistik
    → Qualitätssicherung (Warenausgabe und -eingang)
  • Fertigungs- und Montageprozesse
    → extern (beim Lieferanten)
  • Workshops mit bestehenden und möglichen Lieferanten
  • Preisverhandlungen
  • Lieferantenstruktur (Reduzierung der Lieferantenanzahl, Lieferantenwechsel)
  • Wertschöpfungstiefe/ Make-or-Buy
  • Global Sourcing (Faktorkostenunterschiede)
  • Verlängerung der Vertragslaufzeiten
  • Nutzung von vertraglichen Rationalisierungsklauseln
  • Lieferantenbewertung
  • Neugestaltung einer Supplier Roadmap
  • Lieferantenqualifizierung, -entwicklung
  • Die Effekte zur Kostenoptimierung der Produktklinik und jene des Beschaffungsmarktes wirken gemeinsam und verstärken sich.

    Ergebnisse

    Die gemeinsame Wertgestaltung mit Lieferanten ermöglicht die Realisierung zahlreicher betriebswirtschaftlicher Effekte. Durch die Ansätze aus der Betrachtung des Produktdesigns sind Entwicklungs- und Herstellkosten beeinflussbar. Die Wirkung der Betrachtung von Prozessen und Schnittstellen geht in Richtung Prozess- und Qualitätskosten. Durch die beschaffungsseitige Diskussion in den Lieferanten-Workshops können weitere Effekte bei den Beschaffungskosten und den Logistikkosten erzielt werden. Das nachstehende Schaubild verdeutlicht diese Effekte anhand der Auswertung aus 54 durchgeführten Projekten.

Weiterführende Literatur:

  • Produktklinik
    Leitfaden zur Steigerung der Lerngeschwindigkeit und Produktkostensenkung
  • Produktklinik
    Wertgestaltung von Produkten und Prozessen - Methoden und Fallbeispiele
  • Entwicklungsprozess
    Einführungsleitfaden für ein kundenorientiertes Redesign und Time to Market
  • Produktordnungssysteme
    Leitfaden zur Standardisierung und Individualisierung des Produktprogramms durch intelligente Plattformstrategien
  • Conjoint Analyse
    Leitfaden zur kundenwertorientierten Produktentwicklung mittels Conjoint Analysen

Weitere News und Fallstudien:

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Literatur

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