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Geschäftsprozessreorganisation in der Fondsadministration - Reorganisation der Fondsadministration eines Finanzdienstleisters
[11.06.2002]
Das abgelaufene Börsenjahr zeigte einen klaren Trend auf: in unsicheren
Börsenzeiten wenden sich die Anleger von der risikoreichen Geldanlage
in Einzeltiteln hin zu risikoverteilenden Fondsanlagen. Dieser Trend
führt einerseits zu einem steigenden Absatz bestehender Fondsformen,
andererseits verlangen die Kunden nach innovativen Produkten, wie
Dach-, Hedge- oder Private Equity Fonds. Verbunden ist diese
Entwicklung mit einem steigenden Kostendruck und einem erhöhten
Serviceanspruch seitens der Kunden. Die Veränderungen im Markt bedingen
eine konsequente Weiterentwicklung der unternehmensbezogenen
Fähigkeiten, eine Kostensenkung und Produktivitätssteigerungen durch
Mengeneffekte und eine Erhöhung der Fondsvielfalt, darüber hinaus sind
die Prozesse flexibler und qualitativ besser zu gestalten, die
Fixkosten zu senken und die Prozessgeschwindigkeit zu erhöhen. Um
diesen Anforderungen gerecht zu werden führen Finanzdienstleister
Prozessreorganisations-Projekte durch. Dadurch können
Kostensenkungspotenziale in Höhe von 30% gegenüber der
Ausgangssituation erschlossen werden.
Mithilfe in der Industrie vielfach erprobter Methoden erfolgt die
Erarbeitung durchgängiger, weitestgehend automatisierter
Prozessstrukturen, mit denen die angestrebten wettbewerbsentscheidenden
Merkmale höchste Qualität und Schnelligkeit erfüllt werden können. Als
erfolgswirksam hat sich hierzu ein strukturiertes, stufenweises
Vorgehen erwiesen. In einer Vorstudie werden die Schwachstellen,
Kostensenkungs- und Produktivitätssteigerungspotentiale identifiziert.
Untersuchungsbereiche in diesem Unternehmensaudit sind einerseits die
unternehmensinternen Prozesse abteilungsintern und
abteilungsübergreifend, wie auch die unternehmensübergreifenden
Prozesse. In Analogie zu Geschäftsprozessen in der Industrie (Supply
Chain Management) ist es Ziel, durchgängige und optimierte
Geschäftsprozesse zu entwickeln. Zur Realisierung der Potenziale existieren drei Hebel: - Prozessverbesserungen im bestehenden Prozess,
- strukturelle Maßnahmen, sowie
- die Automatisierung mithilfe von IT.
Um
alle drei Hebel gleichzeitig zu betätigen werden Teilprojekte mit dem
Schwerpunkt der Optimierung der Ablauf- und Aufbauorganisation
initiiert. Für Optimierungen im bestehenden Prozess werden Workshops
zur Prozessdetailanalyse durchgeführt, die die Reduzierung des
internen, wie externen Abstimmungsaufwands, die Erhöhung der
Produktivität und die Verkürzung der Prozessdurchlaufzeiten zum Ziel
haben. Um in dieses neu gesteckte Umfeld die Problemlösungskompetenz
der Mitarbeiter zu integrieren, das Qualitätsbewusstsein und die
Motivation zu stärken, wird ein Teilprojekt Kontinuierliche
Verbesserung gestartet. Desweiteren ist ein Konzept zur
Mitarbeiterqualifikation zu entwickeln, das schrittweise die heutigen
und zukünftigen Anforderungen in Schulungsbausteinen festlegt. Zur
Implementierung und Visualisierung dieses Konzepts wird die
Qualifikationsmatrix (Q-Card) eingesetzt. Mithilfe dieses Tools wird
über die Dimensionen Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen jeder
Mitarbeiter innerhalb der Organisation abgebildet und über die
definierten Trainingsmodule an die heutigen und zukünftigen
Anforderungen herangeführt. Um die erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen
und die Realisierung sicherzustellen, sind flankierende Teilprojekte
sowie eine unternehmensübergreifende Projektkoordination zu starten und
ein an industrieüblichen Standards orientiertes Kennzahlensystem zur
Steuerung und Qualitätsmessung sowie ein Visualisierungstool zu
implementieren. Mithilfe des beschriebenen Projektaufbaus
wurden die drei Ziele: Optimierung der Zusammenarbeit von
Kapitalanlagegesellschaft, Kontrahent und Depotbank, Ausrichtung der
Aufbau- und Ablauforganisation an den heutigen und erwarteten Markt-
und Umweltanforderungen sowie Erhöhung der Produktivität und
Reduzierung der Prozessdurchlaufzeiten erreicht. Weiterführende Literatur:
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Literatur
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Produktivitätsmanagement Handbuch zur Einführung eines kurzfristigen Produktivitätssteigerungsprogramms mit GENESIS - Methoden und Fallbeispiele  Buch Produktivitätsmanagement |
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