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Geschäftsprozessreorganisation indirekter Bereiche bei einem Unternehmen der Anlagenindustrie
[08.06.2005]
Ein international operierender Anlagenbauer von Fördersystemen
sah sich mehreren Herausforderungen gegenübergestellt. Durch ein
starkes organisches Wachstum in den letzten Jahren waren die
vorhandenen Kapazitäten insbesondere in der Auftragsabwicklung und im
Vertrieb nahezu vollständig ausgelastet. Somit waren die ehrgeizigen
Wachstumsziele gefährdet. Verstärkt wurde diese Problemstellung
dadurch, dass in der jüngeren Vergangenheit die zugesicherten
Liefertermine aufgrund von zu hohen Durchlaufzeiten in der
Auftragsabwicklung häufig nicht mehr eingehalten werden konnten.
Ausgangssituation und Zielsetzung Das
Unternehmen ist mit einem Umsatz im zweistelligen Millionenbereich und
mit knapp 200 Mitarbeitern ein klassischer Repräsentant aus dem
Anlagenbau. Durch ein starkes organisches Wachstum in den letzten
Jahren waren die Kapazitäten sowohl in indirekten als auch in direkten
Bereichen hoch ausgelastet. Zusätzliche Anforderungen an das
betrachtete Unternehmen kamen vom Markt in Bezug auf Senkung der
Lieferzeiten bei gleichzeitiger Senkung der Preise und Beibehaltung des
hohen Qualitätsstandards sowie der kundenindividuellen Auslegung der
Produkte. Zielsetzung war die Optimierung der Geschäftsprozesse entlang
der Wertschöpfungskette, wobei insbesondere die indirekten Prozesse im
Fokus lagen. Es sollten des Weiteren diejenigen Verbesserungsmaßnahmen
identifiziert und mit Maßnahmen hinterlegt werden, mit welchen die
Produktivität signifikant erhöht werden konnte. Vorgehensweise Im
Rahmen einer detaillierten Analysephase wurden alle relevanten Aspekte
im Rahmen der Auftragsabwicklung untersucht. Hierzu gehörten unter
anderem Interviews mit den relevanten Führungskräften sowie mit
Fachspezialisten als auch detaillierte Prozessanalysen. Die Ergebnisse
der Analysephase lassen sich in zwei Gruppen einteilen: - Organisatorische
Optimierungsmöglichkeiten, die aus Schwachstellen im räumlichen Layout,
der Aufbauorganisation sowie des Arbeitszeitmodells bzw. der
Entlohnungssystematik resultieren.
- Operative
Optimierungsmöglichkeiten, die ursächlich auf Schwächen in der
Prozessabwicklung oder des hierfür notwendigen IT-Supports
zurückreichen.
Das Themenfeld der
organisatorischen Optimierungsmöglichkeiten wurde aufgrund der
strategischen Bedeutung für das betrachtete Unternehmen im Rahmen von
klassischer Projektarbeit angegangen. Im ersten Schritt wurde die
bestehende Aufbauorganisation betrachtet und hinsichtlich der
Unternehmensstrategie gematcht. Dabei fiel insbesondere auf, dass die
strategisch angestrebte Zweiteilung des Geschäfts in ein Segment mit
hoch standardisierten Lösungen und in ein Segment mit
kundenindividuellen Lösungen noch nicht ausreichend abgebildet worden
war. Folglich wurden für die zwei neu zu bildenden Segmente, denen die
vorhandenen Profit-Center direkt zugeordnet werden konnten, jeweils
eine eigenständige Segmentleitung eingerichtet. Eine weitere Ursache
für noch nicht genutzte Produktivität lag an der strikten Trennung der
jeweiligen Profit-Center. Im Rahmen der im Projektgeschäft häufigen
Auslastungsschwankungen war es den Abteilungsleitern nur bedingt
möglich, sehr kurzfristig und unbürokratisch Mitarbeiter an andere
Profit-Center zu verleihen, da die Transparenz diesbezüglich nicht
vorhanden war. Im Rahmen einer kompletten Layoutänderung wurden die
neuen Büros derart gestaltet und die jeweiligen Profit-Center so
nebeneinander gelegt, dass ein Personalverleih sofort möglich war. Als
weitere Möglichkeit zur Produktivitätssteigerung wurde die
Implementierung eines flexiblen Arbeitszeitkontos in Kombination mit
einem Prämienlohnkonzept identifiziert. Die Mitarbeiter des
betrachteten Unternehmens arbeiteten 40 Stunden pro Woche ohne flexible
Elemente außerhalb von vergüteten Überstunden. Zusätzlich bekamen nur
die Führungskräfte eine Leistungsprämie. Allerdings wurden in dieser
Konstellation Produktivitätsreserven vermutet. Im Rahmen der
Auditierung konnte nachgewiesen werden, dass zwischen dem Output und
dem Input der indirekten Bereiche keine Korrelation festgestellt werden
konnte. Insbesondere setzte die Vergütung von Überstunden Anreize für
die Mitarbeiter, nicht im vollen Umfange effizient zu arbeiten. Als
Lösung wurde ein flexibles Arbeitszeitkonto mit einem Stundenintervall
von +/-200 Stunden in Kombination mit der Implementierung eines
Prämienlohnsystem konzipiert und für alle Mitarbeiter implementiert.
Bemessungsgrundlage der Prämie ist der Output und der Gewinn der
jeweiligen Profit-Center. Die operativen Optimierungspotenziale wurden
im Rahmen eines einwöchigen GENESIS-Workshops gehoben und mit Maßnahmen
(inkl. klarer Festlegung der Verantwortlichkeiten und eines Termins)
hinterlegt, die in den folgenden 2 Monaten realisiert wurden: - Auflösung einer Stücklistenproblematik durch Einbindung von Stücklisten in das CAD-Tool,
- Eliminierung überflüssiger bzw. Standardisierung notwendiger Dokumente,
- Erarbeitung
eines Termincontrollingtools zur Minimierung von Blindleistung und
Erhöhung der Transparenz im Auftragsabwicklungsprozess,
- detaillierte Layoutoptimierung, inkl. der Bildung von Auftragsabwicklungszentren,
- Implementierung einer IT-gestützten Ablage- und Suchsystematik für technische Zeichnungen,
- Verbesserung der Qualifikation des Außendienstes zur Minimierung von internen Prozessen und
- Forcierung der Qualifikationsmaßnahmen von Personal, insbesondere mit gängigen IT-Anwendungen.
Ergebnisse Die
zu Beginn des Projektes quantifizierten Ziele Produktivität,
Bearbeitungszeit und Durchlaufzeit konnten mit Hilfe der gemeinsam
definierten Maßnahmen aus dem GENESIS-Workshop sowie der begleitenden
Produktarbeit zeitnah umgesetzt werden. Konkret bedeutet dies: - Senkung der Bearbeitungszeiten um 10%
- Senkung der Durchlaufzeiten um 11%
- Erhöhung der Produktivität um 18%
Weiterführende Links: Weiterführende Literatur: Seminare zum Thema nach oben
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Passendes Fallbeispiel
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Reorganisation eines Herstellers von fördertechnischen Anlagen und Systemen
Das betrachtete Unternehmen ist ein mittelständisches Unternehmen, das schlüsselfertige fördertechnische Anlagen erstellt... ...mehr Informationen |
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