In der „neuen Wirtschaft' wird der Service zur Geheimwaffe der Sieger
[01.03.2001]
Der hektische Wandel im Wettbewerb zwingt das Management zur
Entwicklung neuer strategischer Ansätze. Der jetzt programmierte Sprung
vom Konkurrenzkampf der Produkte zu einem Wettlauf der
Service-Leistungen verschiebt innerbetriebliche Prozesse und
strategische Pläne gleichermaßen. Die bisher unbeantwortete Frage: Wie
können bestehende Unternehmen von der Produktions- in die
Serviceökonomie umsteigen?
In den vergangenen Monaten haben deutsche Großbanken eine
Service-Offensive gestartet. Doch die Kunden haben es ihnen nicht
gedankt. Sowohl die Dresdner als auch die Deutsche Bank stießen mit
ihren Vorschlägen, für besondere Services von ihren Kunden ein bisher
nicht berechnetes Extrahonorar zu verlangen, auf herbe Kritik.
Das Beispiel der Banken beleuchtet wie ein Schlaglicht ein zentrales
Problem des neuen serviceorientierten Wirtschaftens: Quer durch alle
Branchen sind die Abnehmer oft nicht bereit, den Service als ein
spezielles Produkt zu akzeptieren. Spätestens bei der Bezahlung
scheiden sich die Geister. Zu sehr haben sich die Kunden daran gewöhnt,
dass es den Service kostenlos dazugibt.
Das Verständnis für den Service als zu bezahlende Leistung und die Nutzung des Instrumentes im Wettbewerb ist für das Management der Unternehmen eine der zentralen
Aufgaben der Zukunft. Das Management braucht Instrumente und Verfahren
für die systematische Entwicklung von Serviceprodukten, deren
Einführung auf dem Markt und für das Controlling.
In einer kundenorientierten Organisation wird der Service als ‘Dienst am Kunden‘
in den Mittelpunkt der Wettbewerbsanstrengungen rücken. Aus der Sicht
des Unternehmers wird der Service für die Schaffung von
Konkurrenzvorteilen mindestens genauso wichtig wie das Produkt. Daraus
ergeben sich neue Anforderungen an das Management: Services müssen systematisch entwickelt und in ‘Endprodukt-Form‘ gebracht werden.
- Sie müssen genau kalkuliert werden.
- Sie müssen gegenüber dem Kunden offensiv vermarktet werden.
- Sie werden den Charakter des Unternehmens, also dessen Wahrnehmung als
Unternehmensmarke bei den Konsumenten, immer stärker prägen.
- Sie müssen als Element der Unternehmensstrategie im Wettbewerb eingesetzt werden.
Services werden für die Steigerung der unternehmerischen Wertschöpfung ein
entscheidender Faktor sein. Im Wettbewerb qualitativ austauschbarer
Produkte, die es auch noch in hervorragender Qualität im Überfluß gibt,
wird das Zusatzangebot zur zentralen Argumentationsplattform gegenüber
dem Kunden.
Die neue Rolle des Service als Strategie
Was macht den Service und die Notwendigkeit, ihn als eigenständiges Produkt
zu verstehen, heute so wichtig? Neben dem bereits angesprochenen
Gleichstand bei der Qualität der Hardware spielen die neuen Medien eine
große Rolle. Durch das Internet wird erstmals ein direkter Dialog zu
jeder Tageszeit zwischen dem Anbieter und dem Nachfrager möglich.
Der gesamte Bereich des Service und der eng damit verknüpften
Kundenorientierung ist aus den Grenzen der Marketingbereiche
herausgewachsen. Er hat die Bedeutung eines strategischen Instrumentes
gewonnen. Damit wird der Service zu einem Thema für das gesamte
Unternehmen. Insbesondere auch für die Unternehmensspitze.
Service prägt die Unternehmenspraxis
In der Praxis kommt bisher der stärkste Anstoß aus dem Customer
Relationship Management (CRM). Der Anbieter versucht sich über die
Kundenorientierung gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren und den
Kunden auf Dauer an sich zu binden. Dahinter steht die Einsicht, dass
für den Kunden relevante Produktvorteile kaum noch zu realisieren sind.
In diesem Ursprung des Service-Gedankens liegt eine große
Gefahr: Die Service-Kultur - die in der reinsten Vollendung in einen
Service-to-Success (vgl. TCW-report 2000) mündet, bei dem sich der
Anbieter nicht mehr ausschließlich an den eigenen Kernkompetenzen,
sondern an den Erfolgsfaktoren des Kunden orientiert - darf kein
taktisches Marketingmanöver sein. Die Service-Produkte werden zu
strategischen Kernelementen des Unternehmens. Sie müssen ständig
kontrolliert und weiterentwickelt werden.
Durch die strategische Ausrichtung des Service gibt das Management die Grundlage.
Es kann die Forderung nach einem Instrumentarium für die
Implementierung und Umsetzung der Service-Strategie auf
unternehmensweiter Basis nicht erfüllen. Das Management braucht ein
strategisches und operationales Handwerkszeug zur Entwicklung und
Bewertung von Services. Ein erstes Modell für einen
Service-Engineering-Prozess wurde jetzt vom Verfasser entwickelt und in
der Praxis erprobt (vgl. Delphi-Studie 2001).
Was macht die Praxis?
In der Praxis ist die Forderung nach mehr und besserem Service nicht neu.
Zahlreiche Customer Relationship- oder One-to-One-Konzepte werden heute
eingesetzt. Über das Internet wird erstmals ein optimales
Dialoginstrument für die Kooperation von Lieferanten/Kunden verfügbar.
Allzu oft wird die Service-Entwicklung von kurzfristigen Aktionen, von
Marketingkonzepten oder von individuellen Kundenforderungen geprägt.
Ad-hoc-Entwicklungen führen zu Fehlentwicklungen. Es kommt zu teuren
Entwicklungsprozessen, und die Kosten schießen ins Kraut.
Porsche veranstaltet regelmäßig Fahrertrainings in anspruchsvollem Ambiente.
Sie gelten intern als das bei weitem wirkungsvollste
Kundenbindungsinstrument. Der Kunde muss voll bezahlen.
Die Lufthansa geht wieder einen anderen Weg. Das Angebot von Buchungen und
Reservierungen über Online-Medien ist ein zusätzlicher Service, der von
vielen Großkunden gern wahrgenommen wird. Vergünstigungen für
Internet-Bucher gibt es bisher allerdings nicht. Die Handelsspanne der
Reisebüros bleibt bei der Lufthansa.
Grundsätzlich gilt, dass der Service auch als Instrument einer aktiven Preispolitik eingesetzt werden soll. Eine Rabattgewährung für große Kunden oder eine
Preisdifferenzierung nach Kundengruppen soll keinesfalls ausgeschlossen
werden: Die flexible Preisgestaltung bei den Services wird vom Markt
verlangt.
Ein Cocktail der Ambitionen
In der Praxis der Unternehmen zeigen sich zwei Linien: Einerseits werden
Services heute in großer Menge und aus den unterschiedlichsten
Beweggründen heraus angeboten. Andererseits dienen gerade zusätzliche
Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem angestammten Produktangebot
einer Erweiterung des Geschäftes.
So hat IBM aus einer zunächst unfreiwillig erbrachten Leistung ein lukratives Geschäft mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz gemacht. IBM nimmt Großkunden im
Gegenzug gegen die Lieferung neuer Ware die alten Computer ab. Früher
wollte IBM nichts damit zu tun haben. Heute wird der Service den
richtigen Kunden ausdrücklich angeboten. Das Unternehmen hat für die
Weiterverarbeitung der zurückgenommenen Maschinen ein Netz von
speziellen Fabriken aufgebaut. Heute hat das Demanufacturing für IBM
strategische Bedeutung. Weil die Vorschriften für das Deponieren von
Elektronikschrott immer strenger werden, ist das IBM-System ein
überzeugender Kundenservice geworden. Bei einer Umfrage unter 150
Konzernen in den USA, Frankreich, England und Kanada waren mehr als 50
Prozent daran interessiert, das Programm näher kennenzulernen.
Eine ganz andere Strategie wird bei Procter & Gamble erprobt. Das
Unternehmen hat mehr als eine Milliarde Dollar in 70 verschiedene
Internet-Services investiert. Von ‘beinggirl.com‘ über ‘pg.com‘ bis
‘reflect‘ und ‘physique.com‘ bietet der Konzern interessierten
Konsumenten eine Vielzahl von Services an. Die Methode nach dem Prinzip
‘trial and error‘ muss sich ein Unternehmen leisten können, denn für
diese Services gibt es zunächst keine Deckungsbeiträge.
Dafür gewinnt der Konzern die Aussicht auf ganz neue Geschäftsmodelle. So hat
P&G unter reflect.com einen Pflege-Shop eingerichtet, in dem der
Kunde ganz nach den Bedürfnissen seiner Haut oder aus Umwelt-
Vorstellungen heraus gezielt namenlose Komponenten zusammenstellen
lassen kann. Bis hin zum Parfum oder der Hautcreme nach eigener
Rezeptur.
Kommt die Ware beim Kunden an, ist das namenlose
Produkt dekorativ verpackt. Auf Cremetopf oder Duftzerstäuber prangt
der Name des Bestellers in modischem Design. Werden die Konsumenten
massenhaft auf das neue Angebot fliegen?
Strategisch ist das Experiment von hohem Wert. Der Service könnte für P&G zum ersten eigenen Vertriebsweg werden, der dem Unternehmen, das bisher nur mit
Vertriebspartnern kooperiert, den Zugang zu den Konsumenten öffnet. Der
direkte Kontakt mit dem Kunden würde es dem Konzern erlauben, in der
Zukunft ganz gezielt mit jedem Kunden eine dauerhafte Beziehung zu
gestalten. Über den Service wird ein neues Geschäftsfeld geöffnet.
Die Verquickung von Service und Businessmodell wird durch die
Onlinekommunikation immer häufiger. Es wird quer durch alle Branchen
zunehmend schwierig, die unternehmerische Leistung in einen Serviceteil
und einen Hardwareteil aufzusplitten. Der Service wächst meist
untrennbar in den Geschäftsprozess hinein.
Die wenigen Beispiele zeigen, dass die strategische Interpretation des Service heute
weit über das traditionelle Konzept einer an das Produkt gebundenen
Dienstleistung hinausgeht. Kundenservice wird zu einem Werkzeug der
Unternehmensentwicklung und der Markterschließung aufgewertet.
Dem ist von der Seite des Managements keine große Bedeutung zuzumessen. Der
zentral wichtige Aspekt ist das Verständnis der Serviceentwicklung als
Kernbereich der Unternehmensführung. Es bleibt die Aufgabe des
Managements, den richtigen Service in der Unternehmenskultur zu
verankern.
Das Phasenmodell des Service Engineering-Prozesses
Für die systematische Verfolgung einer Service-Strategie ist „trial and
error‘ nicht unbedingt der goldene Weg. Das wird sich nur in
Ausnahmefällen am Ende auch bezahlt machen.
Die Unternehmen brauchen den genau definierten Service zumindest in der ersten Stufe
für die Realisierung eines Leistungsbündels aus Hardware und
immaterieller Dienstleistung. Beides ist in den Einzelteilen und in der
Summe auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten.
Damit wird die Service-Entwicklung genau wie die Produktentwicklung zu einem
unternehmensweiten auf Dauer fortzuschreibendem Prozess. Das Management
wird unternehmensintern an den optimalen „Kreuzungen‘ den Dialog
zwischen Service-Entwicklern und den Kollegen aus der
Produktentwicklung institutionalisieren. Die Prozesse fließen
spätestens in dem Angebot zusammen, das am Ende der
Unternehmenspipeline dem Kunden gemacht wird.
Bei einem Omnibushersteller ergaben sich im Rahmen einer Produktklinik nicht nur
Anforderungen für die Gestaltung des Produktes, sondern auch Wünsche an
den Service nach Ablieferung. So regten die Fuhrunternehmer an, der
Hersteller solle ein System entwickeln und einplanen, das wie bei einem
UPS-Paket jederzeit automatisch Auskunft darüber geben kann, wo sich
der Bus gerade befindet und in welchem technischen Zustand er ist.
Die Integration eines entsprechenden Systems ist in der Entwicklungsphase
noch relativ leicht zu bewältigen. Ein nachträglicher Einbau erlaubt im
Vergleich dazu nur eine teurere und technisch weniger perfekte Lösung.
Das Beispiel zeigt, dass durch die frühe Einbeziehung der zukünftigen
Abnehmer und Nutzer bei der Entwicklung eines Produktes neue
Produktmerkmale entstehen können, die auf einer Kombination aus
Hardware und Service bestehen.
Je weiter sich das Unternehmen zu einer customer-driven Organisation entwickelt, um so weniger wird noch über die bevorzugte Entwicklung von Service diskutiert werden.
Wenn im Rahmen eines Service to Success alle Unternehmensprozesse an
der Vorteilsgewinnung für den Kunden ausgerichtet sind, wird das
Servicedenken zum zentralen Element der Unternehmensentwicklung.
Empfehlungen für eine systematische Verquickung der Unternehmensprozesse in einer integrierten Produkt-/Serviceentwicklung
Eine systematische Entwicklung von Serviceleistungen kann mit einem
Phasenmodell organisiert werden. Mit dem Modell soll die Lücke von der
Idee einer neuen Serviceleistung bis hin zur konkreten Umsetzung am
Markt geschlossen werden. Dazu gehört auch das Controlling und die
Einspeisung der Ergebnisse in die weitere Service-Entwicklung.
Am Beginn des Prozesses steht die Ideenfindung für neue Serviceprodukte.
In die Ideenfindung müssen Anregungen aus dem Unternehmen, von den
Kunden und aus dem Branchenumfeld Eingang finden. Markt- und
Zukunftsforscher geben wichtige Impulse.
Die Entwicklungsphase beginnt mit der Ermittlung der Anforderungen an die zu gestaltende
Serviceleistung. In dieser Phase kommt der Einbeziehung der Kunden
besonderes Gewicht zu. Der Kunde kann am besten sagen, welche Services
den größten Nutzen stiften. Eine Einschränkung ist zu machen: Das
Vorstellungsvermögen der Kunden für innovative Lösungen ist oft gering.
Bei kreativen Neuschöpfungen von Services werden die Kunden
häufig nur ungenaue Vorstellungen über den zukünftigen Nutzen haben. In
diesen Fällen helfen nur realistische Annahmen über die zu erwartenden
Vorteile weiter. Gerade bei der Einführung von elektronischen
Marktplätzen oder anderen internetbasierten Serviceleistungen muss im
Bereich der Kundenorientierung ein unternehmerisches Risiko getragen
werden.
In der anschließenden Designphase werden die
wirtschaftlichen Dimensionen des Projektes umrissen. Angestrebte
Ergebnisse, Zeitplan und Infrastruktur werden beschrieben. Dadurch
können entlang der Serviceleistungskette controllingfähige
Prozessmerkmale und Verhaltensgrundsätze für nur schwer
standardisierbare Situationen definiert werden.
Am Ende der Designphase liegt ein Drehbuch für die Umsetzung des Projektes vor. Es
beschreibt von der Ausstattung des Service über die Umsetzung und
Pflege in der Praxis bis hin zu den erwarteten wirtschaftlichen
Ergebnissen und deren Kontrolle alle Stufen des Vorhabens.
Das Service Engineering mündet in der Präsentation des Projektes am Markt.
Jetzt geht es um die kontinuierliche Evaluierung des neuen Service. Ein
Verbesserungs-Team arbeitet Schwachpunkte auf. Marktinformationen
werden zur Optimierung des Service genutzt. Das Projekt wird in einen
kontinuierlichen Prozess der Umsetzung entlassen.
Ziel des gesamten Service Engineering-Prozesses ist die Entwicklung eines
systematischen Vorgehens bei der Produktion von Services. Im gelungenen
Fall wird dabei der Bedarf an Nachbesserungen vermieden. Gleichzeitig
sichert das System eine gezielte Entwicklung auf einem genau
beschriebenen Qualitätsniveau. Die exakte Vorarbeit erleichtert die
Bewertung des Erfolges in der Praxis.
Die strategische Komponente
Die erfolgreiche Umsetzung von Service-Strategien ist unter zwei Aspekten voranzutreiben:
1) Die Unternehmen brauchen ein verläßliches Instrumentarium für die
kontinuierliche Entwicklung von Service. Die Methoden können
individuell entwickelt werden. Einem modularen System aber, das den
Anforderungen der unterschiedlichsten Märkte und Anforderungen angepaßt
werden kann, wäre der Vorzug zu geben. Das System darf keine
Insellösung sein.
2) Die Entwicklung und das Angebot von Service
muss als eine strategische Aufgabe begriffen werden. Im gebotenen
Service spiegeln sich alle kundenrelevanten Aktivitäten des
Unternehmens wider. In vielen Fällen wird der Kunde ‘sein‘ Unternehmen
in erster Linie über den Service wahrnehmen.
Auf dem Gebiet der Instrumente herrscht bei oberflächlicher Betrachtung heute keine
Knappheit. Sicher sind es mehr als ein Dutzend Software-Firmen, die
heute CRM-Programme in den unterschiedlichsten Ausführungen anbieten.
Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese Programme für die
Entwicklung innovativer Serviceprodukte nicht geeignet sind. Sie eignen
sich eher für die Verwaltung und das Controlling von vorhandenen
Kundenbindungsprogrammen. Das Generieren neuer Services und ihre
Bewertung vor dem Einsatz müssen eigenständig aufgebaut werden.
Die Entwicklung eines Instrumentariums muss auf Innovation ausgerichtet
sein. Die Aktivierung des im Unternehmen offen und versteckt
vorhandenen Wissens spielt dabei eine gewichtige Rolle. Hinzu kommt die
Notwendigkeit eines Recherche-Instruments, das auf internationaler
Basis alle vorhandenen Ansätze nutzbar machen kann. Dies wäre eine
Aufgabe für das Wissensmanagement.
Mehr Service muss sein. Produktvorteile allein sind zu wenig. Wettbewerbe über niedrige Preise sind zu gefährlich: Wenn die Kunden in einer Branche über den Preis
geködert werden, wird damit eine nicht mehr aufzuhaltende Spirale nach
unten in Gang gesetzt.
Für das Management wird es darauf
ankommen, die Service-Entwicklung in den Leistungsprozess des
Unternehmens zu integrieren. Bei der Entwicklung von Produkt und
Service bietet sich eine enge Verbindung an. Service wird zu einer
strategischen Aufgabe.
Die Unterscheidung zwischen Service und
Produkt wird in der Zukunft noch schwerer werden, als sie bisher schon
ist. So wird der Service von Maschine zu Maschine, zum Beispiel bei der
Betreuung von Computern oder Küchengeräten durch den Hersteller und
über das Internet, sicherlich als Produktfeature und als Service eine
Rolle spielen. Es wird auch immer häufiger vorkommen, dass aus einem
Service ein eigenständiges Geschäft entsteht.
Das Management wird dadurch zusätzlich gefordert. Bindung an die Vergangenheit ist
schädlich. Experimentierlust auf neuen Feldern ist hilfreich. Denken
über die alten Produktgrenzen hinweg führt zum Erfolg.
Im Rahmen der Delphi Studie: Service- und Wissensmanagement zur
Leistungs-steigerung, an der sich 100 Unternehmen aus unterschiedlichen
Branchen beteiligten, zeigt auf, welche Potentiale durch ein
effizientes Service- und Wissensmanagement-System erschlossen werden
können. Die Handlungsempfehlungen sind:
1. Service entwickelt sich zum eigenständigen Produkt und wird eine strategische Komponente. 2. Systematische Service- Entwicklung reduziert den Entwicklungs- und Gestaltungsaufwand. 3.
Kundenbindung läßt sich durch die Erlebnisqualität des Service erhöhen.
Variabilität und Vielfalt des Serviceumfangs entscheiden über den
Wettbewerbsvorsprung. 4. Die Preisstellung von Serviceleistungen an
den Kunden ist schwierig umsetzbar und muss mit Target Costing und
Prozesskostenrechnung unterstützt werden. 5. Qualitätsorientierung
und die Zuverlässigkeit der Organisation sind der Maßstab für die
Umsetzung der Servicementalität des Unternehmens. 6.
Entwicklungspartnerschaften mit Lieferanten, Wettbewerbern und vor
allem mit Kunden unterstützen die Umsetzung einer konsequenten
Kernkompetenzstrategie.
Weiterführende Literatur nach oben
zurück
|