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Leistungsgewandelte Mitarbeiter - Personal zurück in die Produktivität

[09.06.2017]

Foto: Monkey Business - fotolia.com
Leistungsgewandelte Mitarbeiter gewinnen insbesondere in Fertigung und Montage an Bedeutung. Umso wichtiger wird es, Personal wieder in die Produktivität zu überführen und nachhaltig in den produktiven Prozessen zu halten. Dies bedeutet einen Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das TCW unterstützt Sie bei der Konzeptionierung und Umsetzung von Maßnahmen und der Arbeitsplatzgestaltung um die ungenutzten Potenziale Ihrer Mitarbeiter auszuschöpfen und Kosten zu sparen.

Leistungsgewandelte Mitarbeiter sind ein Thema für alle Unternehmen – unabhängig von Größe und Branche

Über 95 % der Schwerbehinderten sind nach Definition leistungsgewandelte Personen, d.h. Einschränkungen sind nicht angeboren. Bei 85 % von ihnen sind Krankheiten die Ursache dafür. Das heißt es geht nicht in erster Linie um die Integration eingeschränkter Mitarbeiter. Stattdessen gewinnt die produktive Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern in Fertigung und Montage, die durch Krankheit, äußere Umstände oder Alter nicht mehr in ihrer ursprünglichen Tätigkeit arbeiten können, an Bedeutung. Der Anteil leistungsgewandelter Mitarbeiter liegt heute bei einigen Unternehmen über 10%, Tendenz steigend.

Unterschätze Zusatzkosten

Die Rechnung ist ganz einfach. Kann ein Mitarbeiter nicht mehr in der taktgebundenen Montage arbeiten, wird er häufig auf einen Arbeitsplatz versetzt, bei dem er noch 50%, im Extremfall nur unter 20% der normalen Leistung erreichen kann – und von ihm nicht mehr erwartet wird. Somit ersetzen zwei leistungsgewandelte Mitarbeiter einen vollen Arbeitsplatz, müssen jedoch durch zwei zusätzliche Mitarbeiter auf ihren ursprünglichen Positionen ersetzt werden. Das bedeutet für zwei leistungsgewandelte Mitarbeiter mindestens eine zusätzliche Stelle! Bei einer Belegschaft von 1000 Mitarbeitern, dem oben angegebenen Anteil von 10% leistungsgewandelten Mitarbeitern und angenommenen Lohnkosten von 50.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr ergeben sich Zusatzkosten von 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

Allgegenwärtiges Thema in Beratungsprojekten

Das TCW ist in verschiedenen Projekten in unterschiedlichen Branchen mit dem Thema leistungsgewandelte Mitarbeiter konfrontiert worden. Beispielsweise bei einem Projekt zur Montageprozessoptimierung in der Automobilindustrie. Die eigentlichen Inhalte unterschieden sich von anderen Projekten, die Problemstellung bezüglich der Mitarbeiter war jedoch dieselbe: Wie bekommen produzierende Unternehmen in Zeiten der zunehmenden Alterung der Belegschaft und gestiegener psychischer Belastungen ihre Mitarbeiter nachhaltig bis ins hohe Alter produktiv beschäftigt? Und die Betonung liegt auf produktiv! Denn die Mitarbeiter wurden ursprünglich – wie auch in vielen anderen Fällen – in eigens geschaffene „Schonarbeitsplätze“ oder in indirekte Bereiche abgeschoben. Unsere Erfahrung ist, dass dies nicht nur unnötig kostenintensiv ist, sondern auch zu erheblicher Demotivation der Mitarbeiter führt und damit zu Produktivitätsverlusten.

Alte Problemstellung mit zunehmender Bedeutung

Das Thema war natürlich nicht neu. Gerade die Automobilindustrie hat seit längerer Zeit die Beschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeiter auf der Agenda. So hat Ford bereits im Jahr 2001 in Köln ein Integrationsteam eingeführt. Volkswagen verfolgte im selben Jahr mit dem Programm „Work2work“ den gleichen Ansatz und Daimler gliederte im Jahr 2006 bei einer Belegschaft von 150.000 Mitarbeitern immerhin 2100 Mitarbeiter wieder ein. Doch nach wie vor haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, geeignete Arbeitsplätze innerhalb der regulären Produktion zu finden. So auch in diesem Projekt der Montageprozessoptimierung. Dies führte nicht nur zu Unzufriedenheit bei betroffenen Mitarbeitern und Kollegen, sondern zusätzlich zu sinkender Effizienz in der Produktion sowie Folgekosten durch Krankheit, Frühverrentung und Altersteilzeit.

Alle Beteiligten einbeziehen um eine sachlichen Diskussion sicherzustellen

Viele der Mitarbeiter hatten durch psychische und physische Einschränkungen besondere Anforderungen. Die enge Einbindung des Betriebsrats und der Arbeitnehmer stellte sicher, dass Meinungen und Anforderungen frühzeitig abgeholt wurden. Auf diese Weise konnte eine sachliche Diskussion geführt und echte Verbesserungen erzielt werden. Insbesondere von Seiten des Betriebsrats wurde dabei die offene und direkte Abstimmung aller Beteiligten gelobt, wodurch die beschlossenen Maßnahmen schnell umgesetzt werden konnten. Zusätzlich war eine zielgerichtete Diskussion zur Anpassung von Arbeitsplätzen nötig. Häufig helfen schon kleine Anpassungen dabei, Mitarbeiter wieder bis zu 100% auslasten zu können und in der Gruppe, gegebenenfalls sogar taktgebunden einzusetzen. Zum Beispiel durch die Optimierung des Layouts und durch technische Hilfsmittel. Gerade technologische Neuerungen bieten interessante Möglichkeiten. So können kollaborierende Roboter nicht nur die Personalkosten senken, sondern den Mitarbeitern zusätzlich unergonomische oder belastende Arbeiten abnehmen.

Win-Win Situation für Mitarbeiter und Arbeitgeber

Der Ansatz im beschriebenen Projekt war es, Arbeitsplätze zu identifizieren oder zu schaffen, welche die Leistungsfähigkeit, Erfahrung und das individuelle Know-How ausschöpfen. Damit wurde den Mitarbeitern nicht nur eine ausfüllende und interessante Beschäftigung geboten. Das stärkt in erheblichem Maße das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter, führt zu einem niedrigerem Krankenstand und höherer Motivation. Es nutzt gleichzeitig direkt dem Unternehmen, da die Kenntnisse und Fähigkeiten optimal eingesetzt werden und leistungsgewandelte Mitarbeiter zu 100% produktiv arbeiten können.

Publikationen

Praxisbeispiele

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