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Methoden zur Erreichung optimaler Bestände

[30.03.2009]

Die Verbesserung der Liquiditätssituation ist insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise und den damit verbundenen Schwierigkeiten, die Kreditlinien auszuweiten, eine wichtige Aufgabe für Unternehmen. Ein probates Mittel hierfür ist die Reduzierung des Umlaufvermögens. Ansatzpunkte sind die Anpassung der Lagerreichweiten von Rohmaterialien, die Optimierung der Bestände in der Produktion und die Verbesserung des Forderungsmanagements. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage nach der anzustrebenden Bestandshöhe. Zur Beantwortung dieser Frage hat das TCW eine Methodik entwickelt, mit der eine gute und schnelle Abschätzung der optimalen WIP-Höhe auf Basis der Umsatzplanung und auf Basis von Durchlaufzeiten erreicht werden kann.

"Schauen Sie sich doch mal die Bestände an. Vor allem das WIP. Da muss doch was rauszuholen sein! Um wie viel können wir die Bestände Ihrer Meinung nach senken?"

Diese Frage stellte uns der Vorstand eines deutschen Maschinenbauunternehmens vor einigen Wochen. Eine durchaus berechtigte Frage, auf die wir gerne eine Antwort geben wollten. Zur Bestimmung des Bestandsreduzierungspotenzials haben wir eine Methode eingesetzt, mit der man bei unterschiedlichen Voraussetzungen relativ schnell gute Näherungen berechnen kann.

Zunächst gilt es innerhalb des betrachteten Geschäftsbereiches, Produktgruppen zu identifizieren, die hinsichtlich ihrer Rahmenbedingungen möglichst homogen sind. Beispiele für Rahmenbedingungen können sein:

  • Genauigkeit der Vorgabewerte
  • Verfügbarkeit von IST-Daten
  • Homogenität des Betrachtungsgegenstandes
  • Technische Rahmenbedingungen
  • Produktionssystematik
  • Zusätzliche Informationen der Mitarbeiter
  • Sonstige Einflüsse

 

Für solche homogenen Gruppen wird auf Basis der vorhandenen Informationen ein Bewertungsverfahren ausgewählt. Im Wesentlichen stehen drei Bewertungsverfahren zur Auswahl:

  1. die IST-Durchlaufzeit / PLAN-Durchlaufzeit - Relation:
  2. die IST-Durchlaufzeit / BENCHMARK-Durchlaufzeit - Relation:
  3. die WIP/Umsatz - Relation:

 

Die Vorgehensweisen der drei Methoden lassen sich in einem Ablaufschema beschreiben:

  1. die IST-Durchlaufzeit / PLAN-Durchlaufzeit - Relation:

    1. Auswertung der Plan-Durchlaufzeiten gemäß Laufkarten:
      Die vorhandenen Arbeitspläne werden hinsichtlich ihrer vorgegebenen Bearbeitungszeiten analysiert. Es werden die Plandurchlaufzeiten ermittelt.
    2. Auswertung der tatsächlichen IST-Durchlaufzeiten anhand von repräsentativen Aufträgen:
      Abgearbeitete Aufträge werden ausgewertet. Dazu werden die Rückmeldungen aus dem vorhandenen ERP-System erfasst und die tatsächlichen Durchlaufzeiten ermittelt. Hierbei lassen sich direkt Schwachstellen erkennen und es können unmittelbar erste Ansätze zur Prozessoptimierung entwickelt werden.
    3. Ermittlung der DLZ-Differenz:
      Die Abweichung von IST- zu PLAN-Durchlaufzeit wird ermittelt und als Prozentwert ausgewiesen.
    4. Berechnung des WIP-Reduzierungs-Potenzials:
      Die prozentuale Differenz aus 3. wird auf den aktuellen WIP-Bestand angewendet. So liegt eine erste Abschätzung für das Optimierungspotenzial vor.
  2. die IST-Durchlaufzeit / BENCHMARK-Durchlaufzeit - Relation:

    1. Ermittlung der aktuellen WIP-Bestandsmenge:
      Ermittlung der Stückzahlen aus ERP-System, Reports oder Zählung.
    2. Berechnung der HK/Stk auf Basis der aktuellen WIP-Bewertung:
      Die Herstellstückkosten werden im Folgenden lediglich als Multiplikator für die Bestimmung des Ziel-WIP-Bestands benötigt.
    3. Bestimmung der aktuellen Durchlaufzeit auf Basis der monatlichen Produktionsmenge:
      Die monatliche Produktionsmenge kann als Mittelwert der Verkaufsmengen aus dem ERP-System oder aus dem Vertriebsreporting entnommen werden.
    4. Ermittlung der DLZ-Differenz zur Benchmark-DLZ:
      Die Benchmark-DLZ wird aus der TCW-Datenbank ausgelesen. Hierbei kann auch eine Zielspanne angegeben werden.
    5. Berechnung der SOLL-WIP-Bestandsmenge:
      Bestimmung der SOLL-Stückzahlen im WIP per Dreisatz aus IST-Durchlaufzeit und Benchmark-Durchlaufzeit.
    6. Berechnung des WIP-Reduzierungs-Potenzials:
      Das Reduzierungs-Potenzial wird aus dem Produkt der Stückzahlreduzierung und den Herstellstückkosten berechnet.
  3. die WIP/Umsatz - Relation:

    1. Bestimmung der HK/VK-Relation:
      Um die in Geldwerten ausgewiesenen Bestände mit den Umsätzen vergleichbar zu machen, werden die in Relation zum Verkaufserlös verbuchten Herstellkosten ermittelt.
    2. Berechnung des Brutto-WIP:
      Die Relation wird auf die verbuchten Bestände gem. Reportingsystem angewendet. Man erhält den Brutto-WIP-Bestand.
    3. Bilden der Umsatz/Brutto-WIP Relation:
      Der Brutto-WIP-Bestand wird den Umsatzerlösen gegenübergestellt.
    4. Berechnung der aktuellen Durchlaufzeit:
      Aus der Umsatz/Brutto-WIP Relation wird die Durchlaufzeit auf Wochenbasis errechnet.
    5. Ermittlung der DLZ-Differenz zur Plan-DLZ in %:
      Aus dem Vergleich mit der Plan-Durchlaufzeit aus den Arbeitsplänen wird die prozentuale Abweichung ermittelt.
    6. Berechnung des WIP-Reduzierungs-Potenzials:
      Durch die Anwendung der ermittelten Abweichung auf das Netto-WIP wird das Reduzierungs-Potenzial berechnet.

 

Durch die gezielte Anwendung der unterschiedlichen Methoden ist es dem TCW gelungen, dem Maschinenbauunternehmen für seine drei Produktgruppen klare Bestandsziele zu nennen, die die vorliegenden Rahmenbedingungen berücksichtigen. Im Rahmen des Projektes konnten insgesamt über 40 Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen werden, deren Umsetzung zu einer nachhaltigen Bestandsreduzierung und Prozessstabilisierung führen wird.

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