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Online-Auktionen: Einkaufspreisreduzierung um über 15%
[21.03.2002]
Folgende Anekdote zeigt im übertragenen Sinne die Bedeutung des
Einkaufs für das unternehmerische Entscheidungsverhalten auf: ‘In Linz
(Österreich) berät man, welches Stück am Theater zu Ostern herauskommen
soll. Jemand schlägt den ‘Wilhelm Tell‘ vor. Der Direktor winkt ab.
‘Tell spiele ich prinzipiell nur im Herbst. Da sind die Äpfel
billiger!‘. Gerade in Zeiten wo E-Technologien und Virtuelle Märkte
die Einkaufswelt beherrschen, spielen innovative Ansätze zur
nachhaltigen Senkung der Einstandskosten eine bedeutende Rolle. Eine
Auswertung der im letzten Jahr vom TCW abgewickelten Online-Auktionen
über Internet zeigt, dass der Einsatz dieses Tools zu einer
signifikanten Reduzierung der Einkaufspreise von über 15% führt.
Die Auftragslage vieler Unternehmen weist derzeit auf hohe freie
Produktionskapazitäten hin. Diese Unternehmen sind häufig bereit,
Aufträge auch dann anzunehmen, wenn sie lediglich einen geringfügigen
Deckungsbeitrag leisten, aber dauerhaft nur begrenzt zur Deckung der
fixen Kosten beitragen. Die erfolgreiche Durchführung der an einer
deckungsbeitragsorientierten Kostenkalkulation fordert eine absolute
Transparenz und ideale Marktbedingungen. Die Anonymität unter den
potenziellen Lieferanten und eine hohe Wettbewerbsintensität werden
vorausgesetzt. Diese Voraussetzungen werden durch Online-Auktionen
erfüllt. Im Gegensatz zu traditionellen Shop-Lösungen handelt
es sich bei dieser Transaktionsform um organisierte Märkte, die von
neutralen Dienstleistern betrieben werden. Angebot und Nachfrage werden
auf Basis einer Internet-Plattform zusammengeführt. Der Abnehmer kann
sich in Konsequenz durch die Veranstaltung einer Auktion einen eigenen,
virtuellen Markt schaffen. Er bestimmt den Zeitpunkt und die Dauer
seines Marktes und damit die Möglichkeit, Gebote für die Lieferung
eines vorab festgelegten Auftragsvolumens abzugeben. Zu seinem
Handelsplatz haben nur die von ihm ausgewählten Teilnehmer Zutritt.
Durch die Visualisierung der abgegebenen Gebote für alle Teilnehmer
besteht auf dem virtuellen Markt eine ungewöhnlich hohe
Markttransparenz über die Preishöhe für die Lieferung eines
spezifischen Leistungsumfangs, der im Vorfeld der Auktion vom Abnehmer
genau festgelegt für alle Bieter einheitlich und verbindlich geregelt
wurde. Dabei stellt die Vorverlagerung von Einkaufsaktivitäten
einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Reduzierung der Einkaufs- und
damit Einstandspreise dar. Die im Normalfall über einen längeren
Zeitraum verteilten Aktivitäten, wie beispielsweise Lieferantensuche,
Markrecherchen, Ausschreibung und genaue Spezifikation der zu
liefernden Leistung im Vorfeld einer Auftragsvergabe, werden im Rahmen
der Vorbereitung einer Online-Auktion innerhalb eines vordefinierten
Zeitfensters strukturiert abgearbeitet. Die Identifizierung
geeigneter Güter setzt zunächst eine Strukturierung des bestehenden
Entscheidungsfeldes im Sinne einer Ist-Analyse voraus. Der Einkäufer
verschafft sich so einen Überblick über Schwerpunkte und
Charakteristika der zu beschaffenden Güter und Leistungen sowie der
betroffenen Beschaffungsmärkte. Als Methode zur Strukturierung des
Entscheidungsfelds kann auf die Portfolioanalyse zurückgegriffen
werden. Diese Vorgehensweise wird im TCW-Report Online-Auktionen
erläutert und fasst anhand von mehreren Fallstudien die umfangreichen
Erfahrungen des Autors bei der Durchführung von Online-Auktionen in
unterschiedlichen Branchen zusammen. Die Fallstudien beschreiben über
den Einsatz von Standardauktionen hinaus die Anpassung von
Auktionsmodellen an die unternehmensspezifische Ausgangssituation und
geben so dem Leser einen Überblick über die Möglichkeiten des Einkaufs,
den Unternehmenswert durch den Einsatz von Online-Auktionen maßgeblich
zu steigern. Weiterführende Literatur: - Online-Auktionen. Neue Wege zur Erschließung von Einsparpotenzialen im Einkauf, TCW-report Nr. 36, München 2001
- Einkaufspotenzialanalyse. Programme zur partnerschaftlichen Erschließung von Rationalisierungspotentialen, München 2000
- Advanced Purchasing. Leitfaden zur Einbindung der Beschaffungsmärkte in den Produktentwicklungsprozess, München 2002
- Electronic Sourcing. Leitfaden zur Nutzung von IT-Technologien für die Beschaffung, 4. Auflage, München 2002
- E-Technologien. Leitfaden zum Einsatz von E-Technologien in der Wertschöpfungskette, 3. Auflage, München 2002
Permanente Probeauktionen finden Sie auf unserer Homepage: www.electronic-sourcing.de nach oben
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