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Strukturierung der Projektarbeit eines Finanzdienstleisters unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen
[21.03.2003]
Der Markt für Finanzdienstleistungen befindet sich seit einigen Jahren
im Umbruch und wird sich weiter wandeln. Neue Technologien –
insbesondere das Internet – bedeuten Chancen, aber auch Risiken. Dem
Wachstum durch die Erschließung neuer Vertriebskanäle stehen hier große
Ausgaben für deren Errichtung und Unterhalt gegenüber. Gleichzeitig
werden durch das Internet Märkte effektiver, Informationsasymmetrien
abgebaut und der Handel beschleunigt. Damit sinkt das
„Herrschaftswissen" der Banker; die Ansprüche der Kunden hinsichtlich
der Qualität von Beratung und Produkten steigen, nicht marktgerechte
Angebote werden nicht mehr akzeptiert. Die Öffnung der Grenzen in
Europa führt infolge der Liberalisierung der Gesetze zu einer
Entwicklung neuer, kreativer Finanzdienstleistungs-Produkte, wodurch
die Komplexität der Abwicklung steigt. Andererseits hat dieser
Liberalisierungsprozess eine Welle von
„Merger-and-Akquisitions"-Tätigkeiten bewirkt – ein Trend, der auch
weiterhin anhalten wird: Analysten schätzen, dass bis zum Jahre 2005
jedes deutsche Kreditinstitut in irgendeiner Form mit einem
Partnerunternehmen zusammengehen wird.
In diesem Spannungsfeld zwischen steigenden Kundenanforderungen und
der Notwendigkeit einer Effizienzsteigerung – nicht nur der
Vertriebsorganisation, sondern auch der Back-Office-Bereiche und der
Verwaltung – ist eine Neuausrichtung aller Prozesse an den Leitlinien
der Kundenorientierung und der Prozesseffizienz und -fähigkeit eine
Möglichkeit, nachhaltig die Position des Unternehmens zu sichern und
auszubauen. Vor diesem Hintergrund hat eine große deutsche
Kapitalanlagegesellschaft das TCW mit der Durchführung eines
Reengineering-Projekts beauftragt. Gemäß dem Grundsatz, dass Ressourcen
knapp sind und ausschließlich den effizientesten Projekten zugeteilt
werden können, wurde dem eigentlichen Hauptprojekt eine zweiwöchige
Vorstudie vorgelagert. Als deren Ziele wurden festgelegt: - Analyse von Rahmenbedingungen
- Ausweisung
des im Hauptprojekt zu realisierenden Potenzials durch die
Identifikation von Kostensenkungs- und Leistungssteigerungs-Potenzialen
- Definition von Handlungsfeldern und Vorgehensweisen zur Potenzialrealisierung
- Definition von Teilprojekten
Im Rahmen von Audits wurden zunächst die relevanten Prozesse im
Untersuchungsbereich identifiziert. Mit Mitarbeitern aller an diesen
Prozessen beteiligten Abteilungen wurden dann insgesamt vier
umfangreiche Prozessanalyse-Workshops durchgeführt. Die Prozesse wurden
detailliert aufgenommen und eine umfangreiche Sammlung von Problemen,
aber auch Stärken erstellt. Weiter wurden die bestehenden Daten
ausgewertet und Interviews mit einzelnen Mitarbeitern durchgeführt.
Diese Problemsammlung wurde im nächsten Schritt verdichtet zu einem
Bewertungsprofil: Für einzelne Handlungsfelder wurde eine Beschreibung
des Ist-Zustandes und eine Bewertung des Handlungsbedarfs angegeben.
Auf der Grundlage dieser Problemsammlung und der in den Workshops
identifizierten Handlungsbedarfe wurden dann die einzelnen Teilprojekte
des Hauptprojekts benannt, priorisiert und mit Potenzialen hinterlegt.
Insgesamt wurden mittels der Vorstudie sieben Teilprojekte
identifiziert und ein Potenzial von insgesamt 11 Mio. Euro ausgewiesen.
Durch die zügige Abarbeitung wurde ein effizientes
Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht und ein schneller Start des
Hauptprojekts ermöglicht. Die Vorstudie hat durch ihre
Strukturierungsleistung und die Priorisierung der Handlungspakete des
Hauptprojekts einen effektiven Einsatz der Ressourcen wesentlich
unterstützt und somit eine erfolgreiche Umsetzung der benannten
Potenziale ermöglicht. Weiterführende Literatur:
Seminare: - Intensivseminar Schnell lernende Unternehmen - Quantensprünge im Wettbewerb 07.-11. April 2003 in München
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