Mittelständler optimierte seine Prozesse innerhalb weniger Wochen
[18.03.2002]
Vom Unternehmensaudit zur umgesetzten Prozessverbesserung
Zeit ist Geld. Diese vielfach bekannte Aussage gilt umso mehr, wenn es
sich um die Positionierung von Unternehmen gegenüber der Konkurrenz im
nationalen oder internationalen Wettbewerb handelt. Nach diesem
Grundsatz handelte auch erst kürzlich ein mittelständisches deutsches
Unternehmen eines internationalen Konzerns.
Die Anforderungen der Kunden hatten sich permanent gewandelt und das
Unternehmen konnte diese nicht länger ignorieren. Eine Analyse der
Anforderungen der Kunden und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens
wurde erforderlich. Doch die Kunden duldeten keine langwierigen
Reorganisationen. Eine schnelle Analyse und Umsetzung war gefragt. Das
Unternehmen entschied sich, ein 5-Tage-Audit durchzuführen und die
erforderlichen zu verändernden Themen anhand von GENESIS-Workshops
anzugehen. Innerhalb von 3 Wochen sollte der Auftragsabwicklungsprozess
komplett den Kundenanforderungen angepasst sein. Innerhalb von
5 Tagen wurden mit ausgewählten Führungskräften und Mitarbeitern die
zentralen Daten des Unternehmens aufgenommen, ausgewertet und
präsentiert. Doch wie konnte das, was in diesem Unternehmen früher
Monate dauerte, jetzt in 5 Tagen geschehen? Das 5-Tage-Audit nutzte
hierfür unterschiedliche Effekte und Möglichkeiten zur Beschleunigung
der Analyse: Zeitdruck: Der hohe Zeitdruck
forcierte Auswertungen mit hoher Aussagekraft, reduzierte langwierige
Diskussionen über Fakten und vermied vergangenheitsorientierte Dispute
unter Beteiligten. Bündelung von Kapazitäten und Wissen:
Durch die Zusammenfassung von internem und externem Wissen und die
gemeinsame Auswertung durch interne und externe Sachverständige wurden
zielführende Diskussionsrunden gefördert und der Erkenntnisfortschritt
beschleunigt. Eindeutige Ziele: Die offene
Kommunikation der Zielsetzung des Audits gegenüber den Beteiligten
verhinderte langwierige Zieldiskussionen. Durch die anstehende
Präsentation der Ergebnisse vor allem durch die involvierten
Mitarbeiter wurden Hürden bei der Informationsgewinnung reduziert. Entschlossenheit:
Die Entscheidung über die Durchführung des 5-Tage-Audits verdeutlichte
den Beteiligten die Entschlossenheit zur Veränderung und die
Erwartungshaltung der Geschäftsleitung gegenüber den Beteiligten. Diese
5 Punkte beschleunigten die Informationsgewinnung und deren Auswertung,
verdeutlichten den Unterschied zu bisherigen Analyseverfahren und
wirkten sich direkt auf die Beteiligten des Audits aus. Das
5-Tage-Audit ermöglichte dem Unternehmen in kürzester Zeit quantitative
und qualitative Aussagen. Eine reine Positionsbestimmung reichte der
Geschäftsleitung jedoch für den harten Kampf im Wettbewerb noch nicht
aus, so dass zudem über das 5-Tage-Audit das Unternehmenspotenzial
anhand von Benchmark- und Erfahrungswerten mit ermittelt wurde. GENESIS als Umsetzungsbeschleuniger
Zur Beschleunigung der Anpassung des Auftragsabwicklungsprozesses
entschied sich die Geschäftsleitung für den Einsatz von
GENESIS-Workshops. GENESIS (Grundlegende Effektivitätsverbesserung nach
einer Schulung in schlanker Produktion, Organisation und Beschaffung)
dient zur Beseitigung von Denkblockaden, Lernbarrieren und
Verhaltenswiderständen im mittleren Führungskreis bis hin zu
Machtbarrieren im Top-Management. Das bewährte, bereits in über
180 Unternehmen erfolgreich angewandte Konzept erhöhte durch eine
zielgerichtete Bündelung von Aktivitäten die Lerngeschwindigkeit des
Mittelständlers. Basierend auf einem praxiserprobten Workshop-Konzept,
bei dem Lösungsansätze, Methoden und standardisierte Vorgehensweisen
zur kurzfristigen Prozessverbesserung geboten werden, bewirkte es
innerhalb von vier Tagen sofortige Produktivitätssteigerungen und
stellte eine kurzfristig wirksame Einführungsstrategie von
Effizienzsteigerungsprinzipien in den einzelnen Unternehmensbereichen
sicher. Der GENESIS-Workshop erstreckte sich über vier Tage.
Die Einbeziehung der Erfahrungen und der Problemlösungskapazitäten der
Mitarbeiter vor Ort, selbstständiges Denken und Handeln und Lern- und
Leistungsbereitschaft waren wesentliche Voraussetzungen zur
Verbesserung der Prozesse. Der Workshop setzte sich aus einem
interdisziplinären Team zusammen. Dieses verpflichtete sich zur Lösung
einer gemeinsamen Aufgabe jenseits von Hierarchien und Schnittstellen.
Genutzt wurden hierbei die Erfahrungen der betrieblichen Zusammenhänge
und die Problemkenntnisse der Teilnehmer. Ziel des Workshops waren
kurzfristig realisierbare Verbesserungsvorschläge. Diese wurden durch
das Zusammenwirken aller Beteiligten in kleinen Gruppen und eine
kommunikative Lern- und Arbeitsatmosphäre erreicht. Durch den
Einsatz des Workshops wurden die Geschäftsprozesse radikal in Frage
gestellt und sprunghaft verbessert. Hierzu wurden Schwachstellen im
Prozess identifiziert und beseitigt. Dies führte zu einer Erhöhung der
Produktivität um 38 % und zu einer Reduzierung der Durchlaufzeit um 78
%. Durch das Workshop-Konzept wurde die methodische Kompetenz und die
Motivation der Mitarbeiter erhöht. Zusätzlich umfasste es ein
Qualifizierungskonzept. Intensivseminar als Qualifizierungsbeschleuniger
Besonders bewährt hatte sich die Qualifizierung der am Projekt
beteiligten Mitarbeiter anhand des Intensivseminars. Eine Vermittlung
von reinem theoretischen Wissen war für eine Umsetzungs- und
Qualifizierungsbeschleunigung nicht ausreichend. Das Wissen wurde
anhand von Beispielen aus anderen Unternehmen mit allen Vor- und
Nachteilen und über Planspiele, bei denen die Mitarbeiter selbst
einzelne Konzepte üben konnten, erläutert. Mit den Erfahrungen anderer
Unternehmen und mit den Methoden vertraute Mitarbeiter stellten eine
wesentliche Erleichterung bei der Umsetzung dar. Langwierige
Diskussionen über eventuelle Konzepte und Methoden waren nicht nötig.
Aufbauend auf diesem Erfahrungsschatz und dieser Qualifizierung ergab
sich eine erstaunliche Beschleunigung bei der Erarbeitung und Umsetzung
der erforderlichen Maßnahmen. Weiterführende Literatur: Heggmaier,
R.: Wertsteigerung von Unternehmen, in: ZwF, Zeitschrift für
wirtschaftlichen Fabrikbetrieb, Heft 7-8, München 2001, S. 393 – 398. Wildemann, H.: Value Creation, TCW-Report, München 2002. Wildemann,
H.: Schnell lernende Unternehmen: Leitfaden zur Initiierung von
Lernprozessen auf allen Ebenen im Unternehmen, München 2002. Wildemann,
H.: Produktivitätsverbesserung: Leitfaden zur kurzfristigen
Produktivitätssteigerung in kleinen und mittleren Unternehmen, München
2002.
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