|
|
|
Value to the Customer: Kundenwertorientierte Entwicklung von Investitionsgütern mit Hilfe von Conjoint-Analysen
[03.05.2005]
Lediglich zehn Prozent aller Entwicklungsprojekte führen zu einem
nachhaltigen und dauerhaften Markterfolg. Häufig wird nicht
berücksichtigt, dass letztendlich der Kunde durch seine
Kaufentscheidungen zum Unternehmenserfolg maßgeblich beiträgt.
Insbesondere in den umkämpften Käufermärkten des
Investitionsgüterbereichs ist die frühzeitige Identifikation der
Anforderungen und die Integration des Erfahrungswissens der Kunden zu
einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Die Conjoint-Analyse
ermöglicht eine optimale Ausrichtung von Produkten, Produktkonzepten
aber auch der zugehörigen Dienstleistungen an den jeweiligen Markt- und
Kundenanforderungen.
Kundenorientierung darf nicht erst im Rahmen der Vermarktung bereits
existierender Produkte erfolgen, sondern ist bereits frühzeitig bei der
Entwicklung neuer Produktideen und Lösungskonzepte einzusetzen.
Untersuchungen zeigen, dass lediglich ein Drittel der befragten
Unternehmen die Kunden systematisch in ihre Entwicklungsprozesse
einbinden. Der Investitionsgüterbereich ist durch einige
Spezifika geprägt, durch die die Kundenorientierung eine zunehmend
wichtigere Rolle spielt: - Stark rational geprägte Kaufentscheidungen,
- Kollektive
Entscheidungsprozesse aufgrund häufig sehr hoher Investitionskosten und
der Einbindung mehrerer Entscheidungsträger mit unterschiedlichen
Interessen,
- Enge Terminvereinbarungen und Modifikation von Ausstattungsdetails des Investitionsgutes teilweise bis kurz vor Abnahme,
- Direkter Wettbewerb durch konkrete Konkurrenzangebote,
- Erforderliche
Differenzierung durch Zusatzleistungen (z.B. Add-On Dienstleistungen
wie Installation und Wartungsverträge, individuelle
Finanzierungskonditionen).
Aus den
Besonderheiten bei Investitionsgütern ergibt sich ein großer Bedarf für
Unternehmen, das eigene Wissen um die Erfahrungen der Kunden zu
erweitern und die Produktentwicklung spezifisch auf die
Kundenanforderungen auszurichten. Der Erfolg von Innovationen hängt
nicht von technologischer und funktioneller Übererfüllung
("Over-Engineering") ab, sondern vielmehr von einer optimalen Erfüllung
des Kundennutzens, dessen sich der Kunde teilweise kaum bewusst ist. Es
erweist sich jedoch als schwierig, die Kundenwünsche klar zu erkennen
und sie gezielt in Produktfunktionen zu übersetzen. Die zentrale
Fragestellung ist also, wie Wertgestaltung von Investitionsgütern
konsequent an den Kundenanforderungen ausgerichtet werden kann. Die
Conjoint-Analyse stellt eine Methode dar, mit deren Hilfe auch komplexe
Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich des Kundennutzens bewertet
werden können. Hierbei werden die Bedeutung einzelner Produktmerkmale
und der Kundennutzen verschiedener Ausprägungen dieser Merkmale
gemessen. Die Vorgehensweise der Conjoint-Analyse ermöglicht es,
Präferenzstrukturen der Kunden zu identifizieren, da die
Befragungstechnik einen "Trade-Off"-Ansatz verwendet, so dass der
Befragte stets zwischen paarweise zusammengestellten
Produktkombinationen abwägen muss, die sowohl positive als auch
negative Eigenschaften enthalten. Mit Hilfe von statistisch ermittelten
Teilnutzenwerten für die einzelnen Merkmale und Ausprägungen wird ein
Gesamtbild geschaffen, das die Präferenzbildung des Marktes realistisch
reflektiert. Die Ergebnisse der Conjoint-Analyse fließen schließlich in
eine kundenwertorientierte Anpassung des eigenen Produktkonzeptes ein. Insbesondere
im Bereich der Investitionsgüter hat sich die Conjoint-Analyse als
erfolgreiches Instrument erwiesen, um die Kundenintegration in die
Neuproduktentwicklung zu steigern. Zudem bietet eine Internet-gestützte
Befragung die Möglichkeit, verschiedene Kundensegmente einzubinden, die
häufig weltweit verteilt sind. Somit können wertvolle Hinweise für eine
kundenwertorientierte Produktgestaltung erhalten werden. Eine Fallstudie zu diesem Thema finden Sie hier: Fallstudie Kundenwertorientierte Entwicklung am Beispiel der Antriebstechnik Weiterführende Literatur:Management-Seminar: nach oben
zurück
|
|
|
Was ist eine "Conjoint Analyse"?
|
Die Conjoint Analyse ist eine Methode zur systematischen Ermittlung von Kundenanforderungen und Erhebung von Mehrpreisfähigkeiten, deren Anwendung durch das TCW auch auf Investitionsgüter übertragen wurde. Der Nutzen der Conjoint Analyse liegt in der Reduzierung von Überfunktionalitäten, der Vermeidung von Over-Engineering und der Ausschöpfung von Preisspielräumen mit dem Ziel einer kosten- und nutzenoptimalen Produktgestaltung.
Beratungleistungen zur "Conjoint Analyse" |
|
|
|
|
Literatur
|
Produktordnungssysteme Leitfaden zur Standardisierung und Individualisierung des Produktprogramms durch intelligente Plattformstrategien  Leitfaden Produktordnungssysteme |
|
|
Literatur
|
Kundenorientierung Einführung eines Beschwerdemanagements und Ausrichtung von Vertrieb, F&E, Produktion und Mitarbeitern auf Kundenbedürfnisse  Leitfaden Kundenorientierung |
|
|
Literatur
|
Produktklinik Leitfaden zur Steigerung der Lerngeschwindigkeit und Produktkostensenkung  Leitfaden Produktklinik |
|
|
Management-Seminar
|
Produktklinik & Produktordnungssysteme Unternehmensindividuelle Erschließung von Innovations-, Synergie- und Marktpotenzialen ...mehr Informationen |
|
|
|