Weiterentwicklung industrieller Dienstleistungen
[17.01.2003]
Der industrielle Dienstleistungssektor hat sich in den letzten Jahren
zu einem wesentlichen Wachstumsmotor entwickelt. Neue und innovative
Dienstleistungsprodukte offenbaren neue Chancen für die Kunden und
zusätzliche Umsätze für die Anbieter. Um diese Chancen und Umsätze
vollständig nutzen zu können, ist ein ausgereiftes Management für die
Entwicklung, Vermarktung und Leistungserstellung unabdingbar. Zudem
sind die neuen Dienstleistungsprodukte gewinnbringend in der
Organisation zu verankern. Doch gerade hier besteht laut einer Studie
des Transfer-Centrums in der Praxis noch ein erhebliches Defizit.
Geeignete Konzepte und Methoden zu entwickeln und in der Praxis zu
verproben ist Aufgabe des neuen Arbeitskreises "Weiterentwicklung
industrieller Dienstleistungen", der im März 2003 unter Leitung von
Prof. Dr. Horst Wildemann und Dr. Ronald Heggmaier beginnt. Eine Reihe
von Unternehmen haben sich bereits angemeldet. Weitere Teilnehmer
können noch aufgenommen werden.
Das quantitative und qualitative Wachstum des Dienstleistungsbedarfs
und -angebots der Unternehmen erfordert eine Strukturierung des
Leistungsangebots, der Prozesse und der möglichen Organisationsformen
zur Leistungserstellung. Industrielle Dienstleistungen können in
Standard- und Individualleistungen unterschieden werden. Eine
effiziente Leistungserstellung steht bei beiden
Dienstleistungsangeboten im Vordergrund. Hieraus ergibt sich ein
Zielkonflikt, der sich durch die gegenläufigen Zielsetzungen einer
Standardisierung zur Effizienzsteigerung und der Notwendigkeit des
Angebots individueller Leistungspakete auszeichnet. Die
erfolgreiche Vermarktung industrieller Dienstleistungen hängt in
erheblichem Maße davon ab, in wie weit es gelingt, die scheinbar
gegenläufigen Zielsetzungen von Effizienz und Kundenorientierung
gleichzeitig zu verwirklichen. Die besondere Schwierigkeit im
Dienstleistungsbereich liegt darin, dass eine Entkopplung von
Leistungserstellung und -konsum im Vergleich zu Sachgütern selten
möglich ist. Der Erstellungs- und Konsumprozess sind eng miteinander
verwoben. Die verstärkte Konzentration der Unternehmen auf ihre
Kernkompetenzen führt zu einer verstärkten Übertragung der
industriellen Dienstleistungen auf externe Firmen. Um diese Entwicklung
gewinnbringend zu nutzen, sind neue Konzepte und Methoden für die
Dienstleister erforderlich. Die Produkte sind zu spezifizieren, die
Prozesse zu optimieren und die Organisationen sind anzupassen. Eine
aktive Weiterentwicklung und Vermarktung der Produkte zeigen weitere
Chancen für die Dienstleister und für die Kunden auch in anderen
Branchen. Im Rahmen einer Studie zur "Marktfähigkeit
industrieller Dienstleistungen" befragte das TCW namhafte
Dienstleistungsunternehmen über den derzeitigen Stand ihrer
industriellen Dienstleistungen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung
führte zur Identifikation zentraler Themenfelder, die für eine
erfolgreiche Vermarktung und Leistungserstellung von industriellen
Dienstleistungen zu gestalten sind. Die Ergebnisse bilden auch
den Ausgangspunkt für den Arbeitskreis "Weiterentwicklung industrieller
Dienstleistungen", der Unternehmen die Möglichkeit bietet ihre
Dienstleistungserstellung und -vermarktung auf den Prüfstand zu
stellen, Ansätze für eine Optimierung zu erarbeiten und konkrete
Verbesserungen zu realisieren. Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit
folgenden Themenfeldern: - Gestaltung von Leistungsprogrammen
- Effizienzverbesserung
- Serviceorganisation
- Make-or-Buy-Management
- Kundenorientierung
- Wissensmanagement
- Service-Controlling
- Neue Geschäftsmodelle
Für jedes Themenfeld wird der Status quo aufgenommen, die Defizite und
der Handlungsbedarf anhand von Benchmarks und Best-Practice-Lösungen
aufgezeigt, Lösungen erarbeitet und die notwendigen Maßnahmen für die
einzelnen Teilnehmer entworfen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen wird
den Teilnehmern zudem Unterstützung angeboten. Weiterführende Literatur: nach oben
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