Service-Entwicklung
[10.05.2001]
Unternehmen entwickeln zusätzlich zu Ihren Produkten ergänzende und
erweiternde Serviceleistungen, um die Kundenbedürfnisse optimal zu
erfüllen. Dabei wurden in der Vergangenheit oftmals
‘Trial-and-Error‘-Strategien zu Servicegestaltung eingesetzt und
unternehmerische Chancen genutzt. Im Service-Wettbewerb müssen
Unternehmen systematisch, strukturiert und mit Hilfe von modernen
Wissensmanagement-Systemen Dienstleistungen entwickeln.
Wissensmanagement in der Service-Entwicklung, dem Service-Engineering
und dem Service-Management eröffnet Wege zu Kundenbindung und
Neukundengewinnung und damit zu mehr Umsatz.
AUSGANGSSITUATION
Immer mehr Unternehmen durchlaufen die Neuausrichtung des gesamten Unternehmens, mit dem Ziel
den Kundennutzen zu steigern. Eine solche Kunden- und
Serviceorientierung wird durch technologische und wirtschaftliche
Paradigmenwechsel möglich.
Zentraler Treiber des Umbruchs sind
innovative Kommunikationstechniken. Über das Internet werden nicht nur
kleinste Markteinheiten bearbeitet, sondern individuell auf
Einzelkunden abgestimmte Leistungen angeboten. Das One-to-one-Marketing
wird in allen Branchen zu der Innovation in der Marketingkommunikation.
Durch das Internet wird ein direkter Dialog zu jeder Tageszeit zwischen
dem Anbieter und dem Nachfrager möglich. Hinzu kommt, dass die
Massenwerbung alter Schule deutlich an Zugkraft verliert. Der Aufwand
für Massenkommunikation wird immer höher. Dabei gelingt es den
traditionellen Kommunikationsmedien nicht, Informationen über das
anonyme Heer der Kunden bereitszustellen und bringen den Anbieter in
eine Verlierer-Position.
Gleichzeitig erleben die Unternehmen die
Globalisierung Ihres Geschäftes, den Wandel vom Verkäufer- zum
Käufermarkt und die Überflutung der Märkte mit hochwertigen Produkten
und Marken. Die Märkte sind immer mehr gesättigt. Der Käufer setzt es
als selbstverständlich voraus, dass die Qualität der Produkte seine
Erwartungen übertrifft. Er wird immer weniger durch die - eben nicht
mehr - einzigartigen Produkteigenschaften gefesselt. Er entscheidet
nach opportunistischen Gesichtspunkten. Er wird zum unberechenbaren
Konsumenten.
Unternehmen erarbeiten daher Strategien, um Ihre
bestehenden Kunden immer länger zu binden. Sie orientieren sich daher
vom Neukunden hin zum bereits gewonnen Kunden. Die Erhöhung der
Kundentreuerate ist das neue Ziel. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei die
Erschließung neuartiger Gütersegmente für Ihre bestehenden Kunden. Die
Entwicklung ergänzender und innovativer Serviceleistungen stellt einen
Transmissionsraum für neue Wachstumspotentiale dar. Das Eingehen auf
Wünsche, Erwartungen, Anforderungen und Reaktionen des Kunden erfordert
von den Unternehmen ein sprengen der Grenzen ihrer Kernkompetenzen.
SERVICESTRATEGIEN FESTLEGEN
Die Servicestrategien von Unternehmen können nach Ihren
Entwicklungsstufen und dem Serviceniveau in vier Stufen geclustert
werden. In der ersten Stufe wird lediglich der traditionelle After
Sales Service als Vorbereitung für den nächsten Kaufabschluss
eingesetzt. Unternehmen wie Volkswagen versuchen beispielsweise mit
Ihrem Serviceangebot den Kundenbedürfnissen möglichst nahe zu kommen.
Im Kundenservice wird dabei durch intelligenten Einsatz der
Informationstechnologien nicht nur Fehlern und der Papierflut
entgegengewirkt, sondern auch die Basisqualität der Serviceprozesse
abgesichert. Das System ELSA umfaßt die komplette technische
Kundendienstliteratur und steht überall dort zur Verfügung, wo
Serviceinformationen notwendig erscheinen. So hat vor allem die
Auftragsvorbereitung, die Reparaturannahme, die Reparaturdurchführung,
die Rechnungsstellung aber auch die Gewährleistungs- und
Kulanzabwicklung und der Ersatzteilverkauf sowie der Barverkauf Zugang
zu diesen Basisinformationen. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Informationen sind laufend aktuell durch CD-Update und
Datenfernübertragung, das Handbuch ‘Service-Technik‘ ist an allen
Arbeitsplätzen verfügbar und leistet einen Beitrag für die
Qualitätsarbeit im Handel.
In der zweiten Stufe kommt es zu einer
Erweiterung des Angebotes im Bereich der eigenen Kernkompetenzen: Der
Autohersteller bietet eine Finanzierung des Neuwagens oder Leasing an.
Die Lufthansa bietet als zusätzlichen Service an, Buchungen und
Reservierungen über Online-Medien vozunehmen. Vergünstigungen für
Internet-Bucher gibt es dabei nicht. Die Handelsspanne der Reisebüros
bleibt bei der Lufthansa. Europcar bietet nicht mehr nur Mietfahrzeuge
an, sondern offeriert die komplette Dienstleistung ‘Lückenlose
Reisekette‘.
In der dritten Stufe kommt es zu einer Erweiterung des
Angebotes am Rand der eigenen Kernkompetenz: Der Autoproduzent bietet
seinen Kunden auch die Finanzierung von Reisen an. Oder: Der
Oldtimer-Versicherer liefert die Adressen von Ersatzteil-Lieferanten.
IBM hat aus einer zunächst unfreiwillig erbrachten leistung ein
lukratives Geschäft mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz gemacht.
IBM nimmt Großkunden im Gegenzug gegen die Lieferung neuer Ware die
alten Computer ab. Früher wollte IBM nichts damit zu tun haben. Heute
wird der Service Großkunden ausdrücklich angeboten.
Die vierte Stufe ist das Konzept des Service-to-Success. Unternehmen orientieren
sich nur noch an den Bedürfnissen des Kunden und entwickeln mit ihm
zusammen optimale Lösungen auch in Bereichen, die außerhalb Ihrer
Kernkompetenz angesiedelt sind. Der Autokonzern gründet eine Bank und
steigt in das Private Banking ein, der Versicherer liefert selbst die
Ersatzteile. Porsche veranstaltet regelmäßig Fahrertrainings in
anspruchsvollem Ambiente. Sie gelten intern als das bei weitem
wirkungsvollste Kundenbindungsinstrument. Der Kunde bezahlt voll für
diese Services. Das Unternehmen wird zum Problemlöser für alle Fälle.
Der Erfolgsfaktor ist zunächst die Frühzeitigkeit des Angebotes.
Die neuen Medien eröffnen ein weites Feld für die Entwicklung gezielter
Dienstleistungen im Zeitablauf. Diese Dienstleistungen können dabei
sowohl im Dialog von Maschine zu Maschine, wie im Dialog von Mensch zu
Mensch angeboten werden. Eine solche Strategie wird bei Procter &
Gamble erprobt. Das Unternehmen hat mehr als eine Milliarde Dollar in
70 verschiedene Internet-Services investiert. So hat P&G unter
reflect.com einen Pflege-Shop eingerichtet, in dem der Kunde ganz nach
den Bedürfnissen seiner Haut oder aus Umwelt- Vorstellungen heraus
gezielt namenlose Komponenten zusammenstellen lassen kann. Bis hin zum
Parfum oder der Hautcreme nach eigener Rezeptur. Strategisch ist das
Experiment von hohem Wert. Der Service könnte Konsumprodukte
individualisieren und für P&G zum ersten eigenen Vertriebsweg
werden, der dem Unternehmen, das bisher nur mit Vertriebspartnern
kooperiert, den Zugang zu den Konsumenten öffnen. Der direkte Kontakt
mit dem Kunden würde es dem Konzern erlauben, in der Zukunft ganz
gezielt mit jedem Kunden eine dauerhafte Beziehung zu gestalten. Über
den Service wird ein neues Geschäftsfeld geöffnet.
SERVICE SYSTEMATISCH ENTWICKELN
Der Service wird mit dieser Ausrichtung zu einem eigenständigen
Produkt. Services müssen damit systematisch entwickelt und in
‘Endprodukt-Form‘ gebracht werden. Die Entwicklung des Serviceangebotes
erhält damit den gleichen Stellenwert wie die Entwicklung des
Produktangebotes. Die Entwicklung des Serviceangebotes darf damit nicht
mehr nur ‘zufällig‘ oder nach dem ‘trial and error‘ erfolgen. Das
Management braucht ein strategisches und operationales Handwerkszeug
zur Entwicklung und Bewertung von Services. Durch die Konzentration auf
die Kundenbedürfnisse als zentralem Ausgangspunkt des Produktdesigns
wird den speziellen Charakteristika von Serviceleistungen besonders
stark Rechnung getragen.
SERVICE MIT WISSENSMANAGEMENT BESSER ENTWICKELN
Bezieht man nun das Instrument des Wissensmanagements in den
Entwicklungs- und Gestaltungsaufwand von Produkten und
Serviceleistungen mit ein, so wird deutlich, dass die Entwicklung von
Serviceleistungen essentiell auf dem, im Unternehmen zur Verfügung
stehenden Wissen basiert. Die Auswertung der Experten zeigt, dass im
Durchschnitt 9 Monate Entwicklungszeit für Produkte und 5,5 Monate für
Serviceleistungen aufgewendet werden. Abbildung 1: Entwicklungsaufwand für Produkte und Serviceleistungen
Der wissensbasierte Entwicklungsprozess für Serviceleistungen läuft in
vier Phasen ab. In der ersten Phase des Entwicklungsprozesses, der
Ideenfindung und -bewertung, werden Ideen für neue Serviceleistungen
generiert, die geeignet erscheinen, zur Umsetzung der
Geschäftsstrategien beizutragen und in das Produktportfolio des
Unternehmens passen.
Daran anschließend beginnt mit der
Ermittlung der Anforderungen die eigentliche Kernphase des
Entwicklungsprozesses. Damit die Serviceleistung einen Nutzen in Form
einer Problemlösung bieten kann, ist bereits zu diesem frühen Zeitpunkt
eine intensive Einbeziehung der potentiellen Kunden in den
Innovationsprozess nötig.
Mit der Einführung endet das eigentliche
Service Engineering. Schwerpunkt dieser Phase ist die Ausgestaltung der
Schnittstelle zum Kunden, so dass die Serviceleistung optimal erbracht
werden kann. Gleichzeitig werden in dieser Phase die Instrumente zur
Evaluierung implementiert, um so eine laufende Überwachung der
Zielerreichung zu gewährleisten und frühzeitig die kontinuierliche
Verbesserung der Prozesse zu initiieren. Wichtige Erfolgsfaktoren
während der Einführung sind die Unterstützung durch das Management, um
das Projekt mit dem entsprechenden Nachdruck voranzutreiben, und die
frühzeitige Einbeziehung der Mitarbeiter, um so Betroffene zu
Beteiligten zu machen und das notwendige Verständnis für die Prozesse
und die Einordnung der eigenen Tätigkeit in den Gesamtzusammenhang zu
schaffen. Parallel zur Gestaltung der Potentialdimension beginnt die
Vermarktung der Serviceleistung, deren Aufgabe es vor allem ist, den
Markt auf das neue Produkt vorzubereiten.
Mit der Serviceleistungserbringung beginnt der Bereich des Service-Managements,
das sich in der eigentlichen Marktphase vollzieht. In dieser Phase wird
das erarbeitete Marketingkonzept umgesetzt und die entwickelte
Serviceleistung gemäß den definierten Spezifikationen erbracht, wobei
es hier vor allem darauf ankommt, ein ständiges Feedback für
Innovationen durch die Schaffung geeigneter Strukturen zu ermöglichen.
Wissensmanagement unterstützt bei der Erbringung von Serviceleistungen,
indem kundenspezifische Anforderungen an die Dienstleistung erfaßt und
bei der Erbringung der Leistung berücksichtigt werden.
Den Abschluss des Service Engineering-Prozesses bildet die Ablösung, die
wiederum in einen neuen Entwicklungsprozess münden kann, sei es in Form
einer Weiterentwicklung eines bestehenden Serviceleistungsprodukts,
z.B. durch die Ausrichtung auf neue Marktsegmente, oder einer völligen
Neukonzeption als Ersatz für die vom Markt genommene Serviceleistung.
Da sowohl die Kundenbedürfnisse als auch die Umweltbedingungen einer
steten Veränderung unterliegen, muss kontinuierlich überprüft werden, ob
die angebotene Serviceleistung noch wettbewerbsfähig ist. Als
Hilfsmittel bietet sich in dieser Phase das Lebenszyklus-Konzept an, um
rechtzeitig eine neue Serviceleistung in das Produktportfolio aufnehmen
zu können.
Fragen zum Monitoring des Service
1. Ist Ihr Kunde mit Ihren Serviceleistungen zufrieden?
Führen Sie Kundenbefragungen durch? Wie werten Sie die
Kundenanforderungen aus? Schöpfen Sie alle Quellen für Kundenwissen
aus? Werden diese Kundenanforderungen in Serviceleistungen umgesetzt?
Arbeiten Ihre Kunden aktiv mit? Beziehen Sie auch potentielle Kunden in
Ihre Betrachtung mit ein? Sehen Sie Ihr Beschwerdemanagement als
Chance, sich im Wettbewerb zu differenzieren?
2. Wie verankern Sie Ihr wissensbasiertes Servicekonzept im Unternehmen?
Steht das Serviceziel an oberster Stelle? Wie vermitteln Sie Ihren
Stakeholdern Ihre Servicephilosophie? Sind kundenorientierte Teams vor
Ort bei Ihren Kunden? Gelingt es Ihnen, Kunden zurückzugewinnen? Was
investieren Sie in Kundenbeziehungen?
3. Wie handhaben Sie die Servicekosten?
Erfassen Sie differenziert die Servicekosten für Ihre unterschiedlichen
Serviceprodukte? Kennen Sie die Kosten, die für unzureichenden Service
anfallen?
4. Haben Sie ein Konzept für die Servicequalität?
Ist Total Quality Service ein Tabu-Begriff? Orientieren Sie sich in
Ihren Geschäftsprozessen an Ihrer Servicestrategie? Wird die
Servicequalität in Ihrem Unternehmen und bei den Kunden vor Ort
praktiziert?
5. Haben Sie ein Konzept, um Rückmeldungen von Kunden in Wissen umwandeln zu können?
LEISTUNGSVERBESSERUNGEN IM SERVICE
Mit den beschriebenen Methoden können deutliche Leistungsverbesserungen
erzielt werden. Potentiale liegen gemäß den Expertengesprächen vor
allem in den Leistungsvorteilen, die von rund 49% der Befragten als
sehr häufig betont werden. Die Prozessverbesserungen werden als zweiter
wichtiger Aspekt genannt. Verbesserungen sind vor allem in den
Bereichen der Service-, Vertriebs- und Marketingprozesse als auch der
Informations- und Kommunikationsprozesse zu erwarten. Damit ist
Wissensmanagement zur Steigerung des Kundennutzens ein essentieller
Stellhebel für die Prozessoptimierung. Qualitätsvorteile und damit
Leistungen für den Kunden, die ihn nicht nur zufriedenstellen sondern
begeistern, werden an dritter Position angeführt. Wissensmanagement ist
ein bedeutendes Instrument zur Optimierung der Unternehmensleistung,
die sich durch hohe Qualität auszeichnet und so
Differenzierungspotential schafft sowie eine Leistungssteigerung
realisiert. Abbildung 2: Verbesserungspotentiale durch Wissensmanagement
Durch Wissensmanagement können Kundenanforderungen schneller und
individueller umgesetzt werden, was wiederum zu Wettbewerbsvorsprüngen
führt. Wissen wird erstmals mit realen Ressourcen gleichgesetzt. Die
Konzentration im Rahmen eines Managements des intellektuellen Kapitals
liegt auf der besseren Anwendung von Patenten, Technologien,
Vorgehensweisen und Kundenbeziehungen. Diese Tätigkeitsfelder stellen
gespeichertes Wissen der Organisation dar, das bisher nicht im
optimalen Ausmaß eingesetzt wurde.
BARRIEREN ÜBERWINDEN
Angesichts dieser Vorteile wurden die Experten befragt, welche
Barrieren derzeit und im Jahr 2005 die Einführung von Wissensmangement
behindern werden. Die Expertenbefragung bringt zum Ausdruck, dass vor
allem der Zeitbedarf für die Implementierung eines Wissensmanagements
eine wesentliche Barriere dargestellt. Die Expertenbefragung
verdeutlicht, dass 1999 von einem Mittelwert von 3,85 ausgegangen wird.
Es wird prognostiziert, dass der Zeitfaktor als Barriere im Vergleich zu
den anderen genannten Gründen wie Kosten, fehlendes Bewußtsein für die
Notwendigkeit eines Service- und Wissensmanagementsystems, mangelnder
Bedarf oder Machtfaktoren an Gewicht verliert (Mittelwert 3,33 für das
Jahr 2005). Weiterhin ist festzustellen, dass im Bezugsjahr 1999 das
fehlende Bewußtsein an zweiter Stelle der angeführten Hindernisse
aufgeführt wird, wohingegen hinsichtlich des Trends für das Jahr 2005
der Kostenfaktor als größere Barriere dargestellt wird. Vergleicht man
weiterhin die aktuelle Einschätzung mit der für das Jahr 2005, so wird
offensichtlich, dass zukünftig der Machtfaktor als größere Barriere
eingeschätzt wird, als es heute der Fall ist. Analysiert man die Deltas
der geschätzten Werte, so zeigt sich, dass die größte positive
Veränderung hinsichtlich des Bewußtseins für ein unternehmensweites
Wissensmanagement eintreten wird (Delta 1,03 Mittelwert-Punkte). Der
Kostenfaktor wird auch bis zum Jahr 2005 als eine Barriere
eingeschätzt, die zukünftig ein deutlich geringeres Ausmaß besitzen
wird als heute. Weiterhin weist die Auswertung der Fragen nach den
Barrieren für ein Wissensmanagement darauf hin, dass ‘kein Bedarf‘ oder
keine Schulung als relevante Hindernisse eingestuft werden.
WISSEN REGELMÄSSIG PFLEGEN
Um Serviceleistungen an kundenspezifisch und bedarfsorientiert anbieten
zu können, ist es erforderlich das Wissen der Wissensmanagementsysteme
aktuell zu halten. Die Experten gehen davon aus, dass diese Aktivitäten
tendenziell im monatlichen Rhythmus erfolgen. 35,5% der Befragten
nehmen eine monatliche Prüfung der dargestellten Daten vor. 43,8% der
befragten Experten schätzen für die Aktualisierung der im System
integrierten Daten einen monatlichen Rhythmus, wobei allerdings auch
35,5% behaupten, eine wöchentliche Aktualisierung vorzunehmen. Abbildung 3: Pflege der Service- und Wissensmanagementsysteme
FAZIT
An der stärkeren Kundenorientierung kommt kein Anbieter vorbei. Wenn
der Wettbewerb beim Service mit Innovationen einen Vorsprung hat, dann
wird der Markt ungnädig reagieren. Mehr Service muss sein.
Produktvorteile sind zu wenig. Wettbewerbe über niederige Preise sind
zu gefährlich: Wenn die Kunden in einer Branche über den Preis geködert
werden, wird damit eine nicht mehr aufzuhaltende Spirale nach unten in
Gang gesetzt.
Die Unterscheidung zwischen Service und Produkt wird
in der Zukunft noch schwerer werden, als sie bisher schon ist. So wird
der Service von Maschine zu Maschine, zum Beispiel bei der Betreuung
von Computern oder Küchengeräten durch den Hersteller und über das
Internet, sicherlich als Produktfeature und als Service eine Rolle
spielen. Es wird auch immer häufiger vorkommen, dass aus einem Service
ein eigenständiges Geschäft entsteht.
In der Zulieferindustrie gewinnen Internet-Marktplätze als Service-Leistung eine immer größere Bedeutung. Der einzelne Anbieter kann sich nur noch mit eigenen
Internetdienstleistungen gegen die großen Märkte profilieren. Er wird
seinen Kunden elektronische Einkaufs-, Verhandlungs- und
Bestellmöglichkeiten anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse
seiner Abnehmer besser zugeschnitten sein als andere Angebote.
Die Entwicklung von kundenorienterten Serviceleistungen wird immer mehr zu
einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. Nur wer
strukturiert Dienstleistungen entwickelt und dabei Wissensmanagement
nutzt, um die Kundenbedürfnisse optimal erfassen zu können, wird die
neuen Chancen nutzen können. Als prozessorientiertes Vorgehensmodell
unterstützt das Phasenmodell der wissensbasierten Serviceentwickung den
Ablauf von Service-Entwicklungsprojekten. Für das Management kommt es
darauf an, die Service-Entwicklung in den Leistungsprozess des
Unternehmens zu integrieren. Bei der Entwicklung von Produkt und
Service bietet sich eine enge Verbindung an. Das Management wird
dadurch zusätzlich gefordert. Bindung an die Vergangenheit ist
schädlich. Experimentierlust auf neuen Feldern ist hilfreich. Denken
über die alten Produktgrenzen hinweg führt zum Erfolg. Wildemann, H.:
Fähigkeitsmanagement, in: TCW-Report Nr 28, München, 2002. Literatur:
- Bullinger, H.-J: Wissensmanagement, in: TCW-Report Nr 31, München, 2002. - Luczak, H.: Software-Engineering, in: TCW-Report Nr 19, München, 2002. -
Wildemann, H.: Service- und Wissensmanagement: Programme zur
Leistungssteigerung von Unternehmen, Ergebnisse einer Delphi-Studie,
München, 2002. - Wildemann, H.: Service-to-Success, in: TCW-Report Nr 4, München, 2002. - Wildemann, H.: Fähigkeitsmanagement, in: TCW-Report Nr 28, München, 2002. nach oben
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