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Auditierung eines Produktionssystems eines Automobilzulieferers mit weltweitem Netzwerk
[30.09.2003]
Spätestens seit der MIT-Studie zum Erfolg japanischer
Produktionssysteme ist die Bedeutung einer integrierten
Produktionsstrategie in weiten Teilen der Industrie bekannt. Die
Zielsetzung im eigenen Unternehmen ein durchgängiges Produktionssystem
einzuführen stellt jedoch nach wie vor als eine der größten
Herausforderungen im Produktionsbereich dar. Ein großes Unternehmen der
Automobilzulieferindustrie mit einem weltweiten Produktionsnetzwerk hat
sich dieser Herausforderung gestellt. Ausgehend von einer kritischen
Bestandsaufnahme konnten schnell erhebliche Synergiepotenziale aus
internen Best-Practice-Lösungen identifiziert werden, die im Rahmen
eines Audit-basierten Roll-Outs des Produktionssystems an allen
Standorten realisiert werden.
Die Ausgangssituation der Produktionswerke war dadurch
gekennzeichnet, dass bei keinem der Werke ein integriertes
Produktionssystem eingeführt war. Zwar setzten viele Werke bestimmte
Methoden und Konzepte ein, die in ein Produktionssystems integriert
werden sollten. Ein ganzheitlicher Ansatz war jedoch in keinem der
Werke realisiert worden. Das Produktionsnetzwerk war von einer großen
Heterogenität geprägt, die zum großen Teil darin begründet war, dass
der aktuelle Aufbau des Unternehmens durch mehrere Übernahmen und
Fusionen zustande gekommen war. Innerhalb den Produktionsstrukturen
hatte bisher nur eine geringe Anpassung zwischen den Werken
stattgefunden. Die Produkte der Werke waren sowohl elektronische aus
auch mechanische Baugruppen für die Automobilindustrie. Vorgehensweise zur Implementierung eines ProduktionssystemsZur Einführung des Produktionssystems wurde eine mehrphasige Vorgehensweise gewählt, die folgende Phasen beinhaltete: - Phase 1: Analyse der bestehenden Produktionssysteme
- Phase 2: Ableitung der Anforderungen und Zielsetzungen
- Phase 3: Design des neuen Produktionssystems
- Phase 4: Implementierung der Systemelemente
- Phase 5: Operative Umsetzung
Bestandsaufnahme der bestehenden ProduktionsperformanceIn
der ersten Phase der Einführung eines Produktionssystems wurde eine
fundierte Ist-Analyse der Produktion durchgeführt an deren Ende eine
erste Potenzialabschätzung stand. Die Ist-Analyse hatte zum Ziel, die
Ausprägungen der Produktions-Performance und des Methodeneinsatzes über
alle Plants hinweg zu ermitteln, um sowohl die Leistungslücken als auch
die internen Best-Lösungen zu identifizieren. Hierzu wurden
repräsentative Werke ausgewählt, an denen jeweils ein Kurz-Audit
durchgeführt wurde. Die Auditierung bezog sich auf die Kernfelder
Produktionsorganisation, Produktionsequipment, Logistik,
Produktionssteuerung sowie Qualität. In Form von Interviews,
Betriebsrundgängen und einer fundierten Datenanalyse wurde der Status
bzgl. der produktionsstrategischen Ausrichtung, der Performance, des
Methodeneinsatzes sowie der standortspezifische Standardisierungsgrad
und aller Maßnahmen zur Verbesserung untersucht. Es zeigte sich, dass
die Ist-Situation der Werke sehr unterschiedlich ausgeprägt war und
jedes Werk sehr individuelle Stärken und Schwächen aufwies.
Gleichermaßen konnten aber bereits bei den Kurz-Audits eine Reihe von
Best-Lösungen identifiziert werden, die bisher nicht auf andere Werke
übertragen worden waren. Auf Grundlage dieser unternehmensinternen
Best-Lösungen konnte ein Potenzial von 150 Mio. EUR identifiert werden.
Dabei beschränkte man sich zunächst bewusst auf den internen Vergleich,
um die Möglichkeiten der Produktionsoptimierung allein aufgrund des
verbesserten Einsatzes des vorhandenen Know-Hows aufzuzeigen. Spezifizierung der Anforderungen an die Einführung und den Aufbau eines ProduktionssystemsAus
der Analyse der Ist-Situation konnten zentrale Anforderungen an die
Einführung des Konzeptes abgeleitet werden. Die große Heterogenität des
Unternehmensnetzwerkes verhinderte, dass die Spezifizierung der
Systemelemente mit einem Pilot-Standort durchgeführt werden konnten.
Vielmehr war es notwendig von Anfang an alle Werke in die Gestaltung
des Systems miteinzubeziehen. Die vorgefunden singulären
Best-Practice-Lösungen legten weiterhin nahe, eine Vorgehensweise zu
wählen, die zunächst die Verbreitung und Standardisierung des eigenen
Know-Hows zum Ziel hatte. Natürlich sollten gleichzeitig auch, wo
notwendig, wesentliche Basiselemente von State-of-the-Art
Produktionssystemen eingeführt werden. Das Design des
Produktionssystems erfolgte parallel zum Projektfortschritt in einer
hierarchischen Vorgehensweise. Auf Basis der Ist-Analyse konnten die
wesentlichen Handlungsfelder der neuen Produktionssystems festgelegt
werden. Hierzu wurde auch ein Benchmark-Vergleich mit anderen
erfolgreichen Produktionsssystemen durchgeführt. Im Ergebnis wurden die
bekannten Basiselemente um Handlungsfelder erweitert, die die
Produktionstechnologie und den Produktanlauf fokussierten. Diese
Erweiterung war notwendig, um den Anforderungen nach
Technologieführerschaft in der Produktion und der Realisierung häufiger
Modellwechsel gerecht zu werden. Produktionssystem-Auditierung als Motor der Veränderung
Zur Ausgestaltung und Implementierung des Systems wurde eine
Vorgehensweise gewählt, die eine Kombination aus regelmäßiger
Auditierung durch ein „Production Commitee" und sogenannten Global
Teams vorsah. Innerhalb der regelmäßig stattfindenden
Werksauditierungen wurden sowohl die systemischen Lücken der Plants
auch auch die Best-Practice-Lösungen auditiert. Als Ergebnis konnte ein
werksspezifisches Profil erstellt werden, das die Ansatzpunkte für die
Optimierung des eigenen Systems auswies. Die vorgefundenen
Best-Practice-Lösungen wurden in Global Project Teams eingebracht.
Diese waren aus Experten der Plants zusammengesetzt, mit dem Ziel,
Best-Lösungen zu validieren, ihre Anwendbarkeit zu prüfen, Standards
abzuleiten und schließlich diese Lösungen im gesamten
Produktionsnetzwerk zu implementieren. Zu derartigen Best-Lösungen
zählten zum Beispiel Simulationstechniken im Produktanlauf,
Layout-Konzepte von Montagelinien oder erfolgreich praktizierte
Arbeitszeit- und Lohnmodelle. Erfolgsfaktoren und Ergebnisse
Die operative Umsetzung erfolgt werksspezifisch im Rahmen von Workshops
und wird durch ein breit angelegtes Schulungsprogramm unterstützt. Die
Erfolgsfaktoren zur Einführung eines Produktionssystems liegen zum
einen in einer Fokussierung auf interne Best-Lösungen, deren
Synergiebeitrag jeweils quantifiziert wurde. Das Auditierungskonzept
ermöglicht einen flächendeckenden Anstoß bei der Systemeinführung und
dient im weiteren Verlauf durch die regelmäßige Bestandsaufnahme als
Motor zur Veränderung. Das anfänglich ausgewiesene Synergiepotenzial
kann so deutlich gesteigert werden. LiteraturSeminare zum Thema nach oben
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Literatur
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Produktordnungssysteme Leitfaden zur Standardisierung und Individualisierung des Produktprogramms durch intelligente Plattformstrategien  Leitfaden Produktordnungssysteme |
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Gegenseitige Auditierung Selbstcontrolling und Lerntransfer für Unternehmen, Zulieferanten und Vertriebsorganisationen  Leitfaden Auditierung |
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Anlaufmanagement Leitfaden zur Verkürzung der Hochlaufzeit und Optimierung der Anlaufphase und Auslaufphase von Produkten  Leitfaden Anlaufmanagement |
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