^

Bestandsreduzierung

Die Bestandsreduzierung beruht auf einer ganzheitlichen Vorgehensweise, in der neben den Lagerstrukturen und –mengen vor allem die Wertschöpfungsprozesse entlang der Auftragsabwicklung untersucht werden.

Herausforderung

Mit Vorhalten von hohen Lagerbeständen kann in der Produktion flexibel auf Planungsänderungen reagiert werden. Nun binden die hohen Vorräte in vielen Fällen ein enormes Kapitalvolumen. Bei unseren Projekten sind wir nicht selten auf Umlaufvermögen in Höhe eines Jahresumsatzes gestoßen. Dieses gebundene Kapital steht nicht für Investitionen in Prozessverbesserungen und damit in Ergebnisverbesserungen oder für Investitionen in Wachstum und damit in Umsatzsteigerungen zur Verfügung. Die Unternehmen stehen vor der Aufgabe, die Bestände zu senken und damit Kapital für Investitionen frei zu machen. Zur Unterstützung eines erfolgreichen Projektes zur Bestandssenkung hat das TCW eine standardisierte Methode zur Bestandsreduzierung entwickelt.

Das TCW Konzept

Eine adäquate Vorratshaltung wird heute oftmals als Regelaufgabe gesehen. In vielen Unternehmen sind schon Projekte zur Bestandsreduzierung durchgeführt worden. Diese Projekte konzentrieren sich in der Regel jedoch nur auf die Lagerbestände. Über ABC- und XYZ-Analysen werden die Bedarfsmengen bestimmt und die Lager um die überschüssigen Materialien entlastet. Das Vorgehen ist mit Sicherheit richtig, es gehört in jeden Optimierungswerkzeugkasten hinein, jedoch greift dieses Vorgehen zu kurz. Es wird meist nur eine Bestandsreduzierung von 2 bis 6% erreicht

Der Ansatz des TCW ist umfassender und nachhaltiger und verspricht ein durchschnittliches Bestandsreduzierungspotenzial von 20 bis 30%. Neben den Lagerstrukturen und -mengen werden bei der TCW-Methode vor allem die Wertschöpfungsprozesse in Produktion und Auftragsabwicklung untersucht. Studien des TCW haben ergeben, dass die Kombination der beiden Ansätze Produktion und Auftragsabwicklung einen deutlich positiven Skaleneffekt hat und eine hohe Nachhaltigkeit erzeugt. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz werden alle in die Wertschöpfungskette integrierten Bereiche vom Vertrieb bis zur Disposition einbezogen.

Die strukturierte Methode des TCW zur Bestandsreduzierung enthält insgesamt sieben Module.

Im ersten Modul werden zunächst die Vorarbeiten im Unternehmen gesichtet. Dabei gilt es, alle im Unternehmen vorhandenen Informationen zu verdichten und eine einheitliche und optimale Ausgangsbasis für das Projekt zu schaffen. Auf dieser Basis wird ein Projektleitfaden erarbeitet, abgestimmt und die Projektplanung verfeinert.

Im zweiten Modul werden die Lagerstruktur und die Wertschöpfungskette analysiert. Bei der Untersuchung der Lagerstruktur werden die Lagerstufen, die Lagermengen, die Umschlaghäufigkeiten und die Befüll- und Entnahmesystematiken ausgewertet. Zur Ermittlung von optimalen Lagermengen werden historische Daten und Prognosen über die Entwicklung von RHB-, WIP- und Fertigwarenbeständen mit Absatzzahlen und -prognosen verglichen. Parallel wird der Wertschöpfungsprozesses vom Vertrieb über die Auftragsabwicklung und Produktionsplanung, den Einkauf und die Produktion bis zum Versand und Forderungsmanagement analysiert. Diese ganzheitliche Betrachtung legt die Wirkungszusammenhänge der Bestandsbildung offen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, Hürden für die Bestandsreduzierung aus dem Weg zu räumen.

In den Interviews und Workshops werden regelmäßig Sofortmaßnahmen zur Optimierung erarbeitet, die parallel zur den laufenden Projektaktivitäten umgesetzt werden. Die Aktivitäten werden in Modul 5 gebündelt und durch die Projektleitung gesteuert.

Im Modul 3 wird die spezifische Situation des Unternehmens mit den Kennzahlen von ähnlichen Unternehmen verglichen. Dazu verfügt das TCW über eine umfangreiche Datenbank mit Unternehmenskennzahlen. Der Best-Practice-Check zeigt die Potenziale der Bestandsreduzierung auf und gibt Hinweise auf die Priorisierung von Maßnahmen.

Im Modul 4 werden die identifizierten Ansatzpunkte zur Bestandsreduzierung zu Teilprojekten gebündelt. Für jedes Teilprojekt werden Zielsetzung und Vorgehensweise definiert und das Projektteam bestimmt.

Das fünfte Modul umfasst die Umsetzung der Teilprojekte zur Potenzialrealisierung. Die Teilprojekte sind so vorbereitet, dass sie teilweise ohne externe Unterstützung durchgeführt werden können. Für die Erzeugung von nachhaltigen Erfolgen ist eine hohe Mitarbeiterinvolvierung erforderlich. Das TCW unterstützt die Umsetzung durch Bereitstellung von Methoden und das Umsetzungscontrolling.

Ergebnisse / Potenziale

Das Konzept zur Bestandsreduzierung hat neben der Freisetzung von gebundenem Kapital noch weitere positive Wirkungen:

  • Die Planungsgenauigkeit in Einkauf und Produktion nimmt deutlich zu.
  • Die Bestände werden strukturiert gelagert, Lagerflächen und -mengen werden sichtbar und Bestandshöhen werden regelmäßig kontrolliert.
  • Die Schnittstellen werden optimiert, was zu einer erheblichen Zeitersparnis und zur Vermeidung von Übermittlungsfehlern führt.
  • Die Störeinflüsse auf den Prozess werden reduziert, Planungshektik wird vermieden, Schattenplanungen werden eliminiert, was zu einer hohen Prozesskontinuität und somit zur effizienten Abwicklung führt.
  • Der Materialfluss wird wesentlich schneller, wodurch die Durchlaufzeiten sinken.
  • Die Liefertreue zum Kunden wird verbessert.

Als ein besonders wertvolles Ergebnis liefert die Anwendung des Konzepts eine Bewusstseinserweiterung bei den beteiligten Mitarbeiten. Die Mitarbeiter werden durch die Projektarbeit für eine bestandsarme Auftragsabwicklung und Produktion sensibilisiert. Sie lernen, von sich aus auf schlanke Prozessgestaltung bei allem Tun und Handeln zu achten. Der erste Schritt zur lernenden Organisation ist damit getan.

Weiterführende Literatur zum Thema Vorgehensweise zur Bestandsreduzierung

News zum Thema Vorgehensweise zur Bestandsreduzierung

VorherigeNächste