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Shopfloor Analytics – Steuerungsinstrument auf dem Shopfloor mit Business Analytics

[21.06.2022]

Foto: Rawpixel.com - fotolia.com

Die Zielgrößen produzierender Unternehmen sind so individuell wie die Unternehmen selbst. Stillstandzeiten, Liefertermintreue, Unfallhäufigkeit, Reklamationen, Überstunden sowie Mängel und Nacharbeit sind nur einige Beispiele für in der Praxis relevante KPI’s innerhalb der produzierenden Industrie. Die Digitalisierung und die damit einhergehende Verfügbarkeit und Analysierbarkeit von Produktionsdaten ermöglicht eine systematische und kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse in Echtzeit. Shopfloor Analytics kombiniert das etablierte und zentrale Kommunikationsinstrument auf dem Shopfloor mit den Möglichkeiten von Business Analytics in der produzierenden Industrie.

Shopfloor Management 1.0: Mit Routinen zu einer schlanken Produktion

Produzierende Unternehmen setzen heutzutage nahezu flächendeckend Shopfloor Management als zentrales Visualisierungs- und Führungsinstrument ein. Während in der Vergangenheit oft Skepsis über den Nutzen dieses Strukturierungs- und Visualisierungsansatzes herrschte und jahrzehntelang bestehende Strukturen erhalten und verteidigt wurden, erkennt das Produktionsmanagment inzwischen deutlich die Vorteile, des flächendeckenden und kaskadierten Einsatzes von Shopfloor Management. Sie nutzen ihn als zentrales Führungsinstrument für die Realisierung einer schlanken Produktion. Die täglichen Routinen stellen den Hierarchie übergreifenden Informationsfluss in der Fertigung und Montage sicher und schaffen für alle Stakeholder einsehbare Transparenz über den aktuellen Status und Abweichungen der produktionsrelevanten Kennzahlen. Durch die regelmäßige Bewertung der Situation vor Ort erhält das Management einen direkten Einblick und ungefilterte Informationen. Neben beschleunigter Entscheidungsfindung und unbürokratischer Problemlösungen fördert ein konsequent und kontinuierlich durchgeführtes Shopfloor Management die Entwicklung der Mitarbeitenden und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Produkten.

Shopfloor Management 2.0: Digitale Tools für eine digitale Produktion

Unser Kunde im aktuellen Praxisbeispiel hatte das Shopfloor Management über mehrere Jahre bereits erfolgreich zur Steuerung schlanker Produktionsprozesse genutzt und so die eigenen Produkte und Prozesse nachhaltig verbessert. Die fortschreitende Digitalisierung der Produktion und die zunehmende Verfügbarkeit von Daten und digitalen Informationen über die Produktionsprozesse führte allerdings dazu, dass das analoge Shopfloor Management an seine Grenzen stieß ist und Optimierungspotenziale nicht mehr vollumfänglich erkannt und realisiert werden konnten. Entscheidende Informationen gelangten dadurch häufig zu spät oder nie an die Stellen im Unternehmen, an denen sie benötigt wurden, sodass das Management häufig erst verzögert eingreifen konnte. Der entstandene Schaden für das Unternehmen lässt sich im Nachhinein zwar qualitativ beobachten, ist aber quantitativ kaum zu messen. Um die Digitalisierung des Shopfloor Managements bei unserem Kunden voranzutreiben, erfolgte zunächst die Überführung der bisher analogen Shopfloor Boards in digitale Hard- und Softwaretools. Dadurch gelingt die zentrale Erfassung und individuelle Visualisierung aller produktionsrelevanter Daten. Die regelmäßige und eingespielte Shopfloor Routine konnte beibehalten werden. Durch die weitgehend bereits digital vorhandenen Produktionsdaten konnte die Transparenz in Bezug auf Sicherheit, Qualität, Kosten, Liefertermintreue und Personalkennzahlen während der Meeting-Routine deutlich gesteigert werden. Darüber hinaus wurden Qualitätsprobleme individuell nach Produkten oder Schichten gefiltert und Lieferschwierigkeiten wöchentlich, monatlich oder saisonal bewertet werden.

Shopfloor Management 3.0: Mit Shopfloor Analytics zu einem intelligenten Produktionsmanagement

In der digitalisierten Produktion fallen durch den flächendeckenden Einsatz von Sensoren in den Maschinen und Anlagen enorme Datenmengen an. Die Verknüpfung dieser Informationen mit weiteren im Unternehmen vorhandenen Daten bilden die Grundlage für die Einführung von Business Analytics Anwendungen innerhalb der Produktion. Hierzu müssen zunächst bestehende Datensilos aufgebrochen und die notwendigen logischen Verknüpfungen hergestellt werden. Wir arbeiten bereits seit Jahren mit den hierfür notwendigen Tools und Anwendungen zur Datenaufbereitung und -konsolidierung, sodass wir auch in diesem Projekt gemeinsam mit unserem Kunden schnelle und sichtbare Erfolge erreichen konnten. Um diese Möglichkeiten der Datenanalyse und Ergebnisvisualisierung mit der eingespielten Shopfloor Routine zu verbinden, brachten wir die Analysen und Visualisierungen auf die bereits digitalen Shopfloor Boards. Zur zusätzlich Systemerweiterung um den Baustein der Prognosefähigkeit, entschieden wir uns für den Einsatz prädiktiver und präskriptiver Datenanalysemethoden, mittels derer auch präventiv auf den Produktionsprozess und die interne Supply Chain eingeschritten werdern kann. Die fortlaufende Datenanalyse liefert somit verlässliche Aussagen zur Entscheidungsfindung und ,in Kombination mit dem etablierten Shopfloor Management, die Grundlage für ein datengetriebenes und intelligentes Produktionsmanagementsystem.

Shopfloor Analytics ermöglicht unmittelbare und präzise Eingriffe in den Produktionsablauf und schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit auf allen Managementebenen. In Kombination mit Data Analytics entstehen so zahlreiche Möglichkeiten, die Prozesse zu vergleichen, Anomalien frühzeitig zu erkennen und Lösungen präventiv zu entwickeln. Im Rahmen des vorgestellten Projekts aus unserem Beratungsalltag ist es durch die Einführung von Shopfloor Analytics gelungen, die individuellen Kennzahlen in Bezug auf Nacharbeitskosten, Liefertermintreue, Stillstandszeiten und Mitarbeiterproduktivität positiv zu beeinflussen.

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