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Solarmarkt Indien - April 2011

[01.06.2011]

Foto: alphaspirit / fotolia.com
BRIDGE TO INDIA analysiert im Rahmen des vierteljährlich erscheinenden INDIA SOLAR COMPASS den dynamischen indischen Solarmarkt. Die aktuelle April-Edition thematisiert die Finanzierbarkeit von netzgekoppelten Solar-Projekten in Indien. Niedrige Tarife in der ersten Bieterrunde, wenig belastbare Daten zur Sonneneinstrahlung sowie rechtlich nicht belastbare Stromabnahmeverträge haben bei den heimischen Banken zu einer zögerlichen Vergabe von Krediten geführt. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe und die weitere Entwicklung dieses spannenden Marktes.

 

Herausforderung Finanzierbarkeit – Chancen und Risiken des indischen Solarmarktes

Indien gehört zu den dynamischsten und erfolgversprechendsten Solarmärkten weltweit. Die immens steigende Nachfrage nach Energie, hohe Preise für fossile Energieträger sowie ambitionierte staatliche Förderprogramme wie die National Solar Mission haben ein weltweites Interesse am indischen Solarmarkt ausgelöst. Hatte die Solarenergie noch Anfang 2010 mit etwa 15 MW installierter Kapazität einen marginalen Anteil am indischen Energiemix, erreichen die in den letzten Monaten projektierten Solarkraftwerke bereits einen Umfang von mehr als 1600 MW. Diese Entwicklung wird im Rahmen weiterer Ausschreibungsrunden fortgeführt und steht im Kontext des ehrgeizigen Plans der Regierung, bis 2022 über 20 GW netzgebundene Solarstromkapazität zu installieren. Die Voraussetzungen für einen Markeintritt nach Indien sind somit von politischer Seite günstig. Zudem zählt Indien zu den sonnenreichsten Ländern der Erde mit vielerorts über 300 Sonnentagen pro Jahr und stündlichen Einstrahlungswerten von 200 MW/km².

Indische Banken sehen die Entwicklung des Solarmarktes noch skeptisch

Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass im Rahmen des zurückliegenden Bieterverfahrens ein zu optimistisches Bild der vielfältigen Unsicherheiten des indischen Solarmarktes entstanden ist. Hierzu zählen vor allem fehlende Erfahrungswerte und Daten über die tatsächlichen Einstrahlungswerte. Investoren können somit die zu erwartende Strommenge nur schwer berechnen. Zusätzlich existieren wenige Referenzprojekte und die praktische Leistungsfähigkeit der Anlagen unter indischen Bedingungen wie Staub, Monsun und extremer Hitze muss erst noch ermittelt werden. Führende Projektentwickler äußern deshalb bereits die Befürchtung, dass Kosten und Komplexität der bisherigen Projekte unterschätzt wurden. Zudem könnten der starke Wettbewerb und die daraus folgenden niedrigen Tarife im Rahmen der Tarifauktionierung die Qualität der Solaranlagen beeinträchtigen.

Aktuell kann bei vielen Projekten nicht mit dem Bau begonnen werden, weil die Fremdkapitalfinanzierung nicht gewährleistet ist. Es existiert deshalb ein immenser Druck, alternative Lösungen zu finden. Große Firmen umgehen das Problem und leihen sich Geld über Unternehmensgarantien, basierend auf ihren starken Bilanzen. Eine weitere Lösung ist die Finanzierung komplett über Eigenkapital. Das Beispiel des indischen Projektentwicklers Kiran Energy illustriert dies eindrucksvoll: Mit der Aussicht auf hohe Gewinne, konnten bei drei Private-Equity-Firmen 30 Millionen US Dollar akquiriert werden. Es wird jedoch in der Branche erwartet, dass vor allem die derzeit noch skeptischen indischen Banken die Verlässlichkeit der aktuell projektierten Anlagen erkennen und in zukünftigen Bieterrunden die Gewährleistung der Finanzierung an Brisanz verliert.

Im INDIA SOLAR COMPASS wird die aktuelle Entwicklung des indischen Solarmarktes analysiert

Neben der Kernfrage zum Thema Finanzierung fasst die aktuelle Ausgabe des INDIA SOLAR COMPASS den derzeitigen Stand des Solarmarktes in Indien zusammen und skizziert die Entwicklungen in den aussichtsreichsten Bundesstaaten. Insbesondere hier zeichnen sich attraktive neue Geschäftsmöglichkeiten ab. Einspeisetarife auf Ebene einzelner Bundesstaaten, beispielsweise im sonnenreichen Gujarat, sind bisher noch vergleichsweise hoch. Abgerundet wird auch diese Ausgabe mit einem Experteninterview sowie einem Essay von einem renommierten Spezialisten. In der aktuellen April-Edition erklärt David Colt, Senior Analyst des Carbon War Room, warum er die ehrgeizigen Solar-Pläne der indischen Regierung für realistisch hält, sie aber die CO2-Bilanz des Landes kaum beeinflussen werden.

Der INDIA SOLAR COMPASS erscheint alle drei Monate und ist über die E-Mail Adresse
solar-compass@bridgetoindia.com zu bestellen. Eine Ausgabe kostet EUR 180. Vier Ausgaben sind im Abonnement für EUR 600 zu erwerben.

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