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Risiko-Check

Strategische und operative Risiken nehmen für klein- und mittelständische Unternehmen (KMUs) aufgrund der steigenden Komplexität und Dynamik im nationalen und internationalen Wettbewerb zu. Um in diesem Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, sind für KMUs hohe Investitionen erforderlich. Die Finanzierung dieser Investitionen erfolgt vornehmlich über den klassischen Firmenkredit. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten, wie die Mezzanine Finanzierung, die in den Vereinigten Staaten keine Seltenheit sind, sind aufgrund vergleichsweise geringer Eigenkapitalausstattungen, d.h. geringer Risikopuffer und schlechten Bilanzrelationen, für KMUs nur schlecht zugänglich.

Mit dem Inkrafttreten der Baseler II Bestimmungen in nationales Recht im Jahre 2007, werden Kreditinstitute verpflichtet, bei der Kreditvergabe eine Eigenkapitalunterlegung vorzunehmen, die nach Risikogewichtungen (Bonität und Qualität des Kreditnehmers) differenziert ist. Hierdurch wird sich die Vergabe risikoreicher Kredite verteuern. Die Einstufung des Risikos setzt die Durchführung eines Ratings voraus. Um sich an diese neuen Anforderungen anzupassen reagierten die Banken verschieden. Einige haben sich aus dem Kreditgeschäft zurückgezogen, andere haben Ratingsysteme eingeführt. Diese Ratingsysteme dienen dazu, die wirtschaftliche Lage und geschäftlichen Fähigkeiten eines potenziellen oder bestehenden Kreditnehmers zu analysieren und möglichst genau zu bewerten. Diese Bewertung resultiert in einem Ratingurteil (Ratingsymbol), welches ein Ausfallwahrscheinlichkeitsintervall des Kredits kennzeichnet. Das Ratingurteil bestimmt maßgeblich die Höhe des Kreditzinssatzes.

Ratingsysteme greifen meist auf folgende Informationsquellen als Grundlage zurück:

  • Bilanzwerte
  • Fragen zu Unternehmensinternen und -externen Faktoren

Die Ratingkriterien und Aggregationsverfahren sind dem potenziellen Kreditnehmer üblicherweise nicht zugänglich. Ein Unternehmen kann sich jedoch auf eine Kreditaufnahme vorbereiten, indem es selbst ein Rating durchführt bzw. durchführen lässt. Neben einer Ratingvorbereitung durch Unternehmensberatungen kann ein sogenanntes Selfrating durchgeführt werden. Diese Selbsteinschätzung dient dazu die Stärken und Schwächen des Unternehmens zu identifizieren. Diese Kenntnis ist bei den Kreditverhandlungen mit der Bank, als Gegenüberstellung zum bankinternen Rating, sehr hilfreich.

Dieses Internet Tool stellt hier eine Durchführung eines Selfratings zur Verfügung. Sie dient dazu die Stärken und Schwächen eines Unternehmens zu identifizieren und zu bewerten. Hierzu wird das Unternehmen aufgefordert Bilanzdaten einzugeben und anschließend einen umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten. Die Daten aus der Bilanz gelten als Grundlage für die Bewertung der quantitativen Faktoren, der Fragebogen dient der Ermittlung der qualitativen Fähigkeiten des Unternehmens. Die Auswertung der Daten erfolgt grafisch und zeigt dem zu bewertenden Unternehmen seine Stärken bzw. Schwächen in verschiedenen Bereichen.


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