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Krisenbewältigung als Chance für den Mittelstand

[05.01.2022]

Foto: adobe / fotomek

Effektive Krisenbewältigung ist das Thema in Corona-Zeiten und erfordert agiles Handeln. Die Führungsmodelle krisenresilienter Unternehmen setzen auf eine klare Arbeitsteilung zwischen der strategischen und operativen Unternehmensführung. Entscheidungen müssen für eine langfristige Wertsteigerung getroffen und gleichzeitig das operative Geschäft erfolgreich geführt werden. Dabei ist ein kundenorientierter Auf­trags­ab­wick­lungs­pro­zess der ent­schei­den­de Schlüssel für eine Stabilisierung des Tagesgeschäfts. Mit transparenter und offener Unternehmenskultur sowie einer Ver­trau­ens­basis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern wird der Grundstein für profitables Wachstum gelegt.

Die Corona-Krise als Türöffner zum agilen Handeln?

Die Corona-Krise hat sich vor allem durch die unglaubliche Schnelligkeit, in der sie über die Volkswirtschaften hereingebrochen ist, ausgezeichnet. Darauf zügig und richtig zu reagieren, war die erste wichtige Phase der Krisenbewältigung und das Gebot der Stunde. Es ging um das Sichern der vitalen Unternehmensfunktionen, also den Schutz der Mitarbeiter durch Implementierung von Hygienekonzepten, das Ermöglichen von mobilem Arbeiten, eine räumliche und zeitliche Trennung von Mitarbeitergruppen, den Aufbau von Lagerbeständen und den kurzfristigen Aufbau zusätzlicher Lieferanten. Ferner galt es, die Beantragung und Einführung von Kurzarbeit zu realisieren und die Liquidität zu sichern. Gleichzeitig ging es um eine kurzfristige Reduzierung von Investitionsbudgets und ein intensives Monitoring des Working Capital. Zudem trug bei vielen Unternehmen ein diversifiziertes Geschäft ebenfalls wesentlich zur Ri­si­ko­mi­ni­mier­ung bei, um möglichst schnell und flexibel auf betriebswirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Adhoc-Maßnahmen bilden aber nur den Auftakt zur Krisenbewältigung. Denn ohne ein neues Führungsmodell bleiben alle kurzfristigen Anstrengungen ohne nachhaltige Wirkung auf die weitere Unternehmensentwicklung.

Ein neues Führungsmodell zur Krisenbewältigung – Risiko oder Chance?

Wir sind überzeugt, dass die Lehren aus der Krise sich in einem neuen Führungsmodell mit veränderter Schwerpunktsetzung niederschlagen müssen. Ein solches Führungsmodell soll Chancen nutzen und helfen, um Risiken früher zu erkennen.

Nach Corona geht es vor allem um:

  • die Förderung von Innovation,
  • die Sicherstellung operativer Exzellenz,
  • die Ausweitung der Internationalisierung sowie um
  • Investitionen in das Geschäft und die Organisation.

Die Ziele sind:

  • konsequente Kundenorientierung,
  • schnelle Anpassung der betrieblichen Aktivitäten an veränderte Kundenwünsche,
  • fortlaufende Weiterentwicklung der Fähigkeiten des Personalsystems und
  • Sicherstellung einer kontinuierlichen Verbesserung im Unternehmen.

Zur Umsetzung dieser Themen ist TOP-DOWN den Mitarbeitern von der Geschäftsführung Vertrauen entgegenzubringen und Verantwortung zu übertragen. BOTTOM-UP haben die Mitarbeiter ihren Vorgesetzten regelmäßiges Feedback über ihre Arbeitsergebnisse abzuliefern.

Die Voraussetzungen dafür sind:

  • wechselseitiges Vertrauen,
  • eine offene, transparente und lösungsorientierte Unternehmenskultur,
  • eine intensive Kommunikation auf verschiedenen Ebenen und
  • die durchgängige Beseitigung von Informationsasymmetrien.

Wie hat TCW agiert, um Auftragsabwicklung und Kundenbefragung zu vereinen?

Ein konkretes Umsetzungsbeispiel aus dem operativen Bereich für eine effektive Krisenbewältigung liefert die Virtualisierung der Auftragsabwicklung, um eine ganzheitliche End-to-End Betrachtung vom Kunden entlang der Supply Chain bis zum Lieferanten sicherzustellen. TCW wurde von einem namhaften Maschinen- und Anlagenbauer damit beauftragt, den kompletten Auftragsabwicklungsprozess zu reorganisieren und den Datenfluss zum Kunden zu optimieren. Das Wissen über den Kunden und seine heutigen sowie zukünftigen Bedürfnisse ist der Schlüssel für die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Ergänzend zu kurzen Durchlaufzeiten in der Auftragsabwicklung und schnellen Reaktionszeiten auf Kundenanfragen waren Innovationen einzubringen, die ein Ergebnis der Corona-Herausforderungen darstellen. Virtuelle Kundenbesuche und Webinare verbessern die Kundenbindung, virtuelle Messen zielen auf das Erreichen eines großen Kundenspektrums, Abnahmen und Schulungen lassen sich ebenfalls virtuell organisieren und können auch zukünftig erhebliche Vereinfachungen für den Kunden und das Unternehmen zur Folge haben.

Die Maßnahmen im Projekt waren:

  • Interaktion mit dem Kunden über die verschiedensten digitalen Kanäle und Plattformen.
  • Kundenbefragung mittels der Conjoint-Analyse. Sie ist besonders gut geeignet für eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Kundensegmente und deren Charakteristika. Sie liefert wichtige Informationen über die Mehrpreisbereitschaft der Kundengruppen und ermöglicht damit die Ableitung von Schlussfolgerungen für die Preis- und Leistungsgestaltung des Portfolios, vor allem im Zusammenspiel zwischen Produkt und Service.

Mit Hilfe der eingesetzten Methoden und eingeleiteten Maßnahmen konnte das Unternehmen nicht nur eine signifikante Beschleunigung der Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten in der Auftragsabwicklung erzielen, sondern auch ein optimiertes Leistungs- und Serviceangebot für die nachhaltige Stärkung der Kundenbeziehungen realisieren.

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