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Operational Due Diligence – Transparenz vor der Unternehmensübernahme

[15.05.2018]

Foto: Kurhan- fotolia.com
Niedrigzinsen, große finanzielle Mittel, ein leergekaufter Markt. Insbesondere Private Equity Fonds verfügen gerade über mehr Geld, als sie investieren können. Unternehmenstransaktionen gewinnen wieder an Bedeutung. Es gilt das Risiko eines Misserfolgs gerade für strategisch ausgerichtete Unternehmen zu minimieren. Neben einer Financial Due Diligence ist eine Operational Due Diligence ein wesentlicher Bestandteil von Unternehmensübernahmen, um die unzureichende Informationslage über das zum Verkauf stehende Unternehmen und die Qualität der Bewertung zu verbessern.

Bewertung des Herzens eines Unternehmens

Im aktuellen Fallbeispiel handelt es sich um ein Unternehmen aus dem Anlagenbau. Gerade diese stark fragmentierte Branche unterliegt einer starken Konsolidierung. Dies führt dazu, dass Bieterverfahren für den Unternehmenskauf an Bedeutung gewinnen. Im vorliegenden Fallbeispiel hatte das Unternehmen sich in mehreren Runden gegenüber Mitbewerbern durchgesetzt. In der finalen Runden galt es, sich gegen vier weitere, internationale potenzielle Käufer durchzusetzen. Es herrschte ein euphorisches Hochgefühl mit dem trügerischen Eindruck, man habe das Unternehmen so gut wie in der Tasche. Zur Beruhigung und Versachlichung der emotional aufgeladenen Situation wurde TCW mit der Durchführung einer Operational Due Diligence beauftragt. Dienten in der Vergangenheit ausschließlich die Finanzbewertung sowie die steuerrechtliche und rechtliche Bewertung als Grundlage zur Bestimmung eines Unternehmenswerts, so ist inzwischen eine leistungswirtschaftliche Bewertung des Kaufobjektes von wesentlicher Bedeutung.

Methodenbasierte, leistungswirtschaftliche Bewertung

Zur Versachlichung einer emotionalen Situation ist ein systematisches, methodenbasiertes Vorgehen unabdingbar. Hierbei gehen Financial Due Diligence und Operational Due Diligence Hand in Hand. Ausgehend von der Financial Due Diligence werden Vermögen, Ertrag, Cashflow, eigen- und fremdfinanzierte Assets, Marktentwicklung, Auftragseingang und Auftragsabwicklung untersucht. Als Resultat des praxiserprobten Konzeptes des TCW liegen unter anderem die Risiken in folgenden Bereichen vor:

  • Globaler Produktionsfootprint,
  • Auslastung und Kapazitätsbindung,
  • Produktions- und Entwicklungskompetenzen,
  • Absicherung des immateriellen Vermögens beispielsweise durch Patente,
  • Materialfluss, Produktionssystem und Arbeitssicherheit,
  • Auftragseingang und -abwicklung,
  • Kernkompetenzportfolio insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie
  • Kooperationen mit Wettbewerbern, branchenfremden Unternehmen und Wissenschaft.

Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Ist-Situation werden mit Hilfe externer Experten die Angaben des Verkäufers hinsichtlich des prognostizierten Marktwachstums, der eigenen Rolle im Wettbewerb und der Akquise von Neuprojekten überprüft. Darauf aufbauend wurden eigens Szenarien für das Wachstum des Objektes entwickelt. Die Betrachtungsschwerpunkte hierbei wurden auf die Entwicklung der Mitarbeiter, des Auftragsportfolios, der Kundenstruktur und die technologische Reife der Produkte gelegt.

Bieterverfahren sind durch kurze Zeiträume zur Unternehmensbewertung und eingeschränkten Kontakt zum Kaufobjekt gekennzeichnet. Das heißt für den Kaufinteressenten, dass er eine große Menge an Daten innerhalb eines knappen Zeitraums neben seinem Tagesgeschäft analysieren und durch externe Daten validieren muss. Dieses zusätzliche Pensum ist weder von einem bietenden Unternehmen alleine noch von TCW isoliert zu bewältigen. Nur durch eine kooperative und enge Zusammenarbeit konnten die individuellen Stärken und Wissensvorsprünge beider Seiten multipliziert werden, wodurch diese Operational Due Diligence erfolgreich durchgeführt und die Risikofelder identifiziert wurden. Darüber hinaus wurden externe Experten zu den jeweiligen Fachthemen, wie beispielsweise zur Entwicklung eines spezifischen Marktsegmentes, zu Rate gezogen. Dies stellte sich als wesentlicher Wettbewerbsvorteil in diesem Bieterverfahren dar, weil so die Anonymität des Käufers gewahrt werden konnte. Gerade diese Anonymität ist für überschaubare Branchen mit hoher Vernetzung der einzelnen Wettbewerbsteilnehmer oftmals ausschlaggebend.

Übernahme- und Unternehmensentwicklung mit Operational Due Diligence

Zur Bestimmung des eigentlichen Kaufangebots ist nicht nur der Unternehmenswert zu definieren, sondern auch die über die eigentliche Transaktion hinausgehenden Kosten. Das ermittelte Risikoportfolio dient hier als Grundlage für einen Planes für die Übernahme des Unternehmens aber auch deren Entwicklung. Strategische Investoren streben in der Regel eine Integration des gekauften Unternehmens in das übernehmende Unternehmen an. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung bei Post Merger Integrationen konnte das TCW unter Berücksichtigung strategischer Restriktionen mehrere terminierte Szenarien für die Integration und die dafür notwendigen Personal- und Investitionsaufwendungen entwickeln. In enger Zusammenarbeit mit TCW konnte unser Kunde ein Kaufangebot abgeben, das aufgrund seiner nichtmonetären Zusatzleistungen den Zuschlag erhielt.



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