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Advanced Purchasing

Die frühzeitige Einbindung der Einkaufsfunktion in den Pro­dukt­ent­wick­lungs­pro­zess ist das Ziel bei Advanced Purchasing. Kürzere Entwicklungshorizonte und geringere Ent­wick­lungs­kosten bis zur Marktreife sind das Ergebnis des TCW Ansatzes.

Herausforderung

Die Rolle des Einkaufs als strategischer Partner im Produktentwicklungsprozess nimmt zu. Gerade bei abnehmenden Fertigungstiefen steigt der Einfluss, den Lieferanten auf die Produktenwicklung haben. Ohne ein zielorientiertes Management der Wertschöpfungspartnerschaften ab der ersten Minute durch den Einkauf geraten Entwicklungszeiten und -kosten bis zum marktreifen Produkt aus dem Ruder. Die Symptome sind hohe Änderungskosten und verpasste Meilensteine im PLM-Prozess. Das Unternehmen läuft dem Markt hinterher statt voraus.

Das TCW Konzept

Das Einkaufskonzept Advanced Purchasing basiert auf einer frühzeitigen und engen Einbindung von Einkaufskompetenzen in den Produktentwicklungsprozess. Sie beschleunigen dadurch den zielorientierten Informationsfluss in Ihrer Wertschöpfungskette und die Entscheidungen im Einkauf verlagern sich dadurch in eine frühere Phase des Entwicklungsprozesses. Die frühe Einbindung von Einkauf und Lieferanten sowie die damit vorgezogene Integration potenzieller Entwicklungs- und Fertigungslieferanten bergen hohe Potenziale. Der Lieferant kann sein Know-how effektiver einbringen, da wesentliche, Kosten bestimmende Parameter zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegt sind. Eine späte Einbindung verringert den Spielraum des Lieferanten im Hinblick auf Gesamtkosten optimierte Produktkonzepte.

Wesentliche Konzepte innerhalb des Advanced Purchasing sind die Produktklinik im Einkauf, Konzeptwettbewerbe sowie Supplier Roadmaps.

  • Supplier Roadmaps
    bestimmen den Grad der Integration des Lieferanten zu verschiedenen Phasen des Produktentstehungsprozesses. Dabei werden Lieferanten mit hohem Entwicklungs-Know-how bereits in der Produktdefinitionsphase eingebunden und die Fertigungsexperten entsprechend später.
  • Konzeptwettbewerbe
    beinhalten eine weltweite Ausschreibung von innovativen Lösungskonzepten unter führenden Entwicklungslieferanten. Auf Basis des Lastenhefts werden die entsprechenden Vorschläge verschiedener Lieferanten bewertet und für das favorisierte Konzept ein Entwicklungsauftrag erteilt.
  • Die Produktklinik im Einkauf
    zielt auf den Nutzenvergleich innerhalb verschiedener Wettbewerbsprodukte. Sie ermöglicht einen detaillierten Kosten-Nutzen-Vergleich mit dem Ziel, das eigene Produkt gezielt auf „Over-Engineering“ zu untersuchen und Funktionen ausgehend von der Kundenpräferenz zu gestalten. Das Kundenwert-Herstellkosten-Verhältnis wird entlang der Funktionsstruktur des Produktes kalkuliert und gibt den oft verborgenen Wertbeitrag jeder Produktkomponente preis.

Besonders stark kann die Automobilindustrie von Advanced Purchasing profitieren. Kernlieferanten werden bereits frühzeitig einbezogen. Durch die Bündelung umfangreicher Entwicklungs-, Fertigungs- und Logistikleistungen zu Systemleistungen erhält der Einkauf eine umfassende Gestaltungsaufgabe, die zusätzlich zu den klassischen Einkaufsaktivitäten wahrgenommen wird. Dazu gehört eine Einflussnahme auf die Produktarchitektur, die Leistungsstruktur und die Produktauslegung in der Definitions- und Konzeptphase sowie die Beeinflussung der Lieferantenleistung.

Ergebnisse / Potenziale

Das Konzept des Advanced Purchasing konnte vom TCW in unterschiedlichen Branchen erfolgreich implementiert werden. Je nach Fertigungstiefe und Wertschöpfungsarchitektur sind unterschiedliche Potenziale möglich. Im Durchschnittlich lässt sich die Durchlaufzeit von Entwicklungsprojekten um 40% reduzieren. Die Reduzierung der Entwicklungszeit führt darüberhinaus zu einer Reduzierung der Entwicklungskosten von durchschnittlich 20%.

Weiterführende Literatur zum Thema Advanced Purchasing

Praxisbeispiele zum Thema Advanced Purchasing

Tools zum Thema Advanced Purchasing

  • Einkaufspotenzialanalyse
    Realisierung von Einkaufspotenzialen durch die bewusste Gestaltung differenzierter Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen
  • F&E-Zulieferer-Check
    Differenzierte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von F&E-Kooperationen durch systematische Analyse und Bewertung
  • Innovationsaudit mit Innovation Check
    Verbesserungspotenziale im Innovationsmanagement identifizieren und eine leistungsfähige Innovationskultur im Unternehmen verankern
  • Value Check
    Ein- und Auszahlungsströme infolge einer logistischen Investition quantifizieren und als Cashflow ausweisen

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