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Frachtbörsen zur Optimierung der Transportlogistik

Das Frachtbörsenkonzept zur Senkung der Frachtkosten durch die Reduktion von Leerkilometern.

Herausforderung

In der Logistik kommt es auf reibungslose Prozesse und Transparenz an. Logistikplattformen unterstützen Unternehmen dabei, die unternehmensübergreifende Logistikkette effizienter zu gestalten, die Prozesse zu automatisieren sowie die Beteiligten einfach und flexibel zu integrieren und so eine hohe Transparenz über die gesamte logistische Kette zu erlangen. Dies ist erforderlich, da sich viele Unternehmen einem Wildwuchs der von ihnen genutzten Logistikdienstleister ausgesetzt sehen. Hohe Kraftstoffpreise, die Senkung der zugelassenen Lenkzeiten sowie eine zunehmende Anzahl von Destinationen und Relationen führen dazu, dass die Kosten und die Anzahl der eingesetzten Logistikdienstleister steigen. Die Transparenz über die Logistikkosten ist nicht gegeben und die Kostenpotenziale können durch die Unternehmen nicht selbst gehoben werden

Das TCW Konzept

Das Ziel bei der Einführung von Logistikplattformen ist die Senkung der Frachtkosten durch die Reduktion von Leerkilometern auf Seiten der Logistikdienstleister. Die Plattform vernetzt die Frachtdisponenten der Kunden elektronisch mit den Logistikdienstleistern. Die Logistikdienstleister bekommen durch die öffentliche Ausschreibung ihrer Kapazitäten die Möglichkeit, sich durch Anschlussladungen und Dreiecksverkehren selbst zu optimieren. Teilnehmende Logistikdienstleister haben die Möglichkeit, sich über den aktuellen Bedarf an Transportkapazität zu informieren. So entsteht Transparenz, Planungssicherheit und Optimierungspotenzial. Kunden haben die Möglichkeit, bei der Ausschreibung von Transportleistungen den Stamm der zu berücksichtigenden Frachtführer einzuschränken. Dadurch wird gewährleistet, dass die Aufträge nur von ausgewählten Logistikdienstleistern eingesehen werden können und der interne Aufwand begrenzt werden kann.

Darüber hinaus entlastet die Logistikplattform die Frachtdisponenten des Kunden. Durch die Verbesserung des Informationsflusses zwischen Verlader und Logistikdienstleister sowie durch die Verringerung des Verwaltungsaufwands reduziert sich die Zahl der anfallenden Telefonate der Frachtdisponenten. Zusätzlich werden innerhalb der Logistikplattform alle angefallenen Transportdaten dokumentiert, so dass Auswertungen der Transportbewegungen, der Transportkosten, der beauftragten Logistikdienstleister und der transportierten Güter in einem frei definierbaren Betrachtungszeitraum ermöglicht werden und transparent dargestellt werden können.

Transaktionen über die Plattform können wie folgt beschrieben werden:

  • Transportbildung auf der Logistikplattform.
  • Die berechtigten Partner werden durch die Zugangssoftware benachrichtigt und können die offenen Frachtanfragen einsehen.
  • Interessierte Logistikdienstleister geben auf die Touren Angebote ab.
  • Die Frachtdisponenten haben den Überblick über alle Angebote und vergeben die Aufträge per Mausklick. Die Auftragsdaten und die Zusagemeldung werden elektronisch an den Logistikdienstleister übertragen.
  • Die übrigen, an der Tour interessierten Logistikdienstleister erhalten automatisch in ihrer Zugangssoftware eine Absagemeldung.
  • Die Daten des beauftragten Logistikdienstleisters und der angebotene Frachtpreis werden an das kundeninterne Inhouse-System zurückgemeldet.
  • Der beauftragte Logistikdienstleister kann die Frachtdaten per Mausklick elektronisch in sein EDV-System übertragen.

Vorgehensweise

Für die Auswahl und Implementierung einer Transportplattform sind im Vorfeld die Ziele und Handlungsfelder zu identifizieren, um die Funktionalitäten der Transportplattform auf die Anforderungen des Unternehmens anzupassen, den Aufwand der Implementierung gering zu halten und größtmögliche Kostenpotenziale heben zu können. Nach Identifikation der nötigen Funktionalitäten werden mögliche Frachtbörsenanbieter in einem standardisierten Prozess ausgewählt und Vertragsverhandlungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem gewählten Dienstleister werden die Schnittstellen definiert und die relevanten Daten geklärt. Bei Einführung der Frachtbörse werden die Mitarbeiter geschult und die Funktionalität der Frachtbörse überprüft und gegebenenfalls weiter angepasst.

Ergebnisse / Potenziale

Im Ergebnis wurden im Rahmen durchgeführter Beratungsprojekte Kosteneinsparungspotenziale in Höhe von 16 Prozent für Transportleistungen realisiert. Darüber hinaus ließen sich die Prozesskosten um durchschnittlich 23 Prozent senken. Kostenpotenziale lassen sich primär durch Economies of Scale und Economies of Scope durch Nutzung des elektronischen Marktplatzes, die effiziente und transparente Auftragserfassung und -abwicklung über die gesamte Supply Chain und den Abbau von Informationsasymmetrien und Komplexitätsbeherrschung über die gesamte logistische Kette heben. Ein erhebliches Koordinationspotenzial ergibt sich aus der Reduktion der Prozesskosten durch die Auswahl vorab angelegter Profile für regelmäßige und wiederkehrende Relationen, die Anfrage von Relationen an einen vorab definierten Frachtführerstamm per Echtzeit, die Bestätigung des Auftrags und Absage in Echtzeit an alle Frachtführer und die Schaffung von Transparenz und Abruf aller benötigten Daten per Mausklick aus dem System.

Weiterführende Literatur zum Thema Frachtbörsen zur Optimierung der Transportlogistik

Tools zum Thema Frachtbörsen zur Optimierung der Transportlogistik

  • Logistik-Potenzial-Check
    Verknüpfung der Daten des „SCM-Check“ mit finanziellen Kennzahlen des Unternehmens und Darstellung des Wertbeitrags der Logistik
  • ProVSM („Value Stream Mapping“)
    Unterstützung bei der ganzheitlichen Optimierung der Wertkette durch Analyse und Visualisierung des Wertstromes
  • SCM-Check
    Qualitative Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Supply Chains und Aufzeigen von Handlungsempfehlungen
  • Value Check
    Ein- und Auszahlungsströme infolge einer logistischen Investition quantifizieren und als Cashflow ausweisen

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