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Gruppenarbeit und Fertigungsorganisation

Herausforderung

Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zu steigern, ist eine ständige Überprüfung der Arbeitsorganisation in den direkten und indirekten Bereichen notwendig. Das Einbeziehen der Kenntnisse und Erfahrungen der Mitarbeiter, selbstständiges Denken und Handeln, die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung sowie die Fähigkeit zur Kooperation ist dabei eine wesentliche Voraussetzung.

Das TCW-Konzept

Die Gruppenarbeit enthält methodisch und praktisch erprobte Basisstrategien und Bausteine für die Implementierung von Prozessen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfaktoren Kosten, Qualität und Durchlaufzeiten. Die Potenziale ihrer Mitarbeiter werden dabei umfassend genutzt. Die Leistungslücke zu Wettbewerbern, die sich oft unbemerkt eingeschlichen hat, wird geschlossen. Hauptanwendungsfeld der Gruppenarbeit sind Produktionsunternehmen. In den letzten Jahren hat sich die Gruppenarbeit aber auch bei Banken und Dienstleistern bewährt.

Das Ziel der Gruppenarbeit ist das Aufbrechen der tayloristischen Arbeitsteilung. Die Mitarbeiter sollen die Chance erhalten, sich stärker mit den Produkten und Arbeitsschritten zu identifizieren. Durch diese breitere Wissensbasis können die Mitarbeiter ihr spezifisches Problemlösungswissen besser für eine Optimierung der Prozesse und Kosten einbringen.

Gruppenarbeit ist ein arbeitsorganisatorisches Konzept. Einer Gruppe von unterschiedlich qualifizierten Arbeitnehmern wird für einen abgegrenzten Aufgabenbereich im arbeitsteiligen Produktionsprozess die selbständige Regelung der internen Aufgabenverteilung überlassen. Dies bedeutet eine Delegation von Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung auf die Gruppe.

Die Gruppenarbeit geht meist einher mit einer Anpassung der Fertigungsstrukturen und -prozesse. In den meisten Fällen ist eine Segmentierung der Fertigung hilfreich oder erforderlich. Als Segmentierungskriterien dienen hierbei Produkte, Kunden, Märkte oder Technologien.

Die Gruppenarbeit hat somit auch Auswirkungen auf die Führungsorganisation und die unterstützenden Bereiche in den Betrieben. Jede Gruppe wird durch einen Gruppensprecher vertreten. Indirekte Funktionen, wie die Arbeitsvorbereitung oder die Qualitätsprüfung wird in der Funktion oder auch in personeller Vertretung in die Gruppen integriert. Der klassische Vorarbeiter wird oftmals überflüssig und der Meister wird zum Berater der Gruppen.

Die Vorgehensweise für die Einführung von Gruppenarbeit umfasst sechs Module. Erfolgsfaktor Nr. 1 für einen nachhaltigen Erfolg ist die intensive Einbindung der Mitarbeiter sowie eine offenen Kommunikation bereits in der Anfangsphase des Projekts. Die Einbeziehung des Betriebsrats in die Projektaktivitäten ist sowohl inhaltlich als auch als „Sprachrohr zur Belegschaft“ sehr wertvoll und notwendig.

Modul 1 dient der Erarbeitung des Projektleitfadens. Die Analyse und Bewertung der Ausgangssituation ist Gegenstand von Modul 2. Modul 3 umfasst die Konzeption der Gruppenarbeit hinsichtlich der Organisation, der neuen Führungsstruktur, der Arbeitszeitgestaltung und der Wertschätzung der Mitarbeiter hinsichtlich Anpassung der Entlohnung und sonstiger Maßnahmen zur Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit. Das Betriebliche Vorschlagswesen wird hierbei parallel an die Gruppenarbeit angepasst. Die Überführung der Konzepte in die pilotmäßige Umsetzung ist Gegenstand des vierten Moduls. Mit Beginn des Projekts werden Sofortmaßnahmen identifiziert und zusammen mit den Mitarbeitern umgesetzt. Modul 6 sieht die Übertragung der Maßnahmen auf weitere Standorte oder Produktionsbereiche sowie das Coaching der involvierten Führungskräfte vor. Das Roll-Out hat zum Ergebnis, dass die positiven Ergebnisse durch Übertragung multipliziert werden. Somit wird erreicht, dass im gesamten Unternehmensverbund die Mitarbeiter gefördert werden und zu einem standortübergreifenden Unternehmenserfolg beitragen.

Ergebnisse / Potenziale

Das TCW legt bei der Durchführung seiner Projekte großen Wert auf die Nachhaltigkeit der Ergebnisse. Dies gilt umso mehr, wenn die Optimierungsansätze umfassende prozessuale oder strukturelle Veränderungen mit sich bringen, wie dies bei der Gruppenarbeit der Fall ist.

Die Wirkungen der Gruppenarbeit sind vielfältig. Gruppenarbeit führt zu nachhaltigen Produktivitätssteigerungen, trägt zu erhöhter Personalflexibilität bei, fördert die gruppeninterne sowie bereichsübergreifende Kommunikation, unterstützt einen aktiven Wissenstransfer innerhalb/ zwischen den Gruppenarbeitsbereichen, wirkt als Motivationsförderer durch die Delegation von Verantwortung sowie durch eine ziel- und leistungsorientierte Entlohnung, erfordert Führungskräfte, die als Coach/ Mentor die Teams unterstützen, führt durch Mehrfachqualifikation zu einem höheren Qualifikationsniveau der Mitarbeiter und initiiert durch die Verlagerung von Problemlösungstätigkeiten in die Gruppen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Als qualitative Verbesserungen sind zu nennen:

  • Verbesserung der Transparenz über die Personal- und Kapazitätsverwendung,
  • Verbesserung der Schnittstellen zwischen den Abteilungen,
  • Steigerung der internen und externen Kundenorientierung,
  • Identifikation weiterer Optimierungsmaßnahmen,
  • Steigerung der innerbetrieblichen Diskussion zur Effizienzsteigerung,
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit durch Entlastung von nichtwertschöpfenden Tätigkeiten.

Zudem zeigen die Erfahrungen aus den Projekten, dass die Einführung von Gruppenarbeit zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse und einer Stärkung der Zusammenarbeit der Fachbereiche geführt hat. Das Mitarbeiterverständnis hinsichtlich wertschöpfender Aktivitäten konnte erheblich gesteigert werden..

Literatur zum Thema Gruppenarbeit und Fertigungsorganisation

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