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Modularisierung in Organisation, Produkten, Produktion und Services

Um der steigenden Komplexität durch die zunehmende Individualisierung von Leistungen und der volatilen Kundennachfrage zu begegnen, ist eine Modularisierung von Organisation, Produkten, Produktion und Service notwendig.

Herausforderung

In allen Märkten sind eine Zunahme der Individualisierungsbedürfnisse der Kunden und eine hohe Volatilität zu verzeichnen. Hinzu kommt die Notwendigkeit durch Innovationen einen höheren Nutzen für den Kunden zu erreichen, um höhere Margen zu erzielen. Als Folge dieser Entwicklungslinien reagieren Produzenten oft mit steigender Produktvielfalt und immer kürzeren Innovationszyklen sowie Dienstleister mit einem breiteren Serviceangebot. Die Komplexität nimmt exponentiell zur steigenden Anzahl an Produktangeboten zu. Dennoch gilt es, die Vielfalt von Produkten bei gleichzeitiger Verringerung von Kosten durch Skalen- und Verbundeffekte zu bewältigen. Die Antwort auf die steigende Komplexität ist die Modularisierung.

Video 1: Animation zur Modularisierung der Produktion

Dabei kommt es darauf an die marktkonforme Vielfalt des Produktprogramms festzulegen und Produkte und Services modular zu gestalten. Gleiches gilt für die Ausgestaltung der Organisation und der Produktion. Komplexe Gesamtstrukturen werden in einzelne, separat koordinierbare Module unterteilt, um sie anschließend zu einer komplexitätsreduzierten Gesamtstruktur wieder zusammenzufügen. Die einzelnen Module bestehen aus einer Vielzahl von Elementen, die durch eine geeignete Hierarchiebildung miteinander kompatibel sind. Um dabei Kosten-, Zeit- und Qualitätsvorteile realisieren zu können, gilt es bei der Architekturgestaltung spezifische Eigenschaften zu berücksichtigen. So muss die Auslagerung einzelner Module an entsprechende Systempartner möglich sein.

Video 2: TCW Produkt Modularisierung

Das TCW Konzept

Kostenreduktionsmöglichkeiten und Wettbewerbsvorteile sind das Ergebnis der Konzentration auf erfolgskritische Faktoren im eigenen Unternehmen. Die Modularisierung von Organisation, Produkten, Produktionssystemen und Service ermöglicht:

  • Die effiziente und flexible Erzeugung einer hohen Produktvielfalt,
  • die Verkürzung der Anlaufkurven durch standardisierte und erprobte Module,
  • die Minimierung des Investitionsvolumens,
  • eine erhöhte Wiederverwendbarkeit der Module,
  • eine Skalierbarkeit hinsichtlich Produktmenge, aber auch
  • hinsichtlich Automatisierungsgrad,
  • die Reduzierung des Planungsaufwands,
  • höhere Effizienz in der Instandhaltung,
  • einen hohen Qualitätsstandard sowie
  • gezielteres Einsetzen des Erfahrungswissens der Mitarbeiter und die Verkürzung der Lernkurven der Mitarbeiter

Bei der Umsetzung von Modularisierungslösungen in Organisationen, Produkt, Produktion und Services unterstützen wir unsere Kunden mittels einer praxisorientierten, auf die individuellen Gegebenheiten zugeschnittenen Vorgehensweise.

Methoden

  1. Beschleunigung von Entwicklungsleistungen
    Die Beschleunigung von Entwicklungsleistungen ist ein Schlüssel zur Erhöhung der Innovationsleistung. Entlang des Entwicklungsprozesses kommen verschiedene Tools (z. B. zur Prognose der Entwicklungszeit) zum Einsatz und unterstützen die Erreichung der Entwicklungsprojektziele.
  2. Conjoint Analyse
    Conjoint Analysen ermöglichen durch die Ermittlung der konkreten Kundenanforderungen eine optimale Ausrichtung von Produkten, Produktkonzepten aber auch Dienstleistungen auf die jeweiligen Markt- und Kundenanforderungen. Dabei kommt insbesondere der Nutzung der Conjoint Analyse bei Investitionsgütern oder bei einzelnen Produktmodulen eine erhebliche Bedeutung zu.
  3. Globale Industrialisierung
    Durch den Aufbau von neuen eigenständigen Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Servicestandorten in attraktiven Kosten- und Wachstumsmärkten führt die globale Industrialisierung zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der internationalen Konkurrenz.
  4. Innovationsaudit
    Mit dem Innovationsaudit gelingt mit Hilfe eines Benchmarkings die schnelle und einfache Identifikation von Leistungslücken und Verbesserungspotenzialen im gesamten F&E-Bereich. Dies ist das Fundament zur Ausgestaltung und Optimierung der Strukturen und Prozesse, der Senkung der Produktkosten und der Professionalisierung der eingesetzten Methoden im Rahmen des unternehmenseigenen Technologie- und Innovationsmanagements.
  5. Innovationsroadmap
    Zur Definition der F&E-Strategie werden mit Hilfe einer Innovationsroadmap die Entwicklungsschwerpunkte, notwendige Technologiekompetenzen und zukünftige Produkte für die nächsten Jahre abgeleitet.
  6. Komplexitätskostenrechnung
    Die Komplexitätskostenrechnung dient der Beschreibung und Systematisierung aller erlös- und kostenseitigen Effekte, die durch Komplexität hervorgerufen werden.
  7. Lokalisierung und technische Entfeinerung von Teileumfängen
    Da der Transfer etablierter Produkte aus Industrienationen in Schwellenländer regelmäßig zu einem funktionalen und qualitativen Overengineering der Produkte führt, sind hierzu Produktkonzepte zu entwickeln, die auf die lokalen Anforderungen zugeschnitten sind. Der Lösungsansatz zur Lokalisierung und technischen Entfeinerung eines Produktes gliedert sich in sechs Projektmodule.
  8. Plattformstrategie
    Ein wesentlicher Einsparfaktor in der Produktion ist die Verwendung von Gleichteilen. Hierzu bieten sich Produkt-Plattformen an, welche ein Rückgrat für verschiedene Produktvarianten bilden. Plattformstrategien verbessern nicht nur physische Produkte, sondern gewinnen auch in der Softwareentwicklung immer mehr an Bedeutung.
  9. Produktordnungssysteme
    Um Produktprogramm, Produkte und Produktvarianten entsprechend Kunden- und Marktanforderungen sowie die eigenen Ressourcen, Kapazitäten und Fähigkeiten gerecht zu definieren, wurde das Konzept "Produktordungssystem" entwickelt. Dadurch gelingt es, Ihr Produktprogramm und die Variantengestaltung anforderungsoptimal festzulegen, eine bestmögliche Positionierung am Markt zu erreichen sowie Varianten ohne Deckungsbeitrag zu streichen.
  10. Programmplanung
    Produktkannibalisierung, der Absatzrückgang eines Produktes aufgrund der Einführung eines anderen Produktes der gleichen Marke, Produktlinie bzw. des gleichen Unternehmens, ist ein Phänomen, das in allen Märkten und bei allen Technologien auftritt.
  11. Programmplanung durch Portfolioanalyse und Substitutionsprognose
    Die Methode des TCW-Tools basiert auf der Verwendung des Euklid‘schen Distanzmaßes, welches es ermöglicht Ähnlichkeitsmaße zwischen mehrdimensionalen Elementen — im Fall der Programmplanung Produkte mit einer Vielzahl von Eigenschaften — und darauf aufbauend Wirkungen in Bezug auf Substitution und Kannibalisierung zu ermitteln.
  12. Prozessklinik
    Die Methodik der Prozessklinik erlaubt eine systematische Neuausrichtung der Geschäftsprozesse am Kundennutzen sowie am Best Practice. Es handelt sich um einen Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung für alle denkbaren Prozesse in den Unternehmen, verbunden mit einem Methodenbaukasten, dessen Wirksamkeit sowohl theoretisch untermauert als auch in vielen Unternehmen praktisch erprobt wurde.
  13. Service to Success
    Service to Success ist die Ausrichtung des Unternehmens auf den einzelnen Kunden über einen langen Zeitraum. Die Kundenorientierung wird als der entscheidende Erfolgsfaktor des Unternehmens anerkannt. Mit dem Konzept Service to Success unterstützt das TCW seine Kunden bei der kundenorientierten Reorganisation bei der Einführung eines Innovationsmanagements und bei der strategischen Wahl der Distributionskanäle.
  14. Zielpreisermittlung im Global Sourcing
    Länder-Beschaffungsindizes geben den Preis eines Produktes aus einem betrachteten Land im Vergleich zum heutigen Beschaffungsort wieder.
  15. Variantenmanagement und Komplexitätsmanagement
    Das Varianten- und Komplexitätsmanagement dient der Reduzierung und Beherrschung vorhandener Komplexität sowie präventiver Verhinderung von Komplexität.

Tools zum Thema Modularisierung

  • Produktprogrammplanung
    Marktgerechte Produktkonzepte werden abgeleitet, indem portfoliointerne Negativeffekte wie Kannibalisierung und Programmlücken aufgedeckt werden.
  • F&E-Zulieferer-Check
    Differenzierte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von F&E-Kooperationen durch systematische Analyse und Bewertung.
  • Komplexitätsindex-Tool
    Das Komplexitätsindex-Tool ist eine kostenlose webbasierte Anwendung zur Quantifizierung und zum Benchmark der unternehmensspezifischen Komplexitätssituation. Entsprechend des eigenen Komplexitätsprofils werden unternehmensindividuelle Methoden zur Reduzierung, Beherrschung und Vermeidung von Komplexität abgeleitet.
  • Internetbasierte Conjoint-Analyse
    Messung der Bewertung des Kundennutzens bestimmter Produktmerkmale zur optimalen Gestaltung von Produkten.
  • Änderungsmanagement
    Um über Änderungen entscheiden und diese kostengünstig umsetzen zu können, müssen folgende Leitlinien im Unternehmen implementiert sein: Flexibilität, Konzentration auf das Kerngeschäft, Komplexitätsoptimierung und Transparenz.

Literatur zum Thema Modularisierung

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